27. Oktober 2009

Babbel droht die Entlassung

Kategorie: Presse — Tags: – Franky @ 22:57

Stuttgart – Die Verantwortlichen des VfB Stuttgart werden nach der Pokalpleite bei der SpVgg Greuther Fürth nicht mehr wie bisher zur Tagesordnung übergehen. Sie haben die Reißleine bereits in der Hand, und es ist gut möglich, dass sie am Mittwoch gezogen wird. Viel deutet auf die Entlassung von Markus Babbel hin, der den VfB in der vergangenen Saison in die Champions League und in dieser Saison aus dem Pokalwettbewerb und in die Abstiegszone der Bundesliga geführt hat.

Wenn es denn so kommt, wie erwartet wird, stellt sich die Frage nach dem Nachfolger. Im Fall von Jürgen Klinsmann haben sowohl der ehemalige Bundes- und Bayerntrainer als auch der VfB kein Interesse an einer Zusammenarbeit. Der frühere Bochumer Marcel Koller steht bereit. Doch in Stuttgart ist man nicht davon überzeugt, dass der Schweizer den Verein aus der Krise führen kann. Keine Option scheint auch eine Interimslösung mit dem Co-Trainer Rainer Widmayer zu sein. So könnte die Spur ins Ausland führen. Eric Gerets wäre da ein Kandidat, der momentan beim saudi-arabischen Verein Al Hilal Riad unter Vertrag steht und dafür auch fürstlich entlohnt wird. Ein Engagement in der Bundesliga würde den Belgier aber sicher noch einmal reizen.

Eines ist in diesem Zusammenhang allerdings sicher. Markus Babbel wird seinen Stuhl nicht freiwillig räumen. Aufgeben, das kommt für den Kämpfer, der er auch auf der Trainerbank geblieben ist, nicht in Frage. “Die Situation ist schwierig und nicht angenehm. Ich hoffe, dass der Verein weiter hinter mir steht”, sagte Babbel im Anschluss an die demoralisierende Pokalniederlage beim Zweitligisten in Fürth. Einen Treuenschwur von Horst Heldt gab es am Dienstagabend allerdings nicht mehr in Richtung Markus Babbel.

Der Stuttgarter Manager steht somit vor der schwierigsten Aufgabe seiner Stuttgarter Amtszeit. Die Entlassung seines Freundes, der auch noch im selben Haus wohnt, würde ihn schon hart genug treffen. Erschwerend hinzu kommt, dass der Rauswurf Babbels gleichzeitig auch so etwas wie ein Eingeständnis Heldts wäre, die falschen Personalentscheidungen getroffen zu haben. An der fehlerhaften Zusammenstellung des Kaders hat er ganz entscheidend mitgewirkt. Ob dies allerdings dazu führt, dass Markus Babbel auch am Samstag im Heimspiel gegen den FC Bayern auf der Bank sitzt, ist äußerst fraglich. Wenn der VfB den passenden Nachfolger bereits an der Hand hat, wird er wohl schnell handeln. Denn auch die Geduld der Fans, das zeigten am Dienstag die heftigen Diskussionen zwischen Spielern und Stuttgarter Anhängerschaft nach dem Schlusspfiff, scheint nun aufgebraucht zu sein.

“Wir werden uns zusammensetzen und über die Situation nachdenken”, sagte der Manager Horst Heldt am Dienstag. Das Ergebnis wird voraussichtlich am Mittwoch bekannt gegeben werden. So ganz neue Erkenntnisse dürften die Stuttgarter Entscheidungsträger durch die Partie am Dienstag nicht bekommen haben. Die Mannschaft ist völlig verunsichert und scheint förmlich darauf zu warten, dass der Schwebezustand in der Trainerfrage beendet wird.

Quelle StZ