22. Oktober 2009
Stuttgart – Der VfB-Aufsichtsratschef Dieter Hundt warnt vor Aktionismus in der Trainerfrage. Trotzdem sagt er, dass die Mannschaft jetzt schnell bessere Ergebnisse brauche.
Herr Hundt, die Niederlage gegen Sevilla dürfte Sie um den Schlaf gebracht haben.
Machen Sie sich da mal keine Sorgen. Ich habe gut geschlafen, wie immer.
Aber entspannt dürften Sie dennoch nicht sein. Wie lange sind Sie denn nach dem Spiel im Stadion mit Ihren Kollegen aus der Vereinsführung zusammengesessen, um über das Krisenmanagement zu sprechen?
Wir haben uns im Ehrengastraum auf informeller Ebene ausgetauscht und das Spiel Revue passieren lassen. Um 23.20 Uhr bin ich nach Hause gefahren.
Mit welchem Gefühl?
Mit einem relativ positiven. Meine Analyse lautet, dass die Mannschaft eine deutliche Leistungssteigerung gezeigt hat. Da setzte sich die Tendenz aus der Partie gegen Schalke fort. Die Spieler waren willig und einsatzfreudig. Auch Alexander Hleb präsentierte sich stark verbessert. Das sehen meine Kollegen aus dem Aufsichtsrat und dem Vorstand genauso. Das Team hat bewiesen, welches Potenzial in ihm steckt. Das macht Hoffnung – auch wenn die letzte Abgeklärtheit noch gefehlt hat.
Entschuldigung, aber ist diese Sichtweise nicht ein bisschen zu euphorisch?
Nein, ich habe den Eindruck, dass die Entwicklung ähnlich ist wie in unserer Wirtschaft. Hier wie dort haben wir den Tiefpunkt überwunden. Es geht aufwärts, auch wenn wir noch lange nicht da sind, wo wir hinwollen.
Davon ist der VfB sogar noch weit entfernt. Das belegen die Ergebnisse in der Bundesliga und in der Champions League.
Natürlich sind wir mit den Ergebnissen nicht zufrieden. Das muss sich ändern. Wir brauchen noch etwas Geduld. Dann platzt der Knoten.
Das muss er wohl auch bald, denn sonst dürfte die Entlassung des Trainers Markus Babbel unvermeidlich sein.
Eine Trainerdebatte ist zum jetzigen Zeitpunkt unangemessen. Die lassen wir nicht zu. Das wäre das Verkehrteste, was wir machen könnten. Aktionismus hilft nicht weiter. Wir müssen Ruhe bewahren.
Aber es ist unruhig beim VfB.
Natürlich haben wir uns das vor der Saison alle anders vorgestellt. Aber eindeutig ist doch, dass Markus Babbel wesentlich dafür verantwortlich ist, dass die Aufwärtsentwicklung eingesetzt hat. Es ist nicht so, dass er nicht mehr an die Mannschaft herankommt – ganz im Gegenteil. Ich kann beim besten Willen nicht feststellen, dass es da ein Problem gibt. Das Verhältnis ist intakt.
Sagen Sie das vielleicht auch, weil es auf dem Trainermarkt momentan keinen überzeugenden Kandidaten gibt?
Das hat damit nichts zu tun. Ich werde dieses Thema nicht vertiefen. Solche Grundsatzdiskussionen sind kontraproduktiv. Wir sind auf dem richtigen Weg. Den werden wir alle unterstützen.
Wo liegen dann die Gründe der Talfahrt?
Es gibt nicht einen oder zwei konkrete Gründe. Sonst wäre es leicht, das Übel abzustellen, und alles wäre gelöst.
Sie dürfen gerne viele Gründe aufzählen.
Tatsache ist, dass einige Spieler zu Saisonbeginn nicht fit waren. Zudem konnte sich die Mannschaft während der Saisonvorbereitung nicht einspielen. Ein Zusammenwachsen war nur schwer möglich. Dieser Prozess kann erst jetzt über die Spiele erfolgen, was selbstverständlich kein Idealzustand ist.
Das ist vor allem deshalb so, weil die Neuzugänge sehr spät verpflichtet wurden.
