26. Oktober 2009
In der Bundesliga und in der UEFA-Champions League hatte der VfB zuletzt viel Pech. Gegen Schalke, Sevilla und Hannover war man nicht die schlechtere Mannschaft, am Ende stand man jedoch jedes Mal ohne Zählbares da.
Die Höhepunkte der glücklosen Szenen im Spiel der Babbel-Elf waren das Abseitstor von Didier Ya Konan und die beiden Pfostenschüsse von Elson und Thomas Hitzlperger gegen Hannover 96. Da kommt das Spiel am Dienstag im Achtelfinale des DFB-Pokals gerade recht. “Es wird Zeit, dass wir für unsere Arbeit wieder mit einem Sieg belohnt werden. Ich bin mir sicher, dass wir in Fürth auch wieder mehr Glück haben, als zuletzt”, sagte Markus Babbel. Im Spiel beim Zweitligisten muss der Cheftrainer des VfB weiter auf Cacau (Muskelfaserriss), Georg Niedermeier (Bänderdehnung), Sami Khedira (Überlastungsreaktion im Fuß) und Martin Lanig (Reha nach Kreuzbandriss) verzichten.
Tabellenachte der 2. Liga verfügt über spielerische Klasse
Insbesondere Mittelfeldspieler Lanig wäre beim Pokalfight gegen seinen Ex-Club sicher gerne dabei, erzielte er doch auch beim letzten Vergleich in der diesjährigen Saisonvorbereitung per Volleyschuss das 3:0 (Endstand 5:0). Auch wenn das Ergebnis eine an sich deutliche Sprache spricht, spiegelt es nicht den damaligen Spielverlauf wieder. “Ich hoffe keiner unser Spieler denkt noch an das Ergebnis. Denn in diesem Spiel haben wir uns trotz des hohen Siegs nicht gut präsentiert. Vielmehr haben wir den Fürthern zu viele klare Torchancen zugelassen, die sie nur nicht in Tore ummünzen konnten”, sagte Babbel und kündigte an: “Für uns kann es nur ein Ziel geben, das Erreichen des Viertelfinals!” Doch der 37-Jährige weiß um die spielerische Klasse des aktuellen Tabellenachten der 2. Liga. “Die Mannschaft verfügt über großes Potential, was sie in der Liga immer wieder andeutet.”
Fürth musste bisher zweimal in die Verlängerung
Die “Kleeblättler” präsentieren sich in dieser Saison allerdings bisher als Wundertüte. Einem Auswärtserfolg bei Union Berlin (2:1) folgte am vergangenen Freitag zu Hause ein 1:2 gegen die TuS Koblenz. Im Pokal setzte sich das Team von Trainer Benno Möhlmann zweimal in der Verlängerung durch. In Runde eins des Wettbewerbs mit 1:0 gegen Wormatia Worms und in Runde zwei mit 3:2 gegen Rot Weiss Ahlen. Doch auch der VfB hatte in den bisherigen zwei Partien so seine Probleme, erreichte letztendlich aber das Achtelfinale dank zweier Siege gegen Sonnenhof Großaspach (4:1) und den VfB Lübeck (3:1). Deshalb warnte aber Vorstand Sport Horst Heldt auch vor der Begegnung am Dienstagabend um 19.00 Uhr im Fürther Playmobil-Stadion: “Bisher haben wir uns im Pokal sehr schwer getan. Aber ich bin überzeugt davon, dass sich das Team in Fürth so präsentiert, dass wir unserem großen Ziel Berlin einen Schritt näher kommen.”
Quelle VfB
Vor zwei Jahren verließ Bernd Nehrig den VfB. Nun spielt er bei der SpVgg Greuther Fürth, Gegner des VfB im Achtelfinale des DFB-Pokals am Dienstag, 27. Oktober, um 19.00 Uhr im Playmobil-Stadion. www.vfb.de sprach mit dem 23-Jährigen über das Spiel gegen seinen Ex-Club, seine Entwicklung und seinen neuen Verein.
Hallo Bernd, vor gut zwei Jahren hast Du den VfB verlassen und über den Umweg Unterhaching dein Glück bei Deinem heutigen Verein, der SpVgg Greuther Fürth, gesucht. Was hat sich seitdem alles für Dich verändert?
Bernd Nehrig: “Ich habe mich weiterentwickelt und konnte in der zweiten Liga Fuß fassen. Dazu trägt sicher auch bei, dass ich hier viele Einsätze bekomme.”
Bernd Nehrig: “Du hast Dich in Fürth von Beginn an zum Leistungsträger und Stammspieler entwickelt. Du scheinst Dich dort wohl zu fühlen?
