15. März 2010

Wie’s nach dem VfB weitergeht: Fünf Spieler – fünf Geschichten

Es sollte ein Neuanfang in einer anderen Umgebung und bei einem anderen Verein werden. Fünf Spieler haben den VfB in der Winterpause verlassen, weil sie mit ihren sportlichen Aussichten in Stuttgart unzufrieden waren. Was ist aus ihnen seitdem geworden?

Thomas Hitzlsperger (27):

Er ist vom Regen in die Traufe gekommen. Beim VfB war er zuletzt nur Reservist – und das ist er jetzt auch bei Lazio Rom. Dadurch sinken seine Chancen auf eine WM-Teilnahme immer weiter, denn der Bundestrainer Joachim Löw verlangt Spielpraxis. Diese Forderung war letztlich auch ausschlaggebend für den Wechsel nach Rom, der weniger aus Überzeugung denn aus Sachzwängen heraus erfolgte. Viel lieber wäre Hitzlsperger ohnehin wohl zum FC Everthon, zu Atletico Madrid oder zum FC Sevilla gegangen, die im Januar aber nur vorgefühlt und dann kein Angebot unterbreitet hatten – im Gegensatz zu Lazio, dessen Fans teilweise als gewaltbereit und faschistisch gelten. Mit solchen Auswüchsen hat Hitzlsperger auch schon Bekanntschaft gemacht. Kürzlich stürmten aufgebrachte Anhänger mit Rauchbomben das Trainingsgelände und konnten erst von der Polizei gestoppt werden. Lazio steckt als 17. der Tabelle tief im Abstiegskampf. Schlechter sind nur Livorno, Bergamo und Siena, aber Hitzlsperger darf kaum eingreifen. Gleich nach seinem Debüt beim 0:1 am 7. Februar gegen Catania wurde er mit bissigen Kommentaren des Trainers Davide Ballardino bedacht, der wenig später durch Edoardo Reja ersetzt wurde. Hitzlsperger sieht kein Land. Nur zweimal kam er bisher zum Zug. Ansonsten sitzt er auf der Bank, wie am Sonntag bei der 1:2-Niederlage in Genua.

Elson (28):

Der Mittelfeldspieler hat sich bei Hannover 96 zu einer wertvollen Stammkraft entwickelt. Bei seinem fünften Einsatz erzielte er am Samstag beim 2:1-Erfolg in Freiburg seinen ersten Treffer – das wichtige 1:0. “Damit hat er sich für seinen Fleiß belohnt”, sagt der 96-Manager Jörg Schmadtke, “wir sind sehr zufrieden mit ihm.” Elson selbst hat schon erklärt, dass er seine Zukunft über diese Saison hinaus in Hannover sieht – selbst wenn die Mannschaft im Mai absteigen sollte. Sein Vertrag in Stuttgart läuft jedoch noch bis Juni 2011, so dass eine Ablösesumme von etwa einer Million Euro fällig wäre. “Wir haben das Signal von Elson vernommen”, sagt Schmadtke, “aber weder wir noch der VfB stehen da im Augenblick unter Druck.” Dennoch hält es der Manager für gut möglich, dass es am Rande der Partie zwischen den beiden Clubs am 20. März in Stuttgart zu Verhandlungen kommt.

Yildiray Bastürk (31):

Für ihn hat sich bisher nichts geändert. Wie schon zuvor beim VfB spielt er auch bei den Blackburn Rovers keine Rolle. Null Einsätze stehen auf seinem Konto. Es reichte noch nicht einmal zu einem Platz im Kader des Tabellenzwölften der Premier League. Dabei hat Bastürk wenig Zeit, um sich zu empfehlen. Sein Vertrag läuft nur bis Juni. “Er ist körperlich noch nicht in der Lage, auf diesem hohen Niveau mitzuhalten”, sagt der Trainer Sam Allardyce. Die Rovers reagierten auf die Defizite und verordneten Bastürk sogar ein speziell auf ihn abgestimmtes Trainingsprogramm. Dadurch soll er die erforderliche Fitness erlangen. Bevor das nicht der Fall ist, werde sich an seinem Status nichts ändern, sagt Allardyce, der aber noch Geduld aufbringt und nach wie vor von den Fähigkeiten des Mittelfeldregisseurs überzeugt ist. Inzwischen spielte Bastürk dreimal für die zweite Mannschaft der Rovers. “Das ist kein Problem”, sagt sein Berater Reza Fazeli, “die Leute in Blackburn sind alle sehr nett zu ihm.”

Jan Simak (31):

Er sagt: “Meine Entscheidung war richtig. Für mich ist es wichtig, dass ich spiele. Insofern läuft hier alles wie geplant.” Bereits fünfmal ist er in der Rückrunde für den FSV Mainz aufgelaufen, auch beim 1:0-Sieg am Sonntag in Hoffenheim stand er in der Anfangsformation. Wenn er sich Ende Januar keine Adduktorenverhärtung zugezogen hätte, wäre die Bilanz vermutlich noch besser. Gegen Mönchengladbach und Hertha BSC musste Simak pausieren. Die Perspektiven stimmen, da sein Vertrag bis 2011 datiert ist – mit einer jetzt schon so gut wie sicheren Option für eine weitere Runde. In Mainz gefällt ihm vor allem die familiäre Atmosphäre, die er in Stuttgart etwas vermisst hat. So hat er auch schon ein Haus gefunden, das er noch in diesem Monat mit seiner Familie beziehen wird.

Ludovic Magnin (30):

Fußballerisch lief es für ihn zunächst ähnlich bescheiden wie in der Hinrunde beim VfB – bis zum Sonntag. Da gelang dem FC Zürich, der zurzeit nur Rang acht belegt, ein 1:0 gegen Luzern – und der Wegbereiter hieß Magnin. Mit einem Dribbling bereitete er das entscheidende Tor von Djuric vor. Für den Verteidiger war es der erste Erfolg nach zwei Unentschieden und einer Niederlage. Deshalb drohte dem FC-Trainer Bernard Challandes schon die Entlassung – was in Magnin ein paar Erinnerungen hervorgerufen haben dürfte. Siehe Stuttgart im Spätherbst, siehe Markus Babbel. Aber eigentlich fühlt er sich gut. “Ich genieße es, wieder zu Hause in der Schweiz zu sein”, sagt Magnin, der froh ist, “dass es hier etwas ruhiger und menschlicher zugeht als in der Bundesliga.” Zwei Ziele hat er in den nächsten Monaten vor allem: die WM – “und außerdem hoffe ich, dass ich meinen jungen Mitspielern in Zürich helfen kann”.

STZ 9.3.10

Aus VfB-Sicht also alles richtig gemacht, die Gehaltsliste entlastet, den Kader ausgedünnt und sportlich nicht geschwächt. Auch dies rechne ich in erster Linie Christian Gross an. Unter seinen Vorgängern war dies nicht möglich, nicht zuletzt, weil sie keine so klare Linie vorgaben, wie es der Schweizer jetzt tut.

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26. Februar 2010

Den Dom ließen wir in Kölle – die Punkte nahmen wir eindrucksvoll mit

Nachdem mich anfangs der Woche noch eine heftige Grippe plagte, wurde ich rechtzeitig zum Spiel in Köln wieder fit. So begaben wir uns an diesem Samstag pünktlichst zum Bahnhof, um den Intercity, der planmäßig um 7.37 Uhr starten sollte, ohne Streß zu erreichen. Aufgrund “technischer Probleme”, mehr wollte uns die Deutsche Bahn nicht mitteilen, verzögerte sich die Abfahrt aber leider um etwa 20 Minuten, Zeit, die uns natürlich in Köln fehlen würde. Zumal wir uns dieses Mal aufgrund der Sparpreise der Bahn für einen normalen IC und nicht den ICE entschieden hatten, und somit etwa eine Stunde länger unterwegs sein sollten. Wir begaben uns sofort in den Bistrowagen, in dem wir uns zunächst mit unseren mitgebrachten Fleischküchle-Wecka eine erste Grundlage schufen. So dauerte es dann auch nicht lange, bis ich mich dazu entschloss, zu testen, wie das Franziskaner Weißbier an diesem frühen Samstag-Morgen schmecken würde. Leider erstreckten sich die technischen Probleme der Bahn auch auf die Kühlung der Getränke. Das erste Weizen gleich soichwarm, das kann ja heiter werden… In Mannheim stiegen dann auch Heiko und Konrad von den Murgtalschwaben zu. Da wir dann natürlich sofort nachträglich auf Carles Geburtstag anstoßen “mußten”, trank ich eben noch ein Weizen, das zu meiner großen Freude deutlich kälter war, als das vorherige. Hätte die Bahnangestellte das erste doch auch nur von hinten weggenommen… ;-) . Im weiteren Verlauf der Fahrt, die über die schöne Strecke dem Rhein entlang über Mainz, an der Loreley vorbei und über Koblenz führte, klopften wir dann noch einen Skat, für mich mein erster seit bestimmt 15 Jahren, wir lasen die Tagespresse und diskutierten natürlich schon unsere Erwartungen für das Spiel. Da Marica gelbgesperrt ausfiel und Cacau sowie Schieber nach ihren Verletzungen noch kein Spiel bestritten haben, befürchteten wir fast, Christian Gross würde nur mit einer echten Spitze, nämlich Pavel Pogrebnjak antreten. Eine Taktik, vor der es mir immer graut, zeigt man doch damit indirekt dem Gegner, dass er mal schön die Initiative ergreifen darf. Wir haben einfach nicht die gefährlichen Flügelspieler, wie z. B. die Bayern mit Ribery und Robben, um nur mit einem Stoßstürmer spielen zu können.

