7. Juli 2010

Löw: “Nicht bewusst defensiver spielen”

Am Mittwochabend kann das deutsche Team ab 20.30 Uhr den letzten Schritt in Richtung Finale der Weltmeisterschaft in Südafrika machen, mit einem Sieg über Spanien winkt der DFB-Auswahl der vierte Stern. Gut für Bundestrainer Joachim Löw, dass er gegen die Iberer bis auf den gelbgesperrten Thomas Müller auf alle Spieler zurückgreifen kann. Auch auf Sami Khedira und Arne Friedrich.

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich am Dienstag auf den Weg nach Durban begeben, wo es am Mittwoch im Halbfinale der WM zur Neuauflage des EM-Endspiels gegen Spanien kommt. Nach den klaren Erfolgen gegen England (4:1) und Argentinien (4:0) strebt das DFB-Team mit einem Sieg gegen den Europameister das achte Mal in der deutschen Fußball-Geschichte ein WM-Endspiel an. “Wir haben in zwei Spielen gesehen, dass wir auch Teams schlagen können, die auf dem Papier besser sind”, geht Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger optimistisch in die Partie gegen die Del-Bosque-Elf.

Mit dabei: Khedira (Muskelverhärtung) und Friedrich (Oberschenkelprellung). Beide Defensivspezialisten haben ihre Verletzungen auskuriert und konnten am Dienstagabend das Abschlusstraining auf dem Platz der Northlands Primary School in Durban bestreiten. Joachim Löw standen somit alle Akteure des 23-köpfigen Kaders zur Verfügung. “Das Wichtigste ist, dass der Trainer auf alle Spieler zurückgreifen kann”, hatte Teammanager Oliver Bierhoff mitgeteilt – abgesehen von Müller.

Bei der Übungseinheit durften die Reporter nur das Aufwärmen der Akteure beobachten. Die restliche Trainingseinheit fand wie üblich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

In der anschließenden Pressekonferenz unterstrich Löw noch einmal, dass für ihn “Spanien die am besten organisierte Mannschaft ist”. Für den Bundestrainer sind die Iberer die Mannschaft, “die am wenigsten Fehler macht”. Er will mit seiner Elf gegen den Europameister “nicht bewusst defensiver spielen”. Löw ist sich bewusst, dass man “die Spanier nicht komplett aus dem Spiel nehmen kann”, sieht die Chance aber darin, “weiter auch nach vorne zu spielen”.

In Bezug auf Cacau (Bauchmuskelzerrung) gab sich Löw bedingt zuversichtlich: “Er hat das Abschlusstraining normal mitgemacht, wird jedoch nach dem Training von unserer medizinischen Abteilung nochmal untersucht.” Die Stimmung im Team, merkt er an, “sei nicht überschwänglich. Ich sehe Konzentration, spüre, dass wir mehr wollen. Das Ziel kann nur sein, das Spiel zu gewinnen.”

Die von Philipp Lahm angestoßene öffentlich geführte Diskussion um das Kapitänsamt lässt Löw indes kalt: “Das berührt uns hier überhaupt nicht. Natürlich macht es ihm Spaß, Verantwortung zu übernehmen, und natürlich würde er sie gerne auch weiter übernehmen. Jeder kann hier seine Meinung sagen, und das ist die Meinung von Philipp.” Allerdings stellte der Bundestrainer auch klar: “Natürlich weiß Philipp, dass der Trainer diese Entscheidung übernehmen wird, und das wird nach der WM geschehen.”

(kicker.de)

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Drittes WM-Finale für Oranje

Die Niederlande stehen nach einem 3:2 (1:1)-Sieg gegen Uruguay zum dritten Mal nach 1974 und 1978 im Finale einer Fußball-Weltmeisterschaft. Vor 62.000 Zuschauern in Kapstadt erzielten Giovanni van Bronckhorst (18.), Wesley Sneijder (70.) und Arjen Robben (73.) die Tore für die Elftal, Diego Forlan traf für Uruguay zum zwischenzeitlichen Ausgleich (41.), der Anschlusstreffer von Maxi Pereira (90.+1) kam zu spät.

Bei ihren zwei Finalteilnahmen gingen die Niederländer jeweils als Verlierer vom Platz. Uruguay spielt am kommenden Samstag um Platz drei. Hollands Gegner im Finale am Sonntag in Johannesburg wird am Mittwoch zwischen Deutschland und Spanien ermittelt.