Bernd Nehrig: “Mir geht es gut hier. Das Umfeld ist sehr familiär, und wir pflegen auch innerhalb der Mannschaft einen sehr freundschaftlichen Umgang miteinander. Die SpVgg ist ein etablierter Zweitligist, der sehr professionell geführt wird und sich immer weiter verbessert. Bei der Trainingsarbeit legt Benno Möhlmann viel Wert auf die individuelle Verbesserung der einzelnen Spieler. Dazu gehört auch die Einbindung eines Fitness-Trainers.”
Du hast fast zehn Jahre beim VfB Fußball gespielt. Was für Erinnerungen verbindest Du mit dem VfB? Zu wem hast Du heute noch Kontakt?
Bernd Nehrig: “In Erinnerung bleiben natürlich die Titel und Erfolge: Wir haben zweimal die deutsche A-Jugend-Meisterschaft gewonnen, waren zweimal im Finale mit der B-Jugend, ich habe den Sprung in die Regionalliga-Mannschaft und zu den Profis geschafft. Regelmäßigen Kontakt habe ich noch zu Jugendleiter Frieder Schrof. Und mit ein paar früheren Mannschaftskollegen wie Christian Gentner oder Peter Perchtold telefoniere ich immer wieder mal.”
Jetzt triffst du im Pokalduell auf Deinen alten Club. Was für ein Spiel wird das für Dich im DFB-Pokal? Bist Du besonders motiviert gegen den VfB?
Bernd Nehrig: “Es ist für mich ein Spiel wie jedes andere. Ich muss da nichts beweisen, sondern wir wollen das Spiel für uns positiv gestalten und die Überraschung gegen den haushohen Favoriten schaffen.”
Fußball-Deutschland hat in den vergangenen Jahren immer wieder erlebt, wie Fürth am Ende einer guten Saison den Aufstieg ins Fußballoberhaus nicht schaffte. Wieso sollte die SpVgg aus Deiner Sicht dennoch in der 1. Bundesliga spielen?
Bernd Nehrig: “Weil dieser Verein gut geführt ist, weil wir wieder eine gute Mannschaft haben, weil hier großartige Arbeit trotz begrenzter Mittel geleistet wird. Die Fürther, die Fans, der Präsident und die Menschen, die für die SpVgg arbeiten, hätten es verdient, dass diese Arbeit belohnt wird. Und wir könnten zeigen, wer die wahre Nummer eins in Franken ist.”
Spielt das Testspiel vor der Saison zwischen den beiden Mannschaften in euren Hinterköpfen eine Rolle?
Bernd Nehrig: “Nein, das war nur ein Vorbereitungsspiel, in dem wir auch körperlich noch nicht auf der Höhe waren. Und so schlecht, wie das Ergebnis vielleicht vermuten lässt, waren wir bis zum 0:2-Rückstand nicht. Das Pokalspiel hat nun einen völlig anderen Charakter. Und beide Mannschaften haben sich in den ersten Runden schwer getan. Der VfB als Erstligist und Champions-League-Teilnehmer geht als Favorit in diese Partie.”
Ihr habt euch in den jüngsten Zweitligapartien trotz der 1:2-Niederlage am vergangenen Freitag gegen die TuS Koblenz in einer guten Verfassung präsentiert. Wer kommt also eine Runde weiter, Fürth oder der VfB?
Bernd Nehrig: “Ganz klar die SpVgg! Weil wir derzeit in der besseren Form sind, weil wir Selbstvertrauen und den Willen haben, um das Spiel für uns zu entscheiden.”
Quelle VfB
FIFA-Schiedsrichter Babak Rafati leitet die Partie des VfB bei der SpVgg Greuther Fürth am Dienstag, 27. Oktober, um 19.00 Uhr im Playmobil-Stadion. Die Achtelfinalbegegnung im DFB-Pokal ist bereits das zweite Spiel mit VfB-Beteiligung in dieser Saison für den 39-jährigen Bankkaufmann.
Babak Rafati pfiff am vierten Spieltag das 0:0-Unentschieden des VfB in der Mercedes-Benz Arena gegen den 1. FC Nürnberg. Der Hannoveraner zeigte auf Seiten der Babbel-Elf Timo Gebhart die gelbe Karte. Bei Nürnberg sah Marcel Risse Gelb. Im DFB-Pokal war Babak Rafati, der seit 1997 DFB-Schiedsrichter und seit 2008 FIFA-Referee ist, bislang noch nie Unparteiischer, wenn der VfB gespielt hat. Assistiert wird er am Dienstag von Holger Henschel und Patrick Ittrich an den Seitenlinien. Vierter Offizieller ist Christian Schößling.