Dadurch war die Fahrt natürlich sehr kurzweilig und ging im Zug um wie im Flug. Was machen Köln-Touristen, wenn sie aus dem Bahnhof kommen? Richtig! Ein Bild vom Dom. Dass das Bild noch den richtigen Touch bekam, gesellte sich schnell noch Charlie Chaplin zu uns.

Unsere erste Anlaufstelle in Köln war dann das Früh-Kölsch. Hier sind wir erfahrungsgemäß wohlgelitten, das Personal ist freundlich, die Bierversorgung klappt bestens und essen kann man dort auch noch etwas. Etwas störend für einen Süddeutschen sind natürlich die Reagenzgläser, in denen man in Köln sein Bier bekommt. Aber, wie geschrieben, die Versorgung klappte bestens, “unser” Kellner behielt uns ständig im Auge und brachte Nachschub, wenn wieder zu viel Luft in den Gläsern war.

Nachdem wir uns im Früh mit fester und flüssiger Nahrung gestärkt hatten, ging es ab ins Stadion. Da mir der Weg dorthin immer elends lang vorkommt, probierten wir es dieses Mal mit dem Taxi. Das war leider auch keine gute Entscheidung, schnell standen wir im Stau, brauchten somit mindestens genau so lang wie mit der Bahn und bezahlten noch 19 Euro für die Strecke. Da wir zu viert fuhren, ging das natürlich, dennoch lohnt sich das nur, wenn man eine Zeitersparnis dabei hat. Im Stadion dann trennten sich zunächst unsere Wege. Ich hatte mir zwar Karten über den VfB besorgen lassen, war mit diesen aber nicht einverstanden. Im gleichen Block über unserem Fanblock saßen wir letztes Jahr auch, damals hinter einer Plexiglasscheibe, schlecht zum Fotografieren natürlich. Auch den davor liegenden Strafraum konnte man nicht komplett einsehen. So entschloß ich mich kurzerhand dazu, beim FC Karten für die Gegentribüne zu bestellen, in einem Block, in dem im letzten Jahr massenhaft VfB-Fans waren, und meine Karten weiter zu geben. Am Einlaß gab es überhaupt keine Probleme, schnurstracks waren wir drin. Für mich ist es immer ein erhebendes Gefühl, in dieses Stadion zu kommen. Mir persönlich gefällt das Rheinenergiestadion von den neuen bzw. umgebauten Stadien in Deutschland mit am besten. Vor dem Spiel herrscht hier immer eine besondere Atmosphäre, vor allem, wenn Viva Colonia oder das Vereinslied Mer stonn zu Dir gespielt werden. Dann ist das weite Rund eine einzige rot-weiße Schalparade, die auch für mich als Gästefan schön anzusehen ist.

Ich fand die Plätze, die wir hatten, super. Der Block dürfte zu je 50% von Kölner und VfBlern belegt gewesen sein. Es gab aber keinerlei Probleme zwischen den Fangruppen. Rechtzeitig zum Verlesen unserer Mannschaftsaufstellung waren wir auf unseren Plätzen. Der leider angeschlagene Sami Khedira wurde durch Zdravko Kuzmanovic ersetzt, Marica also doch durch Cacau. Mich persönlich hätte es doch verwundert, wenn Gross anders aufgestellt hätte. Donnerstags war ich noch beim Training und da machte Cacau auf mich als Laien nicht den Eindruck, er wäre noch nicht fit genug.

Durch ein Spalier von Cheerleadern ging es für unser Team also hinein in das stimmungsvolle Stadion. Der VfB war gefordert heute. Es galt zu zeigen, dass die Niederlage gegen den HSV nur ein Ausrutscher war und Selbsvertrauen zu tanken vor dem bevorstehenden Highlight gegen den großen FC Barcelona. Außerdem war es interessant zu sehen, wie die Mannschaft reagieren würde, wenn zwei Stammspieler der vergangenen Wochen fehlen würden. Vor allem Sami Khediras Ausfall dürfte schwer wiegen, ist er doch mehr und mehr das Gesicht und die Lunge des neuen VfB.

Das Spiel begann dann recht schwungvoll. Der VfB hatte früh erste Torchancen durch Cacau (5.), Delpierre (6.) und Träsch (10.). Vor allem Delpierre hätte mit seinem Kopfball freistehend gerne für die Beruhigungspille sorgen dürfen. Dennoch stimmte der Auftakt zuversichtlich. Der Mannschaft merkte man das Vorhaben an, die Scharte der HSV-Niederliege auswetzen zu wollen. Die neuen fügten sich auch nahtlos in das Mannschaftsgefüge ein. Cacau wirkte sehr motiviert. Nachdem unter Gross zunächst Pogrebnjak und Marica gesetzt waren und er zu allem Überfluß noch durch eine Verletzung ausgebremst wurde, kam er in Köln erst zu seinem allerersten Rückrundeneinsatz. Viele schrieben ihn schon, vor allem in Bezug auf seine mögliche WM-Teilnahme, ab, was ihm deutlich zusetzt. In einigen Interviews in der Woche vor dem Spiel machte er deutlich, dass er nicht kampflos aufgeben und sich zeigen wolle. Eine Woche danach wissen wir, dass dies keine leeren Worthülsen waren. Er muß einfach besser und auch für die Mannschaft wertvoller sein, als seine direkten Konkurrenten, dann wird auch sicher Christian Gross der letzte sein, der ihn in seinem Eifer bremsen möchte. Diesen Kampfgeist hätte ich mir im übrigen auch von Thomas Hitzlsperger gewünscht, der sich möglicherweise gewaltig “verwechselt” hat. Wie ich Christian Gross bislang einschätze, kann sich jeder seine Einsätze verdienen oder er sagt ihm klipp und klar, dass er keine Zukunft unter ihm haben wird. Dem Hitz konnte er aber, und das sicher gerechtfertigt, keine Einsätze garantieren, Chancen hätte er aber durchaus gehabt.

Doch zurück zum Spiel. Die beiden Trainer verfolgten das Geschehen auf dem Spielfeld jeweils im Stehen. Für uns war es ja auch ein Wiedersehen mit Zvoni Soldo, der 10 Jahre lang die Kickstiefel für den VfB geschnürt hatte und lange unser Kapitän war. Ihm möchte man ja in Köln Alles Gute wünschen, aber bitte nicht in diesem Spiel.

Christian Gross wie immer engagiert an der Seitenlinie

Auch Zvonimir Soldo verfolgt das Geschehen im Stehen

Im Kölner Strafraum ging es bereits in der Anfangsphase heiß her

Nach den ersten guten VfB-Chancen gaben auch die Kölner in Person von Novakovic ihre erste Duftmarke ab, der in einer 1:1-Situation am glänzend reagierenden Jens Lehmann scheiterte. Im Gegenzug dann fiel das 0:1 durch Cacau, als die Kölner noch über die vergebene Chance haderten. Vorausgegangen war dem Tor ein glänzendes Zusammenspiel auf der linken Seite von Hleb und Molinaro, der sich immer mehr zu einem Glücksgriff mausert. Mit Verlaub: wer fragt heute noch nach Ludovic Magnin? Die Kölner brauchten eine gute Viertelstunde, um sich vom Gegentreffer zu erholen und näherten sich nun mal wieder zaghaft dem VfB-Tor. Christopher Schorch aber vertändelte den Ball. Postwendend folgte der Konter, der zum 0:2 nach 31 Minuten führte. Cacau war schon auf und davon, verstolperte dann fast die Kugel, so dass er die Situation nur noch mit einem Distanzschuß retten konnte. Dabei schlenzte er den Ball aber technisch anspruchsvoll und sehenswert ins rechte Toreck. Im VfB-Sektor brachen daraufhin natürlich alle Dämme. Mit 2 Toren lagen wir auswärts in dieser Saison bislang nur in Frankfurt in Front, da waren wir aber nicht mit dabei. Das Spiel lief also ähnlich gut wie letzte Saison an gleicher Stelle, als wir durch 3 Gomez-Tore mit 3:0 gewannen. Danach profitierte Novakovic abermals von einem Stellungsfehler von Delpierre, auch hier bügelte Lehmann die Gefahr glänzend aus, danach scheiterte Gebhart mit einem satten Schuß an Mondragon.

In der 38. Minute machte Cacau dann seinen Hattrick perfekt, als nach einer Ecke der Ball über Schorch und Mondragon Cacau der Ball genau vor die Füße sprang. Die VfB-Fans waren jetzt natürlich völlig aus dem Häuschen und die Kölner bedient.

