25. Oktober 2009

Schiri-Schelte und ein unerzogener Balljunge

Kategorie: Presse — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 18:22
Für Babbel wird es eng

Für Babbel wird es eng

Der VfB verlässt wieder als Verlierer den Platz. Manager Heldt wischt eine Trainerdiskussion weg und attackiert die Schiris.

Markus Babbel schlug die Hände vors Gesicht, schüttelte mit dem Kopf und schlich wie ein geprügelter Hund in die Kabine:

Der VfB-Coach konnte nicht fassen, was sich in den 90 Minuten zuvor bei der 0:1-Niederlage in Hannover zugetragen hatte.

“Das war eine bittere Niederlage, da meine Mannschaft eine gute Leistung gezeigt hat.” Ganz abwegig war diese Sichtweise nicht. Dennoch standen die Stuttgarter abermals mit leeren Händen da – wie schon so oft in dieser Saison.

Mit acht Punkten steckt der VfB tief im Tabellenkeller fest, nur aufgrund der besseren Tordifferenz steht die Babbel-Elf noch über dem “magischen Strich”.

Keine Durchschlagskraft

Von der Offensivstärke, die den VfB noch in der vergangenen Saison auszeichnete, ist nicht viel geblieben. Cacau verletzt, Pavel Pogrebnyak außer Form – und der junge Julian Schieber steht in der Sturmzentrale auf verlorenem Posten.

Hinzu kommt die eklatante Formschwäche von Alexander Hleb, der nach einer erneut desolaten Vorstellung vorzeitig zum Duschen musste.

Balljunge ärgert Lehmann

Selbst die Balljungen haben offenbar den Respekt vor den Stuttgartern verloren.

Zum Leidwesen von Jens Lehmann, der in Hannover die Kugel einforderte. Doch der Balljunge schaufelte den Ball einfach über dessen Kopf hinweg.

“Jetzt gehe ich nach Hause und muss meine Kinder erziehen, damit wenigstens die korrekt werden”, verabschiedete sich Lehmann mit schlechter Laune nach Spielende in den Mannschaftsbus des VfB.

Tor aus Abseitsposition

Keine Frage: Unglücklich war die Niederlage des VfB allemal. Dem Tor der offensiv weitgehend harmlosen Gastgeber ging eine Abseitsstellung, dazu traf der VfB zwei Mal nur Aluminium.

Babbel nahm es mit einer Portion Fatalismus. “Dass das Gegentor in Abseitsposition gefallen ist, passt in unsere Situation.”

Heldt kritisiert Schiri-Ansetzung

Auch Manager Horst Heldt haderte mit Glücksgöttin Fortuna – und dem DFB.

“Bei so einem brisanten Spiel schickt der DFB drei Amateure, das ist enttäuschend. Die Schiedsrichter lagen in vielen Situationen daneben, bei vielen Kleinigkeiten”, wetterte der VfB-Manager gegen die Schiedsrichter-Ansetzung.

Schiedsrichter Guido Winkmann, mit bislang 13 Einsätzen in Deutschlands höchster Spielklasse, und seine Assistenten hatten die leichte Abseitsstellung von Ya Konan beim 1:0 übersehen.

Marica und Pinto zurückgepfiffen

Heldt wähnte seine Mannschaft auch deshalb benachteiligt, weil die Unparteiischen einen Treffer von Stuttgarts Ciprian Marica zum vermeintlichen 1:1 wegen Abseits nicht anerkannt hatten – das allerdings zurecht.

Dass Hannovers Sergio Pinto nach einem Steilpass freistehend zum 2:0 einnetzte und zu Unrecht wegen einer vermeintlichen Abseitsposition zurückgepfiffen wurde, überging Stuttgarts Manager.

“Die Balljungen spielen auf Zeit, die Gegner fallen hin und man denkt, sie seien schwer verletzt. Kurz darauf kommen sie dann aber topfit wieder zurück ins Spiel. Wenn der Schiedsrichter so etwas toleriert, kann man nichts machen”, meckerte auch Lehmann.

Pokalspiel in Fürth

Das Nervenkostüm beim VfB wird merklich dünner, der Druck auf Babbel stetig größer.

Noch stärkt Heldt seinem Coach den Rücken. Doch im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Greuther Fürth ist er zum Siegen verdammt.

“Es gibt keine Trainerdiskussion. Markus Babbel wird auch am Dienstag im DFB-Pokal bei der SpVgg Greuther Fürth auf unserer Bank sitzen”, sagte Heldt.

Der Publikumsliebling sticht

Während beim VfB der Katzenjammer groß ist, lacht sich Hannover ins Fäustchen. Ein gute Chance, ein Tor – gnadenlose Effizienz.

Und dabei fehlt den Niedersachen nahezu die komplette Sturmabteilung. Selbst der angeschlagene Jiri Stajner sprang wegen der akuten Personalnot in die Bresche.

Die Kohlen holte aber Didier Ya Konan aus dem Feuer, der wegen seiner Leidenschaft und Kampfkraft bei den 96-Fans hoch im Kurs steht.

“Wir sind sehr froh, dass wir in unserer Situation drei Punkte eingefahren haben”, bekannte Trainer Andreas Bergmann. “Jetzt hoffe ich, dass wir so weitermachen und sich die Lage bei uns entspannt.”