Das stimmt. So konnten sich die neuen Spieler bei uns nur schwer integrieren.
Machen Sie dem Manager Horst Heldt deshalb einen Vorwurf?
Nein. Ich kann in der Transferpolitik der sportlichen Leitung keine Versäumnisse bemängeln. Die Verantwortlichen sind im Interesse des Vereins korrekt vorgegangen und haben die Zockereien von Spielern und deren Beratern nicht mitgemacht. Hinter dieser Strategie stehe ich voll und ganz.
Dafür muss der VfB jedoch einen ziemlich hohen Preis zahlen.
Dennoch werden wir nie bereit sein, finanzielle Forderungen zu erfüllen, die astronomisch sind. Denn für uns sind neben dem Sport auch wirtschaftliche Erwägungen von zentraler Bedeutung. Das sind wir dem Verein schuldig. Diesen Kurs der Vernunft werden wir nicht verlassen. Die Alternative ist definitiv schlechter.
Von Erwin Staudt ist schon lange nichts mehr zu hören. Wäre der Präsident nicht gerade in diesen schwierigen Zeiten gefordert – oder warum sagt Staudt nichts?
Das müssen Sie ihn selber fragen. Wir haben mit Horst Heldt einen Sportdirektor im Vorstand, der dieses Feld abdeckt.
Was muss passieren, damit der VfB die Krise meistern kann?
Wir haben drei ganz wichtige Spiele vor uns – am Samstag gegen Hannover, am Dienstag im Pokal bei der SpVgg Greuther Fürth und dann gegen den FC Bayern. Da muss die Mannschaft wieder engagiert auftreten, die Aufwärtstendenz fortsetzen und die Zuschauer begeistern – und die Ergebnisse müssen stimmen.
So einfach ist das?
Ja, das ist es, was ich erwarte.

StZ
Dem Cheftrainer des VfB, Markus Babbel, steht beim Auswärtsspiel gegen Hannover 96 am Samstag, 24. Oktober, um 15.30 Uhr in der AWD-Arena nahezu das komplette Team zur Verfügung.
Sicher ausfallen werden jedoch Cacau mit einem Muskelfaserriss im Hüftdrehmuskel und Georg Niedermeier, der an einer Bänderdehnung im Sprunggelenk laboriert. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Sami Khedira, der erneut Probleme mit seinem Mittelfuß hat.
“Es ist höchste Zeit, dass wir wieder gewinnen.”
Gegen den Tabellennachbarn aus Niedersachsen soll am Wochenende die positive Entwicklung aus den Spielen gegen Schalke und Sevilla in ein positives Resultat umgesetzt werden. “Es ist höchste Zeit, dass wir wieder gewinnen. Ich kann mich nicht daran erinnern, in meiner Spielerkarriere dreimal in Folge verloren zu haben. Ich fordere von der Mannschaft, dass sie ihre Chancen nutzt, sich der Situation stellt, keine Angst hat und alles dafür tut, dieses Spiel zu gewinnen”, sagte Markus Babbel. In den vergangenen Partien haben oft individuelle Fehler und Unkonzentriertheiten zu Gegentoren geführt. Im Angriff hat in vielen Situationen der letzte Zug zum Tor gefehlt, der letzte Pass kam nicht an oder der Abschluss war zu unpräzise. “Jeder Spieler, der die Chance hat, ein Tor zu machen – egal ob Stürmer, Mittelfeldspieler oder Verteidiger – muss gewillt sein, den Treffer zu machen, Entschlossenheit zeigen und Gefahr ausstrahlen. Und Zweikämpfe müssen bis zuletzt ausgetragen werden, mit voller Konzentration”, sagte der VfB-Cheftrainer eindringlich.
Kein Jammern und Wehklagen mehr
Jeder Einzelne müsse gefährliche Situationen früher erkennen und eingreifen, bevor es zu spät sei, so der 37-Jährige, der sich selber der Verantwortung gegenüber dem Verein und den Fans stellt. “Ich gehe voran! Und ich erwarte von der Truppe, dass sie mir folgt.” Dass sich Einsatz, Wille und Hartnäckigkeit auszahlen, bewiesen zuletzt Ricardo Osorio und Elson, die “beide eine sehr gute Leistung gegen Sevilla gezeigt haben. Elson hat gute Chancen, von Beginn an zu spielen. Er hat sich aufgedrängt und auch schon gegen Schalke nach seiner Einwechslung gut gespielt. Und Ricardo hat seine Chance gegen Sevilla genutzt”, sagte Babbel. Er erwarte Taten, anstatt Jammern und Wehklagen, das niemandem helfe. “Die Wahrheit liegt bekanntermaßen immer noch auf dem Platz.”