Cacau macht seinen Hattrick perfekt

Kein Protest, nur Teil einer Hüpfeinlage :-)

Dass den Kölner durch Schorch noch vor der Pause der Anschluß gelang, tat unserer guten Stimmung keinen Abbruch. Trotz teilweise guter Chancen der Kölner sah es nicht danach aus, dass der VfB noch einbrechen könnte.  Nach dem Seitenwechsel war Köln zunächst optisch überlegen und hatte einige Chancen. Sie waren aber entweder zu unpräzise oder fanden in dem fehlerfreien Jens Lehmann ihren Meister. Köln konnte es sich allerdings auch nicht leisten, kopflos nach vorne zu rennen, da der VfB stets präsent war und immer wieder Nadelstiche setzte. In der 65. Minute war dann der Arbeitstag von Aleks Hleb beendet. Auch er steigert sich seit dem Amtsantritt von Gross kontinuierlich, warum ein Fußballprofi aber keine Luft für 90 Minuten hat, erschließt sich mir nicht. Er wurde von dem wiedererstarkten Roberto Hilbert ersetzt, der prompt 4 Minuten später die Flanke zum vorentscheidenden 1:4, ausnahmsweise durch Pavel Pogrebnjak, schlug.

Cacau traf schließlich in der 74. Minute zum Endstand von 1:5. Sein erster Viererpack in der Bundesliga. Für den VfB war es der erste lupenreine Hattrick seit 1986, als dies Jürgen Klinsmann beim 0:7 in Düsseldorf gelang. Auch damals war ich schon dabei. :-) . Jetzt waren nicht nur die VfB-Fans aus dem Häuschen, jetzt waren auch die Kölner aus dem Stadion. Mit dem 1:4 begann eine Massenflucht, zum Schlußpfiff waren wir dann fast unter uns.

Hellseher?

Nach dem 1:5 war es dann mehr oder weniger ein Schaulaufen. Die Kölner hatten längst resigniert, der noch immer torhungrige VfB hätte sogar noch um das ein oder andere Tor höher gewinnen können. So ließ sich die Mannschaft natürlich nach Schlußpfiff feiern, vor allem Cacau wurde natürlich besungen. Er hat sich hoffentlich jetzt in die Mannschaft hineingespielt. In dieser Form wäre er eine Bereicherung für jede Bundesligamannschaft und so bleibt zu hoffen, dass sich beide Parteien in vernünftigem Rahmen auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit einigen können. Hervorzuheben ist aber auch die insgesamt gute Mannschaftsleistung. Lediglich Delpierre und mit zunehmender Spieldauer Hleb fielen hier ab, die besten beim VfB waren Lehmann und Cacau.

Nach dem Feiern der Mannschaft gingen wir hinunter, um die anderen wieder zu treffen. Den VfB-Sportshop hatten wir als Treffpunkt ausgemacht. Doch diese Rechnung hatten wir ohne die Kölner gemacht. Im Gegensatz zu vor dem Spiel war der Zugang zum Gästebereich mit Zäunen und Ordnern zugestellt. Wir, natürlich in voller VfB-Montur, sprachen dann einen Ordner an, der uns zu jemandem brachte, der uns Zugang zum Gästebereich verschaffen konnte. Also ganz freundlich das Personal dort, er wunderte sich selbst über die Organisation, indem er “tolle Fantrennung” murmelte. Schnell haben wir uns dann also wiedergefunden und machten uns auf den Weg zur Straßenbahn. Auf dem Weg dorthin kam uns dann ein Bierstand sehr gelegen, nachdem es im Stadion nur alkoholfreies Bier gab. Dort trafen wir dann noch Freunde aus dem Bierhexle und begossen erst einmal den Sieg.

Danach ging es mit der Straßenbahn zurück zur Kölner Altstadt. In der Pfaffen-Brauereigaststätte am Heumarkt aßen wir erst einmal etwas, danach gingen wir noch in die Bar Keks direkt in der Altstadt, wo es laute Musik und reichlich Kölsch gab. Hier gab es auch keine Fantrennung, Kölner und VfBler feierten gemeinsam.

Kurz vor 10 Uhr fuhr dann leider wieder unser Zug Richtung Heimat. Letztes Jahr hatten wir in Köln übernachtet, das wäre auch dieses Mal eine gute Wahl gewesen. So ging die Party eben im Zug weiter, der überwiegend von fröhlichen Schwaben bevölkert war.

Fröhliche Schwaben überall

Um 0.40 Uhr kamen wir planmäßig und vom langen Tag gezeichnet wieder in Stuttgart an. Es war ein klasse Tag mit einem Super-Auswärtssieg und guten Freunden. Kurz gesagt: PERFEKT!

Ein Bericht über das Barcelona-Spiel und den Ausblick auf Frankfurt folgt in Kürze.

Viele Grüße

Franky

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10. Februar 2010

Christian Träsch startet durch

Bescheidenheit ist eine Zier. Wenn die Leistung stimmt, muss das kein Nachteil sein. Dann geht es wie selbstverständlich nach oben – für Christian Träsch womöglich bis zur WM in Südafrika. Es wäre die Krönung eines aufregenden Jahres.

Christian Träsch hat viele Vorzüge. Er ist jung (22), unbekümmert, talentiert und ehrgeizig. Er kann links wie rechts in der Viererkette spielen, und seit Christian Gross die Roten trainiert, hat er sich im defensiven Mittelfeld etabliert. Nur Steilpässe sind keine Spezialität des gebürtigen Ingolstädters: “Da muss ich mich verbessern.”

Dabei ist seine ganze bisherige Karriere ein einziger Steilpass. Immer nach oben. Wo das enden könnte, ist vielen Beobachtern klar: in Südafrika, im WM-Kader von Bundestrainer Joachim Löw. “Christian war ja nicht ohne Grund neulich beim Leistungstest der Nationalmannschaft dabei”, sagt VfB-Manager Horst Heldt, “er macht einen exzellenten Job.”

So sehen das immer mehr Experten, allen voran Joachim Löw. “Das Lob ehrt mich”, sagt Träsch, “aber ehrlich gesagt habe ich das anfangs gar nicht mitbekommen.” Jetzt ist es unüberhörbar. Und dass der Bundestrainer neulich beim Spiel gegen Dortmund auf der Tribüne saß, war für Träsch bestimmt kein Nachteil. Da lieferte er ein Glanzstück ab und krönte seine Leistung mit dem Tor zum 4:1-Endstand. Damit hat er nach seinem Treffer gegen Unirea Urziceni in der Champions League schon zweimal getroffen – doppelt so häufig wie vergangene Saison. “Tore würde ich gerne mehr erzielen”, sagt Träsch und ruft sich dann selbst zur Ordnung: “Wichtiger ist es für mich, dass erst einmal die Defensive steht.”

In seiner Obhut sind die Gegner so sicher verwahrt wie in der Bank von England. Gross weiß Träschs Zuverlässigkeit ebenso zu schätzen wie seine unaufgeregte und unauffällige Art. Unter dem Schweizer sitzt sogar der Acht-Millionen-Einkauf Zdravko Kuzmanovic auf der Ersatzbank. Stattdessen spielt der Junge, der 2007 zum Schnäppchenpreis von 1860 München II zum VfB gekommen war, der erst unter Armin Veh, dann unter Markus Babbel als Verteidiger die rechte Seite beackert hatte und dem der Wechsel ins Mittelfeld nahtlos und mühelos gelungen ist. “Ich sehe es nicht so, dass ich Kuz verdrängt habe”, sagt Träsch, “der Trainer hat sich jetzt für Sami Khedira und mich entschieden. Aber ich sehe uns drei absolut auf Augenhöhe.” Schon morgen könne er wieder draußen sitzen. Und dann? “Dann muss ich neu angreifen”, sagt Träsch.

Zu rechnen ist damit nicht. Eher damit, dass er Sami Khedira im Sommer zur WM begleitet. “Ach”, sagt Träsch und winkt ab, “da gibt es so viele Konkurrenten.” Michael Ballack, Khedira, aber schon der formschwache Thomas Hitzlsperger ist fraglich, der verletzte Simon Rolfes noch mehr. “Mit der WM beschäftige ich mich nicht”, sagt Träsch. Er nimmt es, wie es kommt.

Und wenn die WM kommt, ist er vorbereitet – anders als vor einem Jahr. Da musste er seinen Spanien-Urlaub stornieren, weil ihn Löw zur Asien-Reise eingeladen hatte, wo er gegen die Arabischen Emirate (7:2) sein bisher einziges Länderspiel machte. Diesmal hat er erst gar keinen Urlaub gebucht.

(STN online 10.2.10)

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27. Januar 2010

22.1.2010: 1:0 im Derby, Marica sichert dritten Sieg für VfB

Eins, zwei drei – so kann es weitergehen. Mit dem dritten Bundesligasieg in Folge hat sich der VfB Stuttgart wieder ein kleines Stück vom Tabellenkeller abgesetzt. Ciprian Marica traf am Freitagabend zum 1:0 (1:0) beim SC Freiburg.

