31. Dezember 2010

Wieder keine Punkte für den VfB

Der VfB Stuttgart befindet sich weiter im Ausnahmezustand. Die Auswärtspartie gegen den Hamburger SV hat der VfB mit 2:4 (1:3) verloren – und kehrt damit erneut ohne Punkte zurück.

Spielverlauf:

Die Partie hat turbulent begonnen: Bereits in der dritten Spielminute, als sich die Stuttgarter auf dem Platz noch nicht richtig organisiert hatten, führten die Gastgeber aus Hamburg bereits mit 1:0. Piotr Trochowski traf mit einem Schuss aus 17 Metern. Doch die Führung sollte nicht lange währen. Mit der ersten Offensivaktion köpfte Stuttgarts Ciprian Marica nach einem Eckball von Arthur Boka zum Ausgleich ein. Nur eine Minute später taucht Marica erneut ganz allein vor Hamburgs Torhüter Frank Rost auf. Doch der Rumäne ist zu zögerlich, so dass ihm Rost den Ball vom Fuß schnappt.

In der 15. Minute ist dann erneut eine Schiedsrichterentscheidung zum Unmut der Stuttgarter gefallen: Nach einem Foul von Stuttgarts Georg Niedermeier an Hamburgs Mladen Petric, eilt Marica zu Schiedsrichter Wolfgang Stark um sich zu beschweren. Dafür sieht der VfB-Torjäger die gelbe Karte. Doch Marica kann sich nicht beruhigen, schimpft weiter – und Stark zieht direkt die Rote Karte.

VfB erwischt Blitzstart in die zweite Halbzeit

Mit einem Mann mehr auf dem Spielfeld erarbeit sich der HSV anschließend mehr Spielanteile, ohne das Gehäuse von VfB-Torhüter Sven Ulreich in Gefahr zu bringen – bis zur 29. Minute. Nach Vorlage von David Jarolim erzielt der Hamburger Jonathan Pitroipa per Lupfer die erneute Führung für die Gastgeber. Fünf Minuten später hat Pitroipa sogar das 3:1 für den HSV auf dem Fuß (34.). Doch der Mann aus Burkina Faso scheitert völlig freistehend an Ulreich. Besser machte es dann Mannschaftskollege Petric, der in der 36. Minute zum 3:1 trifft.

Vom VfB ist dagegen wenig zu sehen. Lediglich Timo Gebhart gibt in der 41. Minute noch einen Warnschuss Richtung Hamburger Tor ab. Er verfehlt sein Ziel aber knapp.

So enttäuschend die erste Halbzeit für die Stuttgarter verlief, so hoffnungsvoll begann der zweite Spielabschnitt für den VfB. Trainer Jens Keller, der unter der Woche seinen 40. Geburtstag gefeiert hatte, wechselt Martin Harnik für Cristian Molinaro ein. Und 30 Sekunden nach Wiederanpfiff ist Harnik gleich am Anschlusstreffer von Christian Gentner beteiligt (46.). Die Stuttgarter präsentierten sich danach aktiver in der Offensive. Philipp Degen spielt allerdings in aussichtsreicher Position auf Harnik ab, statt selbst zu schießen, und die Chance ist dahin (55.).

Cleverer präsentiert sich der HSV: Altstar Ruud van Nistelrooy stellt zwei Minuten nach seiner Einwechslung in der 60. Minute mit dem 4:2 den alten Vorsprung von zwei Toren wieder her. Eine Minute später klärt dann auf der Gegenseite Hamburgs Zé Roberto einen VfB-Kopfball von Niedermeier auf der Linie (61.).

Der HSV bleibt jedoch weiter die spielbestimmende Mannschaft und hätte durch van Nistelrooy (71.) und Jarolim (73.) erhöhen können. Einen Treffer von Harnik, der das 3:4 bedeutet hätte, verwehrte Schiedsrichter Stark die Anerkennung wegen vermeintlicher Abseitsstellung. Letztlich geriet der Sieg des HSV bis zum Schlusspfiff nicht mehr in Gefahr.