(spox.com)

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6. Juli 2010

Keine Grenzen mehr

Und dann rollt noch ein Angriff auf das Tor der Argentinier zu. Direkt hat Per Mertesacker den Ball aus der Abwehr herausgespielt, Lukas Podolski treibt ihn nach vorne und spielt links herüber zu Mesut Özil. Der flankt sofort in den Strafraum hinein, über die Gegenspieler hinweg, dorthin, wo Miroslav Klose wartet. Volley schießt er ein, das Endergebnis steht fest und lautet tatsächlich: 4:0 für Deutschland. “Da stehst du dann auf dem Platz und denkst dir: unglaublich”, sagt der Kapitän Philipp Lahm hinterher und wiederholt: “Wirklich unglaublich.” Man hat der deutschen Mannschaft ja vieles zugetraut. Schon gegen Australien hat sie zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Südafrika 4:0 gewonnen, und anschließend England im Achtelfinale mit 4:1 aus dem Weg geräumt. Glänzende Spiele hat sie gezeigt – und trotzdem ist das, was am Samstagnachmittag im Green-Point-Stadion von Kapstadt geschehen ist, viel mehr, als alle für möglich gehalten haben.

Wieder hat die DFB-Auswahl vier Tore erzielt, eines schöner als das andere. Und: sie hat einen Gegner besiegt, “der nicht Aserbaidschan hieß” (Lukas Podolski) sondern Argentinien und der mit seinen ganzen Superstars um Lionel Messi zu den großen WM-Favoriten gehörte. Nun ist es Deutschland, dem die Experten in der ganzen Welt zutrauen, am nächsten Sonntag in Johannesburg die WM-Trophäe in Empfang zu nehmen.

“Es war ein sehr, sehr großer Schritt, denn wir haben schon lange keinen großen Gegner mehr geschlagen”, sagt Philipp Lahm. Den Sieg im Achtelfinale zählt er nicht dazu, weil England “kein großer Gegner” sei. Und auch der Erfolg gegen Argentinien vor vier Jahren gelte nicht, weil dafür ein Elfmeterschießen notwendig gewesen sei. “Anschließend haben wir gegen Italien verloren und bei der EM vor zwei Jahren gegen Spanien und dabei nie so gespielt, wie wir es wollten”, sagt Lahm: “Deshalb war es jetzt für jeden Spieler unheimlich wichtig zu sehen, dass man auch solch einen Gegner schlagen kann.”

Maradona hat keinen Taktikplan

Es ist nicht allein der Sieg, der große Zuversicht auslöst – es ist vor allem die Art und Weise, wie er zustande kam. Von der ersten Minute an war Argentinien machtlos gegen das Spiel der DFB-Mannschaft. Die stolzen Südamerikaner wurden von den jungen Deutschen zurechtgelegt, auseinandergenommen, am Ende vorgeführt. Keinen Plan und keine Vorstellung hatten sie offenbar vom Spiel des Gegners. Allein auf die Offensivkraft seiner Stürmer setzte Diego Maradona – und musste dann tatenlos mitansehen, wie sie den Deutschen ein ums andere Mal in die Falle gingen.

Und so war es, wieder einmal, auch ein Sieg der Taktik. Im Gegensatz zu seinem Trainerkollegen hatte sich Joachim Löw intensiv mit der gegnerischen Spielweise auseinandergesetzt. Er habe gewusst, dass Argentinien “eine zweigeteilte Mannschaft” mit einer Offensiv- und eine Defensivabteilung sei: “So entstehen Lücken, wenn man mit Tempo kommt”, sagt Löw, der in dem mittlerweile 32-jährigen Verteidiger Gabriel Heinze die Schwachstelle ausgemacht hatte: “Ich habe meinen Jungs gesagt: ihr seid jünger, ihr seid schneller, ihr seid ausdauernder. Macht Druck, dann bekommen sie Probleme. Ein Heinze kann euch nicht folgen.”

Selbst Löw findet keinen Fehler

Löw neigt normalerweise nicht zum Überschwang, eifrig bemüht er sich immer, nach Fehlern zu suchen, auch wenn seine Mannschaft gewonnen hat. An diesem Tag jedoch muss auch er die Suche ergebnislos einstellen. Es gibt nichts zu kritisieren und zu bemängeln – es war, sagt er, “fantastisch”, “unvorstellbar”, “einfach toll”.