Mehr Erfahrung, mehr Qualität, mehr Engagement und die reifere Spielanlage: Die Vorteile lagen in diesem Derby gegen den Abstieg aufseiten des VfB, der das Spiel und den Gegner dann auch prompt dominierte. Dass es dennoch ein hartes Stück Arbeit wurde, lag an der mangelnden Konsequenz der Roten im Abschluss. “Da müssen wir zielstrebiger werden”, monierte Manager Horst Heldt, der nach der Pause mehr zittern musste, als ihm lieb war: Da konnte der VfB unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw nicht an seine starke Leistung vor dem Wechsel anknüpfen, baute ab und leistete sich zu viele Nachlässigkeiten.

Immerhin: Es reichte zum Sieg, weil Ciprian Marica in der 41. Minute goldrichtig stand. Nach einem Einwurf von Cristian Molinaro spielte Alexander Hleb den Ball in die Tiefe, Pawel Pogrebnjak legte quer auf den Rumänen, der zu seinem achten Bundesligatreffer vollendete. “Es war ein verdienter Sieg”, sagte Trainer Christian Gross, unter dem der VfB weiter ungeschlagen ist, “aber wir müssen uns weiter verbessern.”

Nach einer knappen Viertelstunde legte die Mannschaft alle Zurückhaltung ab. Erst prüfte Georg Niedermeier per Kopfball SC-Schlussmann Simon Pouplin, dann ging es Schlag auf Schlag.

14. Minute: Beim Freistoß tippte Alexander Hleb den Ball an, Pawel Pogrebnjak zog aus 18 Metern ab und zwang Pouplin zu einer Parade.

16. Minute: Roberto Hilbert trat den nächsten Freistoß, Marica verfehlte beim Kopfball das Tor aus zehn Metern knapp.

18. Minute: Dritter Freistoß in kürzester Zeit, Hleb schlug den Ball nach innen auf Niedermeier, doch dem Innenverteidiger strich die Kugel über den Kopf.

Drei gefährliche Standards, dreimal ohne Erfolg. Der VfB war das aggressivere Team, gab den Ton an und zwang dem Gegner sein Spiel auf. Pogrebnjak zog aus zehn Metern ab – übers Tor (28.). Freiburg konnte sich kaum befreien, nur Felix Bastians behielt die Übersicht: Sein Schuss strich am langen Eck vorbei ins Aus (30.), ebenso zwei Schussversuche von Daniel Caligiuri (34. und 37.).

Mit der Führung im Rücken drängten die Roten nach dem Wechsel weiter. Einen Schuss von Roberto Hilbert schlug Ömer Toprak in höchster Not von der Torlinie (48.). Und dann lag der Ball unvermittelt im Tor von Sven Ulreich, der nach überstandener Gehirnerschütterung fehlerfrei spielte. Nach Protesten des VfB erkannte Schiedsrichter Felix Brych den Treffer von Papiss Demba Cissé zu Recht ab – Kapitän Heiko Butscher hatte den Ball in Abseitsstellung ins Tor abgefälscht (62.). Für Freiburg war es das Zeichen zum Aufbruch. Der Absteiger rückte auf, ging hohes Risiko, der VfB dagegen schaffte nur noch wenig Entlastung: Niedermeier klärte gegen Bastians auf der Linie (76.). Dennoch hätte der VfB sogar fast mit 2:0 gewonnen: Marica erzielte sein zweites Tor (86.), hatte dabei aber das Bein zu hoch – Brych erkannte den Treffer wegen gefährlichen Spiels nicht an.

(STN online 22.1.10)

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9. Januar 2010

Der VfB Stuttgart im Oktober 2009

Oktober

4.10.2009

Der VfB Stuttgart trauert um Rolf Rüssmann

Zehn Tage vor seinem 59. Geburtstag verstarb in der Nacht von Freitag auf Samstag Rolf Rüssmann nach einem langen Krebsleiden. Er war beim VfB Stuttgart von Februar 2001 bis Dezember 2002 als Vorstandsmitglied für den Bereich Sport verantwortlich.

Vor dem Spiel gegen Werder fand eine Gedenkminute für den leider viel zu früh verstorbenen Ex-Manager Rolf Rüssmann statt. Der VfB hat Rolf Rüssmann einiges zu verdanken. Als der VfB finanziell am Abgrund stand und sportlich im Abstiegskampf steckte, brachte er Ralf Rangnick dazu, sein Amt abzugeben und installierte gegen einige Vorbehalte Felix Magath als neuen Trainer. Unter Rüssmanns Regie schaffte der VfB gerade noch den Klassenerhalt, und der Aufstieg begann.

Aus Spiegel online dazu zu seinem damaligem Rauswurf: Der Manager drängte die Mannschaft trotz der Erfolge auf einen Gehaltsverzicht. Als dies nicht umsetzbar war, strich Rüssmann kurzerhand die Punktprämien. Der Manager wollte die sportliche Zukunft des Vereins planen, hatte jedoch keine Vollmachten. “Ich kann alleine nicht abschließen”, so Rüssmann, “wozu habe ich einen Etat, wenn man der sportlichen Leitung nicht einräumt, im Rahmen dieses Etats Entscheidungen zu treffen.” So hatte der 52-jährige Rüssmann Kapitän Zvonomir Soldo ein neues Angebot vorgelegt. Jedoch fehlte die Unterschrift des Präsidenten, dadurch war es völlig wertlos. “Hier sind alte Seilschaften am Werk, die an allen Ecken und Enden versuchen, mich rauszudrücken”, sagte der ehemalige Vorstopper.

Dass Rüssmann beim VfB gescheitert ist und rausgeschmissen wurde, lag zum Großteil an verletzter Eitelkeit der damaligen handelnden Personen, allen voran der Ex-Präsident Haas. Ich trauerte ihm lange hinterher, alleine schon jedes Mal, wenn das Rumgeeiere in Bezug auf ein reines Fußballstadion wieder auf der Tagesordnung war. Rolf Rüssmann hätte sich von der Stadt sicher nicht so lange auf der Nase herumtanzen lassen und hätte mit Auszug aus dem (damaligen) Gottlieb-Daimler-Stadion gedroht, wäre die Leichtathletik-Lobby auch ihm gegenüber lange stur geblieben.

Er war schließlich in Deutschland ziemlich der erste, der begriff, dass einem neuen, multifunktionalen, reinen Fußballstadion die Zukunft gehört und stellte der Borussia aus Mönchengladbach den Borussia-Park hin.

4.10.2009

0:2: VfB läßt sich von Bremen vorführen

Ausgerechnet “Lieblingsgegner” Werder Bremen hat dem VfB Stuttgart sein Jubiläum verdorben. Die schwachen Schwaben verloren ihr 1500. Spiel in der Fußball-Bundesliga verdient mit 0:2 (0:1). Claudio Pizarro brachte Bremen am Sonntag bereits in der 3. Minute mit seinem fünften Saisontor auf die Siegerstraße, Aaron Hunt (51.) machte schon früh alles klar.

Dieses Mal war es Stefano Celozzi, der den frühen Rückstand der Bremer einleitete und Marin nie in den Griff bekam. In der 41. Minute traf ihn dann der Bannstrahl des Trainers, der in auswechselte. Für einen Fußballer die Höchststrafe. Für ihn brachte er Christian Träsch, der seinerseits nach seinem Fehler gegen Köln einige Zeit außen vor war. Der VfB war erneut nach vorne ideenlos, nach hinten anfällig und taumelt immer mehr im Niemandsland der Tabelle oder noch schlimmer Richtung Abstiegsplätze. Von dem, was die Mannschaft in der Rückrunde der vergangenen Saison ausgezeichnet hatte, ist rein gar nichts mehr zu sehen. Babbel macht einen hilflosen Eindruck, keine seiner Maßnahmen greift. Gegenüber dem Rumänien-Spiel wechselte er erneut das Sturmduo aus, doch auch Schieber und Cacau blieben nahezu chancenlos. Ganz anders die Bremer, die mit einer starken Mannschaftsleistung nie ernsthaft in Gefahr gerieten und die Tore zum für sie psychologisch günstigen Zeitpunkt machten.

Ich stand bisher immer hinter Babbel, weil mir seine Art gefällt, er das sogenannte Bayern-Gen eingeimpft hat und lieber an die eigenen Stärken appelliert, als den Gegner stark zu reden, wie es Armin Veh gerne getan hat. Seit diesem Spiel aber war ich für eine Trennung gewesen, um die Saison noch halbwegs retten zu können. Der Zeitpunkt wäre günstig gewesen vor der Länderspielpause. Ein neuer Trainer hätte sich zumindest mit den Gegebenheiten beim VfB vertraut machen können und die Daheimgebliebenen schon einmal kennen lernen können. Zu diesem Zeitpunkt traute ich Babbel die Wende nicht mehr zu. Die Mannschaft spielte über Wochen zu schwach mit zu vielen individuellen Patzern, ist keine Einheit auf dem Platz. Der ballführende Spieler ist die ärmste Sau, weil sich keiner anbietet. Das Spiel ohne Ball katastrophal, die Raumaufteilung auf dem Platz furchtbar. In dieser Phase hatte fast jeder Gegner leichtes Spiel mit dem VfB. Dieses Spiel zeigte auch auf, dass der Sieg in Frankfurt nur ein Ausrutscher nach oben war und keine Trendwende einleitete. Doch Manager Heldt hielt weiter stoisch an seinem Freund und Nachbarn Babbel fest. Damit war mir ziemlich klar, dass die Spiele gegen Schalke und Sevilla auch abgeschenkt werden und frühestens in Hannover, gegen einen Gegner auf Augenhöhe, die Wende eingeleitet werden kann.

