26. Oktober 2009

“Wir müssen in Fürth gewinnen”

Kategorie: Presse — Tags: , – Franky @ 16:19

Stuttgart – Horst Held steht weiter hinter dem Teamchef Markus Babbel. Allerdings weiß auch der Manager des VfB Stuttgart, dass ordentliche Leistungen bald nicht mehr reichen, solange die Spiele regelmäßig verloren gehen.

Herr Heldt, was gibt Ihnen denn die Zuversicht, dass unter dem Teamchef Markus Babbel die Wende gelingt?

Das Gefühl, dass nicht mehr viel fehlt zu einem Sieg. Wir haben jetzt dreimal ordentlich gespielt und mit Pech verloren. Irgendwann wird das Glück auf unserer Seite sein. Auf der anderen Seite ist gerade das eine gefährliche Situation. Denn wir dürfen uns jetzt nicht an der einen oder anderen gelungenen Spielszene ergötzen und brauchen uns nichts vorzumachen. Es muss schleunigst ein positives Ergebnis her.

Sie haben zuletzt verstärkt mit den Spielern gesprochen, um das Verhältnis zwischen Teamchef und Mannschaft auszuloten. Welche Rückmeldung haben Sie bekommen?

Unzufriedene Spieler gibt es immer, auch dann, wenn man zehnmal hintereinander gewinnt. Das sind diejenigen, die auf der Ersatzbank oder sogar nur auf der Tribüne sitzen. Wir haben nicht nur elf Mann in unserem Kader. Aber Fakt ist auch: die Zeichen sind vorhanden, dass die Mannschaft das umzusetzen versucht, was der Trainer ihr vorgibt.

Welche Zeichen sind das?

Man kann den Spielern nicht vorwerfen, dass sie leidenschaftslos auftreten, keine Emotionen zeigen und sich abschlachten lassen. Das würde ihnen auch nicht gut bekommen. Die meisten haben zuletzt die Tugenden an den Tag gelegt, die in einer solchen Situation gefragt sind. Das zeigt mir, dass das Verhältnis intakt ist.

Wie lange lässt sich die Geduld mit dem Trainer durchhalten, wenn ein Spiel nach dem anderen verloren geht?

Das Wichtigste in so einer Situation ist, dass man Unterstützung hat und alle in einem Boot sitzen. Das ist bei uns der Fall – im Verein, aber auch aufseiten der Fans. Es ist großartig, wie sie derzeit die Mannschaft unterstützen. Gerade jetzt brauchen wir sie, und nun zeigt sich die Identität dieser Gemeinschaft. Alle haben erkannt, dass wir in einer Situation sind, in der wir als Gemeinschaft auftreten müssen, um dieses Tal durchschreiten zu können. Aber klar ist auch, dass das nicht ewig klappt, wenn die Resultate ausbleiben.

Welche Bedeutung hat das DFB-Pokalspiel in Fürth?

Das ist doch eindeutig: eine ganz große. Wir müssen dieses Spiel gewinnen.

Sonst muss Markus Babbel gehen?

Einzig und alleine die Spieler, die auf dem Platz stehen, sind in der Lage, die Wende herbeizuführen. Sie stehen jetzt in der Pflicht.

Wie groß ist Ihre Sorge, dass der VfB schon zu einem so frühen Zeitpunkt alle seine Ziele aus dem Auge verliert?

In der Bundesliga sind wir schon weit abgeschlagen. Wir haben einen großen Rückstand auf die Spitze – der lässt sich nicht jedes Jahr aufholen, so wie uns das mit einem Kraftakt in der Vorsaison gelungen ist. Jetzt stecken wir im Abstiegskampf, das ist nun einmal eine Tatsache. Wir brauchen gar nicht an etwas anderes zu denken, als da wieder rauszukommen. Das wäre im Moment Träumerei. In den anderen beiden Wettbewerben aber, in der Champions League und im Uefa-Pokal, haben wir noch Ziele, die wir erreichen können.

Quelle StZ