Noch nie hat man den Bundestrainer derart euphorisch erlebt – auch was die Beurteilung einzelner Spieler betrifft. Bastian Schweinsteiger etwa bescheinigt er “eine grandiose Leistung”, der Mittelfeldspieler habe “in jeder Beziehung herausragend” gespielt: “Wie er die Mannschaft geführt und das zweite Tor vorbereitet hat – besser kann man es nicht machen.”

Tatsächlich war es eine Weltklassevorstellung, die Schweinsteiger bot. Er ist der bislang überzeugendste Mittelfeldspieler dieser Weltmeisterschaft – und hat nun die Gelegenheit, sich mit dem Besten der vergangenen Jahre zu messen: mit Xavi, dem famosen Spielmacher der Spanier.

Das Halbfinale am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD) in Durban ist die Neuauflage des EM-Endspiels vor zwei Jahren. 0:1 unterlag die deutsche Mannschaft damals und war chancenlos. Auch wegen dieser Erfahrung leitete Löw den großen Umbruch ein. Die Spielweise der Spanier, das Kurzpassspiel und der Tempofußball, wurde zum Vorbild für die DFB-Auswahl, die sich nun anschickt, das Original zu überholen.

“Es ist wichtig, dass wir jetzt emotional nicht überdrehen”, sagt Löw und will einen Plan finden, wie auch Spanien zu bezwingen ist. Aussichtslos erscheint dies keineswegs. Denn sicher ist spätestens seit dem 4:0 gegen Argentinien: für das deutsche Team gibt es keine Grenzen mehr.

(STZ online)

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4. Juli 2010

4:0! Jubilar Klose entzaubert die “Albiceleste”

Deutschland steht im Halbfinale gegen Spanien! Nach starkem Beginn mit einem Auftakt nach Maß erwehrten sich die Löw-Schützlinge dem Druck der “Albiceleste” in einer rasanten Partie erfolgreich, befreiten sich und schlugen Mitte des zweiten Durchgangs eiskalt zu. Zweimal Klose und Friedrich entzauberten die Maradona-Schützlinge mit drei blitzsauber herausgespielten Treffern. Argentiniens Trainer Diego Maradona vertraute exakt auf seine Startelf, die beim 3:1-Achtelfinalsieg gegen Mexiko zu Beginn auf dem Platz gestanden hatte.

Auch bei der deutschen Elf setzte Trainer Joachim Löw auf die Formation, die sich im Achtelfinale mit 4:1 gegen England durchgesetzt hatte. Löw konnte bis auf Cacau (Bauchmuskelzerrung) aus dem Vollen schöpfen. Miroslav Klose trug zum 100. Mal das Nationaltrikot. Es ging von Beginn an zur Sache: Klose fällte Mascherano gelbwürdig, auch Otamendi langte gegen Podolski zu. Und der Rechtsverteidiger stand auch bei der ersten Chance des Spiels im Blickpunkt: Schweinsteigers Freistoß aus dem linken Halbfeld flog in den Strafraum, Müller war schneller als Otamendi und nickte an Romero vorbei zur Führung ein – was für ein Auftakt (3.)!

Die “Albiceleste” war geschockt, die Löw-Elf blieb zunächst gegen eine nervöse Defensive des Kontrahenten am Drücker, ohne weitere klare Möglichkeiten erspielen zu können. Auf der anderen Seite verschob sich das laufstarke DFB-Team gut und unterband erfolgreich schon den Spielaufbau der Südamerikaner – Schweinsteiger agierte dabei als “Generalbeauftragter” in Sachen Messi, der zunächst unauffällig blieb.

Nach einer guten Viertelstunde endete die Dominanz des WM-Dritten von 2006, Argentinien begann sich langsam in die Partie hineinzutasten, eine gefährliche Torannäherung gegen ein nun tiefer stehendes DFB-Team aber blieb noch aus, weil Keeper Manuel Neuer einen Schritt schneller als Tevez war (22.).

Dafür hätte es auf der Gegenseite für eine sich immer wieder gut befreienden und teilweise flüssig kombinierende Nationalelf fast geklingelt: Nach Müllers Blitzantritt in die Schnittstelle der Viererkette folgte ein toller Querpass auf Klose, der aber aus elf Metern über den Balken knallte – da war mehr drin (24.)!

Nach einer halben Stunde wurden die Südamerikaner präsenter. Messi entzog sich der deutschen Bewachung, holte sich die Bälle schon in der eigenen Hälfte und trieb sein Team an – vor allem über die linke Abwehrseite wurde es immer wieder gefährlich. Neuer parierte Flachschüsse von di Maria (33.) und Higuain (35.), die sich im Strafraum durchgesetzt hatten, sicher. Bitter wurde es dann für Müller, der für ein vermeintliches Handspiel Gelb sah – seine zweite im Wettbewerb, der Münchner fehlt im Halbfinale. Messi jagte den Freistoß in die Abwehrmauer (36.).