Vor dem Spiel waren wir noch zum Frühschoppen auf dem Wasen, dort wenigstens war die Stimmung noch ausgelassen. Hinterher im SSC war sie dann getrübter und dem ein oder anderen wuchsen lange Ohren. ;-)

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5.10.2009

VfB in Hektik: Babbel kriegt frei

Die Talfahrt des VfB Stuttgart in der Bundesliga sorgt für hektische Betriebsamkeit. Der Sportdirektor Horst Heldt hat nun beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) erwirkt, dass der Teamchef Markus Babbel in dieser Woche nicht am Trainerlehrgang teilnehmen muss. “Wir werden nun besprechen, was die ersten Maßnahmen sind. Die Hälfte der Mannschaft ist nicht da. Aber in der momentanen Situation ist es Gift, wenn der Trainer auch noch fehlt. Ich versuche auch so viele Spieler wie möglich dazubehalten”, sagte Heldt nach der Heimpleite gegen Werder Bremen.

5.10.2009

Neue VfB-Probleme:Tasci und Khedira verletzt

Bei Serdar Tasci sind die Knieprobleme vom Sommer zurückgekehrt, er musste sogar die Reise zur Nationalmannschaft absagen. Womöglich war es doch die falsche Entscheidung, den Haarriss an einem Knorpel nicht operieren zu lassen. Auch Sami Khedira ist zunächst aus dem Training genommen worden. Sein Fuß meldet eine Überlastungsreaktion – die Vorstufe zu einem Ermüdungsbruch. Beide Probleme könnten sich auswachsen – und Khedira und Tasci somit wochenlang ausfallen.

8.10.2009

Gute Stimmung im Bierzelt

Die verbliebenen VfB-Spieler, das Trainerteam, Vorstand Sport Horst Heldt, Präsident Erwin Staudt, Direktor Sport/Verwaltung Jochen Schneider und zahlreiche VfB-Mitarbeiter pilgerten am Mittwochabend auf den Cannstatter Wasen. Das Dinkelacker-Festzelt auf dem Cannstatter Volksfest war mit  3.000 VfB-Fans gut gefüllt. Als der Präsident, Spieler und Trainer nach dem Essen die Bühne bestiegen, stieg die ohnehin schon gute Stimmung beträchtlich an.

Angesichts der jüngsten Ergebnisse und Auftritte war der Empfang der Fans sehr freundlich. Und beim Fest zeigte auch Präsident Staudt mal wieder Präsenz. Die Wochen zuvor fragte ich mich schon, ob es ihn noch gibt…

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9.10.2009

Training ohne Nationalspieler

Wenn es die Zeit zuläßt schaue ich gerne mal beim Training vorbei, so auch an diesem Tag. Es war ja ein überschaubarer Haufen übrig geblieben. Das Gros des Teams weilte bei den diversen Auswahlteams ihrer jeweiligen Nationen. Mich wundert es immer wieder, wenn ich mal beim Training bin, dass ein Großteil des Programms aus Laufen und Gymnastik besteht und so wenig an der Verbesserung der fußballerischen Schwächen gearbeitet wird. Es werden da kaum einmal Standards trainiert, obwohl die schon seit einiger Zeit katastrophal sind. Das Paßspiel wird zwar hin und wieder traniert, jedoch von den Trainern eher selten aktiv eingegriffen, wenn etwas nicht funktioniert. In dieser Hinsicht kam mir Babbel zu Beginn seiner Teamchef-Tätigkeit engagierter vor.

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10.10.2009

Zeichen gesetzt:

Die VfB-Spieler, die nicht bei ihren Nationalmannschaften weilen, traten am heutigen Samstagnachmittag in Winnenden zu einem Benefizspiel zugunsten der Opfer des Amoklaufs an der Albertville-Realschule an. Das Spiel fand im Herbert-Winter-Stadion statt. Die Mannschaft von Markus Babbel gewann mit 14:0 gegen eine Auswahl von Akteuren des SV Winnenden und umliegender Vereine aus der betroffenen Region sowie Fußballern aus Wendlingen. Torschützen: Klauß, Bastürk (5), Hofmann (2), Walch, Hilbert, Niedermeier, Simak, Elson und ein Eigentor.

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10.10.2009

Länderspiele:

Russland-Deutschland 0:1, Deutschland fährt nach Südafrika:

Die deutsche Nationalmannschaft hat sich durch einen 1:0-Sieg in Moskau gegen die russische Auswahl vorzeitig für die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika qualifiziert. Das Tor des Tages erzielte der Stürmer des FC Bayern, Miroslav Klose. Vom VfB kam lediglich Pavel Pogrebnyak auf russischer Seite zu einem Kurzeinsatz. Hitz und Cacau schmorten 90 Minuten auf der Bank.

Es war ein Klasse-Spiel beider Mannschaften, indem die Deutschen die Glücklicheren waren. Adler und Klose waren die Garanten für den Sieg. Jetzt fahren “wir” also nach Südafrika, letzten Endes haben die Deutschen wieder eine souveräne Qualifikation gespielt und die Big-Points gegen Russland eingefahren. Nachdem wir bei den letzten drei großen Turnieren in Portugal, Deutschland, Österreich und der Schweiz waren, lassen wir Südafrika aus. Einen gewissen Reiz hätte auch dieses Turnier für mich gehabt. Aber ich habe große Bedenken, wie dort die infrastrukturelle und die Sicherheitslage ist. Wenn ich eine Reise mache, möchte ich mich frei bewegen und mich erholen können. Dort scheint das nicht so ohne weiteres möglich zu sein. Die Kriminalität ist immer noch immens hoch, die Organisatoren tun zwar ihr möglichstes und “säubern” die Städte von Obdachlosen und Wegelagerern, damit die weite Welt eine schöne Zeit erlebt. Um diesen Preis allerdings möchte ich die WM nicht erleben. Eine WM ist immer auch ein Fest für das Volk, doch wenn von vornherein solche Maßnahmen notwendig sind, um ein einigermaßen sicheres Fest zu veranstalten, zeigt es mir, dass das Land noch nicht so weit ist. Das Geld, das die WM kostet, hätte eingesetzt werden müssen, um die Probleme in den Griff zu bekommen und die Leute in Lohn und Brot zu bringen. Die Infrastruktur scheint auch ein großes Problem zu sein. Der Transport zu den Stadien soll in Kleinbussen vonstatten gehen, wie ich gelesen habe. Ich persönlich würde mir auch Sorgen um die Flugsicherheit machen, wenn ich einen innerafrikanischen Flug nehmen müßte, um von A nach B zu gelangen. Und an einem Ort zu verharren, um solchen Problemen und Risiken zu entgehen, das möchte ich auch nicht. Ich würde mir wünschen, dass die Fifa zukünftig Weltmeisterschaften nur noch in große und aufstrebende Fußballnationen vergeben würde, in denen WM-taugliche Stadien und die Infrastruktur bereits weitestgehend vorhanden sind und nicht innerhalb von sieben Jahren aus dem Boden gestampft werden müssen. Fraglich ist doch, was danach passiert. Was hat Südafrika späten von den riesigen teuren Stadien, werden die jemals wieder ausgelastet sein oder hat man sich dort Milliardengräber hingestellt und die Leute hungern weiter.

Die Euro 2012 werde ich voraussichtlich wieder besuchen, obwohl ja vor allem die Ukraine ebenfalls massive Probleme hat, die Anforderungen zu erfüllen.

Weitere Länderspiele an diesem Tag mit VfB-Beteiligung:

Malawi-Elfenbeinküste 1:1, Boka über 90 Minuten am Ball, dieses Remis reichte, um das Ticket für die WM in Südafrika zu lösen.

Mexiko-El Salvador 4:1, Durch einen klaren 4:1-Sieg gegen El Salvador qualifizierte sich Mexiko vorzeitig für die WM 2010. Ricardo Osorio war hierbei über die gesamten 90 Minuten in der Innenverteidigung, an der Seite von Barca-Star Rafael Marquez, im Einsatz. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen durfte “Oso“ hernach die erfolgreiche Qualifikation der “El Tri“ zur Weltmeisterschaft bejubeln.