Durch den Sieg katapultierte sich Hannover auf Rang elf, der Aufwärtstrend unter Bergmann setzt sich fort.

sport1.de

Keine Punkte in Hannover

Kategorie: Spielberichte — Tags: , , , , , , , , – Franky @ 18:02

Der VfB kann zurzeit einfach nicht mehr gewinnen. Die Babbel-Elf zeigte sich bei Hannover 96 erneut engagiert und bestimmte die Partie. Doch nach einem abseitsverdächtigen Tor von Didier Ya Konan verlor der VfB mit 0:1.
Aufgrund der Verletzungen von Cacau und Sami Khedira musste VfB-Cheftrainer Markus Babbel nicht nur personell umstellen, sondern auch sein System ändern. Für Cacau kam Elson ins Spiel, und für Khedira spielte Kapitän Thomas Hitzlsperger von Beginn an. In der Verteidigung erhielt Matthieu Delpierre nach auskurierten Adduktorenproblemen den Vorzug vor Khalid Boulahrouz. Taktisch begann der VfB mit Julian Schieber als einzigem Stürmer, dahinter teilten sich Elson und Aliaksandr Hleb die zentrale Mittelfeldrolle, Thomas Hitzlsperger und Zdravko Kuzmanovic kamen über die Außen, und Christian Träsch räumte vor der Vierer-Abwehrkette auf.

Didier Ya Konan erzielte das 1:0 für Hannover 96

Der VfB begann wie schon in den letzten Spielen engagiert, bestimmte die Partie und erarbeitete sich einige gute Szenen in der Offensive. Thomas Hitzlsperger probierte es in der achten Minute aus rund 20 Metern mit rechts, scheiterte jedoch an 96-Keeper Florian Fromlowitz. Die Hannoveraner konzentrierten sich hauptsächlich auf die Defensivarbeit und kamen erst in der 16. Minute zum ersten Mal vors Tor von Jens Lehmann. Der VfB-Torhüter wurde nach einer Flanke von Steven Cherundolo von Jan Rosenthal gestört, seine Abwehrspieler konnten den Ball aber aus der Gefahrenzone bringen. In der Folgezeit machte der VfB wieder das Spiel und kam durch Serdar Tasci, Elson, Hitzlsperger und Kuzmanovic zu Torgelegenheiten. Doch Hannover 96 blieb ruhig und wartete auf seine Chance. Die bot sich in der 30. Minute und wurde kaltschnäuzig von Didier Ya Konan genutzt. Nach einer Flanke von Cherundolo köpfte “Kuz” in der Mitte den Ball vor die Füße von Arnold Bruggink, der auf den Ivorer querlegte. Konan schloss aus abseitsverdächtiger Position problemlos zum 1:0 für Hannover 96 ab. Vor der Pause hatte Julian Schieber noch zwei Gelegenheiten zum Ausgleich, doch in der 36. Minute war Fromlowitz zur Stelle, und in der 39. Minute verzog der VfB-Stürmer um ein paar Meter. Es blieb beim 1:0 für das Team von Andreas Bergmann. Der VfB hatte 62 Prozent Ballbesitz in der ersten Hälfte und die besseren Chancen.

Auch Schieber ohne Fortune

Auch Schieber ohne Fortune

Viel Pech bei zwei Pfostenschüssen

In der zweiten Hälfte bot das Spiel ein ähnliches Bild wie in den ersten 45 Minuten. Die Babbel-Elf zeigte die reifere Spielanlage und hatte bei zwei Pfostenschüssen viel Pech. Nur eine Minute nach Wiederanpfiff passte Kapitän Hitzlsperger auf Kuzmanovic, der jedoch knapp am 96-Tor vorbeischoss. Die Hannoveraner hatten in der zweiten Hälfte keine wirkliche Torgelegenheit mehr. Dafür drückte der VfB. Schieber versuchte es in der 58. Minute aus rund sechs Metern, doch ein Abwehrspieler warf sich dazwischen. Den nachfolgenden Schuss von Schieber klärte Fromlowitz über die Latte zur Ecke. Elson hatte in der 59. Minute bei einem Schuss viel Pech, als der 96-Keeper den Versuch des Brasilianers an den Pfosten lenkte. Markus Babbel brachte in der 61. Minute mit Ciprian Marica einen zweiten Stürmer für Zdravko Kuzmanovic. In der 73. Minute zirkelte Thomas Hitzlsperger einen Freistoß von der rechten Seite in den Strafraum, wo der Ball keinen Abnehmer fand und deshalb an den langen Pfosten prallte. Hannover 96 verteidigte in den letzten 15 Minuten mit elf Mann in der eigenen Hälfte. Der VfB probierte es mit allen Mitteln. Doch Fernschüsse und lange Bälle in den Sechzehner führten nicht zum Erfolg. Mit viel Glück und einem starken Florian Fromlowitz schafften es die Hannoveraner, die Führung über die Zeit zu retten.
Trotz der Niederlage stimmte die Leistung des VfB über weite Strecken. Die Babbel-Elf war stärker als Hannover 96, hatte die besseren Chancen und mehr Ballbesitz. Einzig ein Tor gelang dem VfB nicht. Jetzt muss am Dienstag im DFB-Pokal bei der SpVgg Greuther Fürth ein Erfolgserlebnis folgen, um mit neuem Selbstvertrauen ins Heimspiel gegen den FC Bayern München gehen zu können.

www.vfb.de