Entscheidende Szene:

Ciprian Marica bewies in der 9. Minute wie wertvoll er für den VfB Stuttgart sein kann. Doch nur wenige Minuten später erwies er seinen Mannschaftskollegen einen Bärendienst. Bei einer Situation, an er gar nicht aktiv beteiligt war, sieht er die Rote Karte. Mit einem Spieler weniger auf dem Feld war bereits früh eine Vorentscheidung gefallen – erneut zu Ungunsten des VfB.

Kommentar:

Ein unnötiger Platzverweis hat die Niederlage des VfB Stuttgart eingeleitet, durch die die Sorgen der Roten immer größer werden. Vor allem bei Auswärtsspielen präsentiert sich der VfB viel zu harmlos. In sieben Spielen konnte die Mannschaft von Trainer Jens Keller erst zwei Punkte sammeln.

Hamburger SV:

Rost – Tesche, Demel, Westermann, Zé Roberto – Jarolim (90. Rincon), Tochowski – Pitroipa, Torun (79. Ben Hatira), Son (57. van Nistelrooy) – Petric.

VfB Stuttgart:

Ulreich – Degen (74. Funk), Niedermeier, Delpierre, Molinaro (46. Harnik) – Träsch (85. Kuzmanovic), Gentner – Gebhart, Boka – Cacau – Marica.

Schiedrichter:

Wolfgang Stark (Ergolding)

Zuschauer:
54.000
Tore:

1:0 Trochowski (3. Minute), 1:1 Marica (9.), 2:1 Pitroipa (29.), 3:1 Petric (36.), 3:2 Gentner (46.), 4:2 van Nistelrooy (60.)

Besondere Vorkommnisse:

Rote Karte für Ciprian Marica (15.)

(STZ 28.11.2010)

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14. Dezember 2009

Torwartproblem kostet den Sieg

Category: Presse — Tags: , , , , , , – Franky @ 13:01

ugen zu und hoffen: der VfB-Torschütze Pawel Pogrebnjak (vorne) behauptet sich im Kopfballduell gegen den Mainzer Zsolt Löw.

Augen zu und hoffen: der VfB-Torschütze Pawel Pogrebnjak (vorne) behauptet sich im Kopfballduell gegen den Mainzer Zsolt Löw.

Fassungslos schleichen die Stuttgarter Spieler vom Platz. Gerade haben sie in Mainz ein Spiel mit 1:1 beendet, das sie schon gewonnen glaubten. Wäre da nicht Jens Lehmann gewesen, der den VfB in der Schlussphase um den so wichtigen Sieg gebracht hatte. Der Platzverweis des Torhüters und der anschließende Elfmeter verhinderten, dass Christian Gross ungestört weiterarbeiten kann.

Bestimmt werden die Überlegungen des Stuttgarter Trainers gerade von der Absicht, beim VfB Stuttgart Ruhe und so etwas wie Konstanz reinzubekommen. Das ließ sich schon an der Aufstellung ablesen. Im Vergleich zu seinem Einstandserfolg in der Champions League gegen Unirea Urziceni veränderte Gross sein Team nur auf einer Position – und das gezwungenermaßen. Für den gelbgesperrten Innenverteidiger Serdar Tasci rutschte Georg Niedermeier in die Startformation. Diese Maßnahme hatte aber gleich eine Turbulenz zur Folge, nachdem Niedermeier schlecht klärte und damit den Mainzer Andreas Ivanschitz in eine gute Schussposition brachte. Der Abschluss des in dieser Saison so treffsicheren Österreichers verfehlte in der zweiten Spielminute aber das Ziel.

Neuer Stuttgarter Schwung

Diese Szene konnte den VfB aber nicht erschüttern, der nun selbst in die Offensive ging. Und gleich die erste Chance führte zum Erfolg. Eine scharfe Hereingabe des erneut überzeugenden Arthur Boka drückte Pawel Pogrebnjak mit der Hüfte zur Stuttgarter 1:0-Führung über die Linie (11.). Nur zwei Minuten später eröffnete sich dem durchgebrochenen Ciprian Marica die Chance zum zweiten VfB-Tor. In der 40. Minute dann stand dem Rumänen der hervorragend regierende Mainzer Torhüter Heinz Müller im Weg, der den Kopfball noch um den Pfosten lenkte.