Serbien-Rumänien 5:0, In der Europa-Gruppe 7 konnte Serbien mit einem 5:0-Erfolg über Rumänien das begehrte Ticket zur WM in Südafrika lösen. Ciprian Marica, der über 60 Minuten für seine Farben im Einsatz war, vermochte nichts an der hohen Niederlage zu ändern. Seinem Mannschaftskameraden vom VfB, Zdravko Kuzmanovic, gelang dagegen nach seiner Einwechslung in der zweiten Hälfte der Treffer zur zwischenzeitlichen 3:0-Führung Serbiens.

Australien-Holland 0:0, VfB-Innenverteidiger Khalid Boulahrouz war auf der rechten Abwehrseite über die gesamten 90 Minuten für die “Elftal” von Trainer Bert van Marwijk am Ball und zeigte eine ansprechende Leistung bei seinem Comeback im Oranje-Trikot.

14.10.2009

Länderspiele:

Deutschland-Finnland 1:1, Unentschieden zum Abschluss:

Die deutsche Nationalmannschaft kam am Mittwochabend in der Hamburger HSH-Nordbank-Arena vor 51.500 Fans nicht über ein 1:1 gegen Finnland hinaus. Da schon vor dem letzten Gruppenspiel der Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika klar war, dass die Löw-Truppe im Sommer mit dabei ist, nahmen die Spieler die Begegnung nicht ganz so ernst. Die Führung der Finnen in der ersten Halbzeit durch Jonatan Johansson glich Lukas Podolski kurz vor Schluss noch aus. Hitzlsperger wurde in der Halbzeit ausgewechselt, Cacau spielte durch.

Nach der über weite Strecken schwachen Vorstellung, gab es vom Hamburger Publikum ein gellendes Pfeifkonzert. Die Mannschaft reagierte mit Unverständnis, hatte sie doch 4 Tage zuvor mit Bravour die Hürde Russland genommen. Das ist ein zweischneidige Angelegenheit. Zum einen ist ja ein Fußballer manchmal wie Turnierpferd, er springt nur so hoch wie er muß. Soll heißen, nachdem in Russland eine riesengroße Last abgefallen ist, nahm man das Spiel zu locker, da es um nichts mehr ging. Auf der anderen Seite gibt es ja nicht so sehr viele Länderspiele: Es war auch die Möglichkeit für einige, die in der Nationalelf nicht die erste Geige spielen, sich zu zeigen, um bei den nächsten Länderspielen wieder berücksichtigt zu werden. Gerade unsere VfBler Hitzlsperger und Cacau haben diese Möglichkeit verpaßt, wobei es natürlich schwierig ist, in einer Mannschaft, in der es in einem Spiel nicht läuft, das Ruder zu übernehmen. Und wenn die Spieler in so einem Spiel, in dem es um nichts geht, schon nicht für sich spielen möchten: die Zuschauer haben es auch verdient, dass sie sich am Riemen reißen. Der DFB braucht sich nicht zu wundern, dass er inzwischen wieder Probleme hat, Länderspiele ausverkauft zu bekommen. Die Eintrittspreise sind stolz, überwiegend zwischen 40 und 100 Euro pro Ticket. Die Möglichkeit ein Länderspiel zu beobachten, hat man ja als Fan auch nicht alle Tage, für viele ist das dann der Fußballhöhepunkt des Jahres, und da erwartet man einfach, dass mit der bestmöglichen Mannschaft gespielt wird und diese sich reinhängt. Beides war in diesem Spiel kaum der Fall. Ich weiß, wovon ich spreche. Wir waren im November 2008 in Berlin beim Spiel Deutschland-England und bekamen eine espritlose Deutschland gegen eine englische B-Mannschaft zu sehen. Einen Klassiker hatten wir erwartet und bekamen fußballerische Magerkost, vor allem von der deutschen Mannschaft, zu sehen. Da war ich auch enttäuscht, zumal wir noch relativ teure Plätze hatten, die sich allerdings fast unterm Dach des Olympiastadions befanden, und wo es dann noch hineingeregnet hatte. An diesem Abend war ich auch bedient und schwor mir eigentlich, Freundschaftsspiele dieser Art zukünftig zu meiden. Aber nur eigentlich, am 3.3.2010 sind wir dabei, wenn in der Allianz-Arena Deutschland auf Argentinien trifft. Da es der einzige Test vor der WM-Vorbereitung ist, erhoffe ich mir aber schon, dass Jogi Löw mit dem bestmöglichen Team antritt und es keine Absagen hagelt.

Weitere Länderspiele an diesem Abend mit VfB-Beteiligung

Aserbaidschan-Russland 1:1, Pogrebnjak 90 Minuten auf der Bank

Rumänien-Faröer 3:1, Marica war bis zur 82. Minute im Einsatz

Trinidad & Tobago-Mexiko 2:2, Ricardo Osorio kam auf den kleinen Antillen nicht mehr zum Einsatz.

17.10.2009

1:2 Heimniederlage gegen Schalke: Die Talfahrt geht weiter

Der kriselnde VfB Stuttgart setzt seine Talfahrt fort. Gegen den FC Schalke 04 kassierten die Schwaben mit 1:2 (0:1) die dritte Heimniederlage in der Fußball-Bundesliga in Folge.

Ivan Rakitic (24. Minute) und der Ex-Stuttgarter Kevin Kuranyi (76.) erzielten für die “Königsblauen” am Samstag vor 42.000 Zuschauern in der ausverkauften Mercedes-Benz Arena die Tore. Nationalstürmer Cacau (73.) hatte mit seinem ersten Erstliga-Treffer seit 724 Minuten nur kurzzeitig für Hoffnung auf wenigstens einen Teilerfolg der Schwaben gesorgt.

Obwohl leicht verbessert, hat der VfB Stuttgart das dritte Heimspiel in Folge verloren. Auch Lieblingsgast Schalke nahm die Punkte aus dem Schwabenland mit, erst zum vierten Mal überhaupt. Weder der Systemwechsel noch die sechsfache Rotation brachten die Trendwende bei der Babbel-Elf, Schalke spielte einfach überlegter und selbstbewusster – und ist jetzt fest etabliert in der Spitzengruppe. Stuttgarts Teamchef Markus Babbel setzte auf eine Mittelfeldraute und auf sechs Neue gegenüber dem 0:2 gegen Werder Bremen. Kapitän Hitzlsperger musste wie schon am 6. Spieltag aussetzen, Kuzmanovic erhielt den Vorzug und spielte halbrechts. Außerdem war Hoffnungsträger Hleb zurück und übernahm die “Zehner”-Position, Träsch bekam im defensiven Mittelfeld eine Chance. Walch und Hilbert (erkältet) blieben draußen. In der Viererkette begannen die genesenen Tasci – als Ersatzkapitän – und Magnin für Delpierre (Adduktorenprobleme) und Boka, im Angriff Pogrebnyak für Schieber.

Die Mercedes-Benz Arena verkommt immer mehr zum Selbstbedienungsladen für die Gästeteams. Auch der Systemwechsel mit Hleb auf der Zehn (als 10er war er schon früher als Balakov-Nachfolger überfordert) brachte nicht die Trendwende. Es zeigt sich immer mehr, dass der VfB den Gomez-Abgang nicht gut genug kompensiert hat. Gomez hatte durch seine Präsenz sich viele Bälle geholt und Angriffe mit eingeleitet. Dies fehlt momentan. So strahlt der VfB relativ wenig Torgefahr aus und muß zu allem Überfluss derzeit ständig durch individuelle Patzer entstandenen Gegentoren hinterher laufen. Erneut begünstigte eine unglückliche Aktion von Celozzi den Rückstand. Das Spiel gegen Schalke kann man zwar durchaus als Besserung gegenüber den letzten Auftritten einstufen, man ist ja bescheidener geworden. Dass es mit einer solchen Leistung aber auch gegen Sevilla schwer, wenn nicht unmöglich, werden würde, etwas Zählbares mitzunehmen, war an diesem Tag auch allen klar.

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20.10.2009

1:3 gegen Sevilla: Weiterer Nackenschlag für den VfB

Der krisengeschüttelte VfB Stuttgart muss nach der dritten Pflichtspielniederlage in Folge ernsthaft um den Einzug ins Achtelfinale der Champions League und Trainer Markus Babbel mehr denn je um seinen Job bangen. Die Schwaben verloren trotz einer zunächst ordentlichen Leistung am Ende verdient 1:3 (0:1) gegen den spanischen Spitzenklub FC Sevilla und warten damit auch nach dem dritten Spiel in der Königsklasse weiter auf den ersten Sieg.

Sebastien Squillaci (23./72.) und Jesus Navas (55.) versetzten dem VfB, der in der Bundesliga nach dem schwächsten Start seit der Abstiegssaison 1974/75 nur 13. ist, mit ihren Toren einen weiteren Nackenschlag. Dem eingewechselten Elson gelang lediglich noch der späte Anschlusstreffer (74.). Mit nur zwei Punkten hat Stuttgart vor der Rückserie in der Champions League, die am 4. November mit der Partie in Sevilla beginnt, eine denkbar schlechte Ausgangsposition, um sein Ziel K.o.-Runde doch noch zu erreichen.