www.vfb.de

Ich hatte heute mal wieder Zeit zum Training zu gehen, da ich sowieso nach Cannstatt mußte, bot sich das an. Leider bekam ich aber nicht wirklich viel zu sehen. Die Mannschaft lief überwiegend rundherum ums Trainingsgelände und machte zwischendurch und anschließend Gymnastik. Danach jonglierte man noch ein wenig in fröhlichen Runden und mehr und mehr Kameraden seilten sich in Richtung Kabine ab. Georg Niedermeier machte mit Gerhard Wörn Aufbautraining.

Die Torhüter trainierten mit Ebo Trautner unter sich. Nach den gymnastischen Übungen übten sich Julian Schieber und Roberto Hilbert unter Anleitung von Rainer Widmayer im umspielen von Pseudogegenspielern mit anschließendem Torabschluß. Eine zweite Trainingsgruppe bildeten Yildiray Bastürk und Thomas Hitzlperger. Was diese Konstellation zu bedeuten hat, frage ich mich schon. Wird Thomas Hitzlsperger noch mehr degradiert oder rückt Yildi näher an die Mannschaft heran?

Horst Heldt zeigte heute auch Präsenz.
Alles in allem also nicht so der Bringer heute. Ich hätte mir schon gewünscht, daß es mehr zur Sache geht und Eckbälle und Freistöße trainiert werden. Zumal laut VfB-Homepage heute kein zweites Training mehr stattfindet. Das Abschlußtraining morgen findet unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Bleibt zu hoffen, daß dann die Schwachstellen trainiert werden. Schließlich benötigen wir am Samstag in Hannover die 3 Punkte ganz dringend. Und, um den Ernst der Situation zu begreifen, müßten vielleicht auch im Training die Reize erhöht werden. Jungs, bitte nicht schon im voraus ergeben:

Zum Abschluß bekam ich noch mein persönliches Erfolgserlebnis. Kürzlich hatte ich im Stadion, als die Mannschaft in die Kurve kam, einen Handschuh von Jens Lehmann gefangen, den ich heute unterschreiben lassen konnte.
Mein nächster Bericht kommt dann am Sonntag von den Erlebnissen und Eindrücken aus Hannover, bis dahin, viele Grüße
Franky
Auch Sevilla entführt alle 3 Punkte aus der Mercedes-Benz-Arena
Vierte Heimniederlage in Folge. In der Champions League vor dem Aus, in der Bundesliga der schlechteste Start seit 1974/75 und gerade mal einen Punkt vor einem Abstiegsplatz. Der VfB im Herbst 2009 am Rande des Abgrunds. Der FC Sevilla hat dem VfB einmal mehr die Grenzen aufgezeigt. Eine taktisch konzentrierte Leistung und das eiskalte Ausnutzen der Stuttgarter Fehler reichten für einen ungefährdeten Sieg. Als Fan stellt man sich schon die Frage, wie das weitergehen soll. Der Trainer kann weder vorne die Chancen reinmachen, noch hinten “seinen Mann” decken. Daß die Tore aus Standardsituationen resultierten läßt auch die Mannschaftsführung verzweifeln. Aber, jeder kennt die Mechanismen des Geschäfts, der Trainer ist das schwächste Glied in der Kette und wird bald die Koffer packen müssen, wenn die Resultate weiter nicht stimmen. So leid es mir für Markus Babbel tun würde. Aber was dann? Wer soll kommen? Ein Marcel Koller, der schon Bochum und Köln an die Wand gefahren hat und nicht gerade für eine kooperative Zusammenarbeit mit der Medienwelt bekannt ist? Ein Großverdiener wie Jürgen Klinsmann oder Bernd Schuster, die uns im Falle des Scheiterns riesige Abfindungen kosten würden, selbst aber in ihren Trainerkarrieren noch nicht allzu viel gerissen haben? Mir fällt kein Name ein, der jetzt verfügbar wäre. Von einem Schnellschuß aus der Verzweiflung heraus halte ich nichts.