Überhaupt hatten beide Mannschaften ihr Visier bis zur Pause nicht genau genug eingestellt. Lahm & Co. konnten sich wieder befreien und setzten vermehrt Nadelstiche, doch weder Özil (41.), Müller (43.) noch Schweinsteiger (45.) trafen das Tor, wie auch auf der Gegenseite Messi in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs.

Personell unverändert kamen die Kontrahenten aus der Kabine. Argentinien gab gleich die Richtung vor, in die es gehen sollte, und drückte massiv. Die Löw-Schützlinge hatten keinerlei Ballkontrolle mehr, verloren das Leder schon im Spielaufbau – di Maria wäre drei Minuten nach Wiederanpfiff per Distanzschuss fast der Ausgleich gelungen. Die Begegnung gewann an Intensität, der Maradona-Elf war die Entschlossenheit deutlich anzumerken. Mertesacker wehrte Tevez’ Knaller per Kopf gerade noch zur Ecke ab (54.). Deutschland konnte sich nach zehn Minuten etwas vom Druck der “Albiceleste” freimachen, startete vielversprechende Gegenangriffe, denen es aber am Ende an Präzision und am Abschluss fehlte. Die rasante Partie wogte mit Vorteilen für die Südamerikaner hin und her, Neuer zeigte sich binnen einer Minute gegen Tevez und Higuain auf dem Posten (63.), Lahm grätschte dem Real-Angreifer den Ball in letzter Sekunde vom Fuß (64.).

Lahm & Co. konnten danach erstmals im zweiten Abschnitt etwas durchschnaufen und schlugen eiskalt zu: Müller erkämpfte sich den Ball, spielt im Liegen zu Podolski. Der steuerte halblinks auf Romero zu und legte quer zu Klose. Der Münchner hatte keine Mühe, das Sportgerät bei seinem 100. Länderspiel ins leere Tor zu drücken – sein 51. Länderspieltor (67.)! Damit nicht genug. Nach kleinem Aufreger durch den eingewechselten Pastore (70.) entschied die junge DFB-Elf die Partie endgültig: In seinem 77. Länderspiel gelang Friedrich sein erster Treffer! Schweinsteiger dribbelte an vier Argentiniern vorbei links in den Strafraum, passte zurück auf Friedrich, der einen Tick schneller war als Higuain und das Leder im Fallen ins Tor grätschte – 3:0 (74.)!

Die Begegnung war entschieden, Argentinien war trotz weiterer Bemühungen auch das Ehrentor nicht vergönnt – vielmehr demütigte die deutsche Elf den Gegner mit einem weiteren Treffer, der den Schlusspunkt darstellen sollte: Schweinsteiger bediente Özil, dessen Flanke Klose gekonnt direkt im linken unteren Eck versenkte. Kloses 14. WM-Treffer, damit zog der Torjäger mit Gerd Müller gleich (88.)!

Nach dem Viertelfinal-Aus bei der WM 2006 war für Argentinien erneut gegen Deutschland Schluss. Die Löw-Elf darf im Halbfinale am Mittwoch, 7. Juli, erneut ran. Dort wartet der amtierende Europameister Spanien, der Paraguay mit 1:0 niederrang. Es kommt also zur Neuauflage des EURO-Endspiels von 2008, das die Iberer seinerzeit in Wien dank Fernando Torres gewannen.

(kicker.de)

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Spanien steht erstmals in einem WM-Halbfinale

Der deutsche Halbfinalgegner heißt Spanien. Der Europameister gewann eine dramatische Viertelfinalpartie gegen Paraguay mit 1:0 (0:0). Das Tor des Abends erzielte David Villa mit seinem fünften WM-Treffer. Spanien steht damit zum ersten Mal in der Geschichte in einem WM-Halbfinale. Vor rund 54.000 Zuschauern im Ellis Park Stadium in Johannesburg verschossen Oscar Cardozo für Paraguay (58.) und Spaniens Xabi Alonso (61.) jeweils einen Elfmeter. Für Villa war es Treffer Nummer 43 im Dress der Spanier, dem Barcelona-Spieler fehlt damit nur noch ein Treffer auf Spaniens Rekordtorschützen Raul.

(spox.com)

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