Wie befürchtet ging also auch das Heimspiel gegen die Andalusier in die Hose. Der VfB spielte zwar phasenweise gefällig, doch einmal mehr insgesamt zu harmlos, um die Spanier ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Beim VfB spielte Träsch erstmals auf der Sechserposition und erfüllte die Aufgabe zufriedenstellend. Der VfB legte los wie die Feuerwehr, und hatte in den ersten 12 Minuten vier Torchancen, die aber allesamt ungenutzt blieben. Sevilla nutzte dagegen seine erste Chance eiskalt aus, als Hleb die Flanke nicht verhinderte und Boulahrouz im 5-Meter-Raum nicht eingriff. Dem zweiten Treffer ging ein Fehler von Jens Lehmann voraus, der eine Flanke vor die Füße von Jesus Navas abklatschte, der, reaktionsschneller als Boka, leicht und locker einschieben konnte. Damit war das Spiel gelaufen und die vierte Heimpleite in Serie besiegelt. Unterm Strich war zwar ein Aufwärtstrend erkennbar, doch was nutzt es, wenn man Ende wieder mit leeren Händen dasteht. Und so bekam man auch nach diesem Spiel wieder zu hören, die Mannschaft lebe doch und dass man darauf aufbauen könnte.

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22.10.2009

Vormittagstraining

Da mich die Situation schon sehr beschäftigte, machte ich es noch einmal möglich, zum Training zu gehen. Erneut war ich enttäuscht darüber, dass so wenig im fußballerischen Bereich trainiert und überwiegend Lauftraining und Gymnastik gemacht wurde. Georg Niedermeier machte mit Gerhard Wörn Aufbautraining. Thomas Hitzlsperger und Yildiray Bastürk trainierten zusammen das Umspielen von Slalomstangen mit Zweikampfverhalten, Julian Schieber und Roberto Hilbert den Torabschluß, die Torhüter trainierten separat. Gegen Ende jonglierten sich die Spieler in verschiedenen Grüppchen noch die Bälle zu und das wars. Horst Heldt ließ sich auch kurz auf dem Platz blicken. Babbel wirkte unverändert und schaute sich das Geschehen meist mit Abstand an.

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24.10.2009

Erneute Niederlage: Der VfB rutscht immer tiefer in die Krise

Der VfB Stuttgart rutscht immer weiter in die Krise. Bei Hannover 96 unterlag das Team mit 0:1 und bleibt in der unteren Tabellenhälfte stecken. Dennoch wird Markus Babbel am Dienstag auf der VfB-Bank Platz nehmen. Manager Horst Heldt sprach dem Trainer nach dem Schlusspfiff sein Vertrauen aus. “Es gibt keine Trainerdiskussion. Markus Babbel wird auch am Dienstag im DFB-Pokal bei der SpVgg Greuther Fürth auf unserer Bank sitzen”, sagte Heldt. Allerdings scheinen sich Trainer und Manager nicht in allen Punkten einig zu sein. “Wir benötigen jetzt endlich Ergebnisse. Es fällt sehr schwer, nach vier Niederlagen in Folge von einem Aufwärtstrend zu reden”, sagte Heldt und widersprach Babbel damit. Denn wenige Minuten zuvor hatte der Trainer noch erklärt: “Die Mannschaft war bissiger und hat alles für den Sieg getan. Es ist wichtig, dass der Trend nach oben geht.”
Der VfB begann mit einer Spitze und fünf Mann im Mittelfeld. In der Anfangsphase hatte das Team klare Feldvorteile, nutzte diese aber nicht aus. Mit der ersten gefährlichen Aktion der Hannoveraner gelang der Heimmannschaft in der ersten Hälfte die Führung. Nach einer Unachtsamkeit der VfB-Hintermannschaft passte Arnold Bruggink geschickt auf Konan Ya, der aus einer Abseitsposition zum entscheidenden Tor traf.

Nun taumeln Babbel und der VfB am Abgrund. Nach den Pleiten in der Bundesliga und in der Champions League droht der verunsicherten Mannschaft, die selbst gegen harmlose Gegner wie Hannover verliert, auch im Pokal nun das Aus. Doch klar ist: auch wenn Heldt sich nach dem Spiel gegen Hannover für Babbel entscheidet – eine weitere Niederlage im Spiel am Dienstag gegen Greuther Fürth wird der Trainer sich kaum leisten können.

Wir fuhren zu diesem Spiel mit dem Auto, weil die Bahn Mondpreise verlangte. Für den Preis zu viert hätten wir mit dem Auto etwa 7-8 Mal diese Strecke fahren können. So fuhren wir kurz nach 7 Uhr los und kamen auch sehr gut durch. Da es doch sehr stressig wäre, diese Strecke an einem Tag hin und zurück zu fahren, übernachteten wir in Hannover und fuhren am Sonntag dann nach dem Frühstück gemütlich zurück.

In Hannover bezogen wir unsere Zimmer im Intercity Hotel und zogen dann auch gleich los. Kaum losgelaufen erspähte ich ein Franziskaner-Schild. Es gehörte zum Bayerischen Lokal Bavarium, wo wir auch gleich einkehrten und etwas tranken. Das Bavarium ist ein urig bayerisches Lokal mitten in der Niedersachsenmetropole. Wir haben uns dann vorgenommen, abends auch noch mal herzukommen, um etwas dort zu essen.

Danach fuhren wir mit der Bahn in Richtung Stadion. Dort mußten wir uns dann erst einmal eine Chipkarte besorgen, damit wir im Innenraum Speisen und Getränke erwerben konnten. Da das Stadion selten richtig voll ist und vor allem in “unserem” Bereich unterhalb des Gästefanblocks Platz zum liegen herrscht, ging alles relativ schnell. Karte aufladen, wenn notwendig oder auch das Bier holen. Das Spiel begann zunächst mit einer schönen Choreographie der VfB-Fans und einer der Hannoveraner, die das 50-jährige Jubiläum ihres Niedersachsenstadions feierten.

Das Spiel pendelte sich auf dem Niveau ein, das man angesichts des Tabellenstandes der beiden Teams erwarten mußte. Eigentlich war es einmal mehr zum wegschauen, trotzdem supporteten die mitgereisten Fans das Team unaufhörlich. Nach dem Spiel meinte Babbel, eigentlich könne er seinem Team keinen Vorwurf machen. Toll, sollen die Spieler jetzt noch denken, sie hätten gut gespielt? Das war, gemessen an den Ansprüchen, die der VfB an sich selbst stellt, mal wieder viel zu wenig. Hleb einmal mehr ein Schatten früherer Tage. Spieler, die die Schuld nur noch bei anderen suchen, wie beim Schiedsrichter, der das Abseits vor dem Tor nicht erkannte (war schwer zu erkennen) oder beim Balljungen (Lehmann: selbst die Balljungen sind Betrüger…). Und, Babbel sitzt immer noch fest im Sattel, wenn man Horst Heldt Glauben schenken darf. Wird der Pokal jetzt also auch noch abgeschenkt?

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25.10.2009

Horst Heldt schützt Babbel

Der stark unter Beschuss stehende Teamchef Markus Babbel genießt trotz der erneuten Pleite weiter den Rückhalt von Horst Heldt. “Täler sollten gemeinsam durchschritten werden”, sagte der Sportdirektor des immer tiefer in den Abstiegsstrudel taumelnden schwäbischen Fußball-Bundesligisten nach dem deprimierenden 0:1 (0:1) bei Hannover 96.

Auf die Frage des TV- Senders DSF nach einer möglichen Trennung versicherte Heldt am Sonntag: “Viel zu viele Leute lassen sich zu schnell scheiden.” Sollte er die rasante Talfahrt nicht schleunigst stoppen können, macht sich Babbel trotz dieses Treuebekenntnisse keine Illusionen über seine Zukunft beim VfB. “Es ist erfreulich, dass ich nach wie vor die Rückendeckung vom Verein genieße. Aber wenn der Erfolg ausbleibt, wird irgendwann die Reißleine gezogen.”

Möglicherweise ist der Pokal-Auftritt beim Zweitligisten SpVgg. Greuther Fürth am Dienstag Babbels letzte Chance, auch wenn Heldt und die anderen Vorstandsmitglieder bislang nichts von einem Ultimatum verlauten ließen. “Da müssen wir gewinnen”, sagte Babbel nach der sonntäglichen Trainingseinheit in Stuttgart. “Ich bin absolut überzeugt von meiner Mannschaft.” Der auf der Kippe stehende Coach kündigte nach dem erneuten Tiefschlag indes tapfer an: “Ich war immer ein Kämpfer und werde auch jetzt kämpfen.”

Nach dem schlechtesten Bundesliga-Start der Schwaben verstärkt sich die Kritik am Trainer-Lehrling, der nach der Qualifikation des VfB für die Champions League vor wenigen Monaten noch groß gefeiert wurde, immer mehr. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft inzwischen eine große Lücke. In Hannover vermied es der Coach, seine hoch eingeschätzten und hoch dotierten Profis zu kritisieren. “Ich habe eine gute Leistung meiner Mannschaft gesehen. Sie wirkte nicht verunsichert, ich kann ihr keinen Vorwurf machen. Es fehlte das Quäntchen Glück”, sagte Babbel in Anspielung auf die zwei Pfostenknaller von Elson und Kapitän Thomas Hitzlsperger.