Daß die Mannschaft lebt hat sie gestern gezeigt. Es müssen jetzt schnellstens die Fehler abgestellt werden. Daß Alex Hleb bereits zum 2. Mal in Folge indirekt die Niederlage eingeleitet hat, ist bezeichnend. In Schalke führte sein Ballverlust zum 0:1, gestern gegen Sevilla ließ er Adriano nach einer kurzen Ecke flanken, woraus das 0:1 resultierte. Ich muß zugeben, daß ich begeistert war, als Alex Hleb als Neuzugang vorgestellt wurde. Mittlerweile hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Zum einen erschrecken mich die Zahlen, die kursieren, was er angeblich verdienen soll, zum anderen reicht seine Luft gerade mal für eine Halbzeit. Ich frage mich, was der Junge den Sommer über getan hat. Ich würde mir wünschen, daß in Hannover endlich mal Elson in der Startelf steht. Dem wird ja immer nachgesagt, daß er keine Luft für 90 Minuten hätte… Gestern hat er nach seiner Einwechslung mächtig aufgedreht und uns zumindest noch einmal an der Wende schnuppern lassen, nicht nur wegen seines genialen Freistoßes.
Außer den Unkonzentriertheiten in der Abwehr und Rückwärtsbewegung, macht mir unser Sturmproblem noch größere Bauchschmerzen. Die letzten Jahre war unsere Abwehr auch nicht gerade eine Bank und für 1, 2 Gegentore gut, das wurde aber durch eine starke Offensive kompensiert. Es zeigt sich mehr und mehr, daß M. G. aus M. nicht ersetzt wurde. Der Pavel Pogrebnjak kann ihn nicht im Ansatz ersetzen und macht den Eindruck, daß er schon resigniert hätte. Er ist nur noch ein Schatten seiner ersten Spiele und bringt kaum mehr einen Ball unter Kontrolle. In dieser Verfassung hilft er uns nicht weiter. Cacau rackert zwar, es fehlt ihm aber dann vor dem Tor die Ruhe und die Kraft. Möglicherweise fällt er jetzt zu allem Überfluß noch verletzt aus. Julian Schieber konnte sich gestern kaum durchsetzen, hat aber großes Potential. Schließlich haben wir noch einen Marica, der sich zur Zeit nur noch auf der Tribüne wiederfindet und dem der große Durchbruch nicht mehr zugetraut wird.
In der Winterpause muß reagiert werden. Der aufgeblähte Kader muß abgespeckt, ein Torjäger muß geholt werden. Beides wird sicher nicht einfach sein, ich hoffe der Hotte Heldt arbeitet da jetzt schon daran.
Am Samstag in Hannover muß gewonnen werden. Für dieses Spiel habe ich eigentlich ein gutes Gefühl. Hannover dürfte ein Kaliber sein, das mit der jüngsten Leistungssteigerung machbar sein müßte. Wir sind dabei und übernachten in der Leinestadt. Bilder vom Spiel gibt es dann am Sonntag auf www.Frankys-Stadionpics.de, einen Bericht über das Wochenende hier an gleicher Stelle.
Bis dahin, haltet die Ohren steif,viele Grüße
Franky
Ein wütender Sportdirektor, ein trotziger Trainer und ein unverschämter Spieler – beim VfB Stuttgart heißt es nach der erneuten Pleite gegen den FC Sevilla jeder gegen jeden. Klar ist: Eine Niederlage in Hannover dürfte Markus Babbel den Job kosten.
So klein wie er ist, so groß ist in diesem Moment seine Wut. Horst Heldt, Sportdirektor des seit Wochen kriselnden VfB Stuttgart, stand nach der bitteren 1:3-Champions-League-Heimniederlage gegen den FC Sevilla wie so oft am Rande der Pressekonferenz und lauschte den Worten seines Teamchefs Markus Babbel. Umringt von einer Schar wartender Journalisten hörte er da was von “großem Engagement”, “einem guten Spiel der Mannschaft” und einer “Leistung, auf die man aufbauen” könne. Worte, die bei Heldt nicht einmal ein müdes Lächeln hervorzaubern konnten. Denn Ähnliches hatte er auch nach der letzten Heimpleite gegen den FC Schalke 04 vernommen.