Gerade die beiden Stuttgarter Stürmer Ciprian Marica und Pawel Pogrebnjak verkörperten anfangs den neuen Stuttgarter Schwung. Unter dem Teamchef Markus Babbel brachten sie kein Bein auf den Boden. Christian Gross scheint ihnen eine Last von den Schultern genommen zu haben, was sie befreiter aufspielen lässt.

Dass der VfB auf dem Weg in eine ruhigere Zukunft sein könnte, zeigt aber auch das deutlich geordnetere Defensivverhalten. Der Kapitän Matthieu Delpierre und der von seinem Einstiegsfehler unbeeindruckte Georg Niedermeier strahlten Ruhe aus. Maßgeblich zur Stabilität trägt auch der lange verletzte Sami Khedira bei. Mit ihm ist Ordnung ins defensive Mittelfeld zurückgekehrt. “Sami ist ein Führungsspieler – auf dem Feld und auch außerhalb”, so lobte der Sportvorstand Horst Heldt den U-21-Europameister.

Die große Wende im Spiel

Dass Christian Gross aber noch viel Arbeit bleibt, wurde in der zweiten Halbzeit deutlich. Der VfB zog sich weit zurück und verschickte die Einladung zum Angriff an die Mainzer. Die Gastgeber waren im ausverkauften Stadion nun feldüberlegen und ließen Flanke um Flanke in den Stuttgarter Strafraum segeln. André Schürrles Kopfball landete in den Armen des VfB-Schlussmanns Jens Lehmann. Dieser sollte dem Spiel nun die große Wendung geben. Seine Privatfehde mit dem Mainzer Aristide Bancé eskalierte in der 87. Minute.

Nachdem Lehmann den Ball abfing, steuerte er ohne Not den Stürmer an, rempelte und trat ihm auf den Fuß. Eine geklärte Situation führte auf fast schon unerklärliche Weise zum Mainzer Ausgleich. Denn der Schiedsrichter Wolfgang Stark entschied auf Elfmeter und zeigte Lehmann gleichzeitig die Rote Karte. Eine harte, aber vertretbare Entscheidung, nachdem sich Bancé theatralisch fallen gelassen hatte. Den Strafstoß verwandelte der eingewechselte Eugen Polanski zum 1:1-Endstand (90.). “Dieser Ausgleich ist ganz bitter, weil wir eine gute Leistung gezeigt haben”, resümierte Horst Heldt, der sich nun noch einmal mit Jens Lehmann unterhalten will. So liefert der umstrittene Torwart selbst den Grund dafür, dass über ihn diskutiert werden muss (siehe dazu “Jens Lehmann sieht Rot”).

Der für Lehmann eingewechselte Sven Ulreich wird nun wohl auch im letzten Vorrundenspiel am Samstag zu Hause gegen 1899 Hoffenheim das VfB-Tor hüten. Doch die Schlussphase in Mainz dürfte viel zu emotional gewesen sein, um den Blick der Stuttgarter Spieler gleich auf diese Partie zu lenken. Nur der Trainer Christian Gross sah sich dazu schon in der Lage: “Ein Sieg zum Abschluss des Jahres würde uns enorm weiterhelfen.”

Mainz:

Müller – Heller, Bungert, Noveski, Löw – Karhan (82. Hyka), Soto – Hoogland, Ivanschitz (82. Baljak), Schürrle (65. Polanski) – Bancé.

Stuttgart:

Lehmann – Celozzi, Niedermeier, Delpierre, Boka – Träsch, Khedira – Gebhart (89. Ulreich), Hleb (74. Rudy) – Marica (68. Schieber), Pogrebnjak.

Schiedsrichter:

Stark (Ergolding).

Tore:

0:1 Pogrebnjak (11.), 1:1 Polanski (90., Foulelfmeter).

Zuschauer:

20.300 (ausverkauft).

Rote Karte:

Lehmann (87.).

STZ online 14.12.2009

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