“Wir sind nicht belohnt worden”, erklärte Hitzlsperger. “Wir haben auch Fehler gemacht. Das Entscheidende hat gefehlt, der Sieg”. Während Hitzlsperger immerhin formverbessert wirkte, grenzte der Auftritt von Alexander Hleb fast an Arbeitsverweigerung. “Alex kann natürlich noch Prozente zulegen”, formulierte Heldt milde Kritik. (STZ online)

27.10.2009

DFB-Pokal-Aus:Der freie Fall des VfB geht weiter

Und dann stand Ciprian Marica zum dritten Mal innerhalb von zwölf Minuten allein vor dem Tor. Bei seiner ersten Chance traf der Stürmer den Ball nicht richtig, obwohl der Torhüter am Boden lag. Bei der zweiten prallte sein Schuss vom Innenpfosten zurück ins Spielfeld. Und schließlich schob der Rumäne in der 90. Minute links vorbei. Bessere Möglichkeiten kann ein Angreifer nicht bekommen. Marica versiebte sie allesamt – und so verlor der VfB Stuttgart am Dienstagabend gegen die Spvgg Greuther Fürth mit 0:1 (0:1).

Nach dem jüngsten Pleiten in der Bundesliga und den Enttäuschungen in der Champions League ist die Mannschaft damit im Achtelfinale des DFB-Pokals an einem Zweitligisten gescheitert. Einen Sieg hatte zuvor der Manager Horst Heldt zur Pflicht erklärt, über den Pokal wollte der Club wieder in die Spur kommen. Das ist nicht gelungen, weshalb die Tage von Markus Babbel nun gezählt scheinen. Alles deutet darauf hin, dass der VfB am Mittwoch die Trennung von seinem Teamchef bekannt gibt und am Samstag gegen die Bayern ein neuer Mann auf der Bank sitzen wird. “Unsere Situation ist nicht einfacher geworden”, sagte Heldt nach dem Schlusspfiff: “Jetzt müssen wir das Richtige machen.” Ein Treuebekenntnis zum Trainer wollte der Manager nicht mehr abgeben.

Babbel hatte sich in Fürth dafür entschieden, den zuletzt enttäuschenden Alexander Hleb auf der Bank zu lassen. “Er hat in den vergangenen Spielen nicht den frischesten Eindruck gemacht”, sagte der Teamchef. Erst nach einer Stunde kam der Weißrusse ins Spiel – und offenbarte hinterher mit einem Eklat seinen ganzen Frust: Im Kabinengang schrie Hleb Heiko Striegel an und schubste den VfB-Teamarzt, der den Mittelfeldspieler zum Dopingtest bat.

In Pawel Pogrebnjak, der bis zu seiner Auswechslung erneut äußerst harmlos war, und Marica begann der VfB wieder mit zwei Angreifern. Julian Schieber blieb zunächst auf der Bank, auf der erstmals in dieser Saison auch Yildiray Bastürk saß. Wie bei den vergangenen Auftritten begann der VfB auch diesmal engagiert und war in der Anfangsphase die klar bessere Mannschaft. Meist von Elson initiiert, trug Babbels Elf ihre Angriffe vor. Das sah ordentlich aus – allerdings nur bis zum Strafraum. Die fehlende Durchschlagskraft im Angriff, das war auch diesmal das große Problem des VfB, der sich lange Zeit trotz aller Feldüberlegenheit keine zwingende Torchancen erspielen konnte. Marica zog mit einem Schuss aus der Drehung knapp vorbei, Thomas Hitzlsperger scheiterte mit einem Distanzschuss, das war schon alles, was der Favorit im ersten Abschnitt zustande brachte. “Das ist Wahnsinn”, sagte Hitzlsperger: “Wir haben so viel Qualität und bringen die in den entscheidenden Situationen nicht zur Geltung. Bis zum Strafraum spielen wir gut – und dann geht nichts mehr.”

Auch auf der anderen Seite bot sich dasselbe Bild wie zuletzt gegen Sevilla und in Hannover: Mit dem ersten Angriff kam Fürth, Tabellenachter der zweiten Liga und in einem Saisonvorbereitungsspiel vom VfB noch mit 5:0 bezwungen, zur überraschenden Führung. Bernd Nehrig, bis 2007 neun Jahr lang für den VfB aktiv, düpierte auf der rechten Angriffsseite den Stuttgarter Verteidiger Arthur Boka, zog nach innen und überwand Jens Lehmann mit einem Flachschuss ins linke Eck (32.).

Der Treffer zeigte Wirkung – bis zur Pause trat beim VfB die ganze Verunsicherung einer Mannschaft zutage, die von den letzten 14 Pflichtspielen nur zwei gewinnen konnte. Daran änderte sich zunächst auch im zweiten Abschnitt nichts mehr. Planlos, ideenlos, ratlos – so spielte der VfB über weite Strecken der zweiten Hälfte. Keinen Schuss brachte der Bundesligist bis zur 78. Minuten aufs Fürther Tor.

Erst in der Schlussphase, als beim aufopferungsvoll kämpfenden Gegner die Kräfte schwanden, wurden die Aktionen zwingend. Der VfB hatte nun Chancen im Minutentakt. Elson schoss drüber, Träsch wurde abgeblockt, Delpierres Schuss von der Linie gekratzt. Und Ciprian Marica, der brachte die Verantwortlichen vollends zur Verzweiflung. “Es ist unfassbar. Wir schaffen es nicht, den Ball aus zwei Metern ins Tor zu schießen”, sagte Heldt. Viel mehr wollte der Manager am Dienstag nicht sagen. Am Mittwoch jedoch, so steht zu vermuten, wird er sich wieder zu Wort melden.

SpVgg Greuther Fürth – VfB Stuttgart 1:0 (1:0)
Fürth:

Loboué – Schröck, Caligiuri, Mauersberger, Falkenberg – Fürstner – Nehrig, Müller – Haas – Sailer (67. Nöthe), Allagui (76. Schahin)

Stuttgart:

Lehmann – Osorio (71. Hilbert), Tasci, Delpierre, Boka – Träsch – Kuzmanovic (59. Hleb), Hitzlsperger – Elson – Pogrebnjak (59. Schieber), Marica

Schiedsrichter:

Rafati (Hannover)

Zuschauer:

11.800

Tor:

1:0 Nehrig (32.)

Gelbe Karten:

Loboué, Mauersberger, Müller / Boka, Delpierre, Hleb, Tasci

(STZ online)

Jetzt also ist der Super-Gau perfekt. Aus im Pokal beim Zweitligisten. Vorbei die Chance, eine verkorkste Saison über den Pokal noch zu retten, analog zu Werder Bremen in der letzten Saison. Es war erneut ein Offenbarungseid, wenn man gegen einen Zweitligisten in der 78. Minute erstmals aufs Tor schießt. Gegen wen möchte der VfB überhaupt noch gewinnen? Wie lange wartet der Verein noch, bis er die Reißleine zieht? Dieser Abend war mich der bitterste der bisherigen Saison, einfach weil eine große Chance vergeben wurde, die Saison irgendwann doch noch retten zu können. Dabei war ich nicht, da ich (leider?) nicht frei bekam.

31.10.2009

Keine Tore im Süd-Gipfel: Teilerfolg für kriselnde Schwaben

Mit einem leistungsgerechten Unentschieden trennten sich der VfB Stuttgart und der FC Bayern im Süd-Gipfel. Die Stuttgarter begannen furios, nutzten ihre frühen Chancen aber nicht. Später hatten die Gäste das Spiel unter Kontrolle, doch kein Team kreierte hochkarätige Tormöglichkeiten, so dass das torlose Remis letztlich nur folgerichtig war. Nach fünf Niederlagen in Folge ein Schritt in die richtige Richtung für die Schwaben.

Babbel wurde also auch nach dem desaströsen Pokal-Aus in Fürth nicht gefeuert. Unmittelbar danach hatte ich gedacht, dass es das war, weil Heldt erstmals nicht mehr einen Trainerwechsel ausschloß. Vielmehr wolle man das Gesehene in den Gremien diskutieren. Zwei Tage vor dem Bayern-Spiel war klar: Babbel bleibt. Erstmals kam die Mannschaft vor dem Spiel in die Kurve, um den Schulterschluß mit den Fans zu suchen. Diese Maßnahme wurde auf einem Krisengipfel der größten Fangruppierungen mit dem VfB beschlossen. In der Fanszene brodelte es bereits beträchtlich, so dass man damit hoffte, etwas Luft herauszunehmen. Wenigstens einen Achtungserfolg gab es gegen die Bayern, auch wenn einen Unentschieden in dieser Situation auch nicht wirklich weiterbringen. Der VfB hängt im Keller fest, punktgleich mit dem zur Relegation berechtigten 16., aber schon 11 Punkte hinter einem UEFA-Cup-Platz

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