Heldt hat derzeit einfach die Nase gestrichen voll. Natürlich hatten die Schwaben gegen die diesmal gar nichts so übermächtigen Andalusier alles gegeben, hatten speziell zu Beginn des Spiels einige gute Szenen und daraus resultierend einige gute Gelegenheiten. Nur Tore fielen in dieser starken Phase keine. Mal wieder nicht. Egal ob Julian Schieber, Cacau, Alexander Hleb oder Zdrako Kuzmanovic – sie alle vergaben. Oder besser: versagten?
Zweifel an der Qualität
Zu letzterem Eindruck neigt auch Heldt. “Vielleicht fehlt es einfach an Qualität”, diktierte er der Presse in die Blöcke. Und schüttelte immer wieder verzweifelt mit dem Kopf, wenn er auf die individuellen Fehler zu sprechen kam, die auch diesmal – ähnlich wie bei den drei Heimschlappen zuvor – zu den Gegentreffern führten. In der Tat ist es erschreckend, wie verunsichert und unkonzentriert die VfB-Akteure derzeit in den entscheidenden Situationen agieren. Schülermannschaft lässt grüßen.
Aber genau diese Schwachstellen zu beseitigen, gehört zum Aufgabenbereich des Trainers. Babbel aber versucht weiterhin ruhig zu bleiben, appelliert an die Moral und redet seine Mannschaft stark. “Ich bin zuversichtlich, denn ich habe insgesamt ein gutes Spiel von uns gesehen”, sagte er am späten Dienstagabend nach der Partie und gibt seinen Spielern damit indirekt ein Alibi. Mangelnde Autorität wurde ihm erst jüngst vorgeworfen.
Babbel kocht
Im Innersten scheint es aber auch bei Babbel mittlerweile anders auszusehen. Oder wie ist es zu erklären, wenn er sich vor die Fernsehkameras stellt und seine Spieler auffordert, sich jetzt “nicht verpissen” zu dürfen. Harte Worte, die deutlich machen, wie es um das Nervenkostüm Babbels momentan bestellt ist. Kein Wunder, ist es doch seine erste derart schwere Situation in der jungen Trainerlaufbahn.
Wenn Heldt in seiner mitternächtlichen Analyse davon spricht, dass ein Spieler wie der eigentlich schon aussortierte Ricardo Osorio zu den Gewinnern des Abends gehörte, zeigt das auch, dass Babbel in dieser Saison nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Der späte Systemwechsel, zu frühe Rotation, zu häufige Wechselspiele mit einzelnen Spielern, die beispiellose Degradierung des Kapitäns Thomas Hitzlspergers – nicht alle Maßnahmen Babbels fanden im Stuttgarter Umfeld Verständnis.
Unverschämter Hleb
Die Spieler selbst scheinen sich der prekären Lage nicht immer bewusst zu sein. Manche verließen nach der Sevilla-Pleite wortlos die Mercedes-Benz-Arena, andere stellten sich und gaben Durchhalteparolen von sich. Und einer wurde unverschämt: “Die Pfiffe der Fans sind mir scheißegal, die bedeuten mir nichts”, sagte der erneut mäßig spielende Hleb zu den Vorkommnissen bei seiner Auswechselung. Derartige Verbalfouls bringen den VfB garantiert nicht weiter.
Vor einigen Tagen sprach Heldt davon, “nachts nicht mehr schlafen zu können.” Dieses kräftezehrende Befinden wird sich nicht gebessert haben. Er muss sich noch mehr Gedanken machen. Marcel Koller, Jürgen Klinsmann, Bernd Schuster – die potentiellen Nachfolger Babbels geistern schon durchs Schwabenland. Eine Niederlage am Wochenende bei Hannover 96 und der Teamchef wird schwer zu halten sein. Das weiß auch der kleine, wütende Horst Heldt.

Wie lange noch vereint?
Quelle: Stern online 21.10.09