Quelle VfB
Hannover – Es gibt nahezu kein Spiel mehr, in dem Jens Lehmann nicht unangenehm auffällt. Inzwischen spaltet der Ex-Nationalkeeper nicht mehr die Gemüter – er eint die Fans: in ihrem Spott und in ihrer Ablehnung. Lehmann ist Reiz- und Witzfigur zugleich.
Letzteres im Comic der Stadionzeitung von Hannover 96. Unter der Überschrift “Professionell” wird Lehmann wegen seiner Helikopterflüge zwischen der Arbeitsstätte Stuttgart und seinem Wohnort Starnberg karikiert. Kostprobe eines Dialogs vor dem Abflug: “Tschüss Hasi! Ich mach’ dann mal los, ein bisschen in Hannover im Tor stehen.”
Nur dabei hat es der 39-jährige Essener nicht belassen. Am Samstagnachmittag fügte er dieser traurig-tragischen Geschichte einer Selbstdemontage auf Raten ein weiteres Kapitel hinzu. Lehmann legte sich mit einem Balljungen an, weil der aus Sicht des Torwarts (”Was soll der Scheiß”) zu langsam handelte. Entscheidend ist aber das Ende dieser Szene. Der Balljunge düpierte Lehmann, indem er den Ball über den VfB-Keeper hinweg warf. Nüchtern betrachtet: Ein klarer Verstoß gegen alle Regeln des Anstands und des Fair Play. Und daher hat Lehmann auch recht, wenn er dieses Verhalten anprangert.
Was er allerdings vergisst: Er ist Woche für Woche Vorbild für genau dieses Verhalten. Junge Menschen sehen genau hin, wenn er sich danebenbenimmt:
In der Schiedsrichter-Affäre mit Felix Brych nach dem 0:3 in Dortmund: “Schade, dass man mit solchen Leuten konfrontiert wird.”
In der Stirnband-Affäre, als er seinem Mitspieler Khalid Bouhlarouz respektlos das Stirnband vom Kopf reißt.
In der Schuh-Affäre, als er den Schuh von Sejad Salihovic, der herrenlos auf dem Feld liegt, auf sein Tor wirft.
In der Club-Affäre, als er in einer Live-Einspielung in die Mitgliederversammlung die Vereinsführung attackiert und brüskiert.
In der Schlag-Affäre, als er dem Dortmunder Subotic den Ellbogen in den Nacken rammt.
In der Wiesen-Affäre, als Lehmann beim Oktoberfest auf die Heimniederlage gegen Köln anstößt.
Und, und, und. Die Liste ließe sich beliebig verlängern. Lehmann macht – weitgehend ungeahndet -, was er will. Auch am Sonntag – dieser prekären Lage – nimmt er sich seinen obligatorisch freien Tag. Manager Horst Heldt sagt nur: “Das ist normal.” Das klingt ebenso befremdlich wie das Schlusswort von Jens Lehmann in Hannover: “So, ich muss jetzt gehen. Ich muss nach Hause, meine Kinder gut erziehen, damit die sich korrekt verhalten.”

Quelle StZ
Stuttgart – Horst Held steht weiter hinter dem Teamchef Markus Babbel. Allerdings weiß auch der Manager des VfB Stuttgart, dass ordentliche Leistungen bald nicht mehr reichen, solange die Spiele regelmäßig verloren gehen.
Herr Heldt, was gibt Ihnen denn die Zuversicht, dass unter dem Teamchef Markus Babbel die Wende gelingt?
Das Gefühl, dass nicht mehr viel fehlt zu einem Sieg. Wir haben jetzt dreimal ordentlich gespielt und mit Pech verloren. Irgendwann wird das Glück auf unserer Seite sein. Auf der anderen Seite ist gerade das eine gefährliche Situation. Denn wir dürfen uns jetzt nicht an der einen oder anderen gelungenen Spielszene ergötzen und brauchen uns nichts vorzumachen. Es muss schleunigst ein positives Ergebnis her.
Sie haben zuletzt verstärkt mit den Spielern gesprochen, um das Verhältnis zwischen Teamchef und Mannschaft auszuloten. Welche Rückmeldung haben Sie bekommen?
Unzufriedene Spieler gibt es immer, auch dann, wenn man zehnmal hintereinander gewinnt. Das sind diejenigen, die auf der Ersatzbank oder sogar nur auf der Tribüne sitzen. Wir haben nicht nur elf Mann in unserem Kader. Aber Fakt ist auch: die Zeichen sind vorhanden, dass die Mannschaft das umzusetzen versucht, was der Trainer ihr vorgibt.
Welche Zeichen sind das?
Man kann den Spielern nicht vorwerfen, dass sie leidenschaftslos auftreten, keine Emotionen zeigen und sich abschlachten lassen. Das würde ihnen auch nicht gut bekommen. Die meisten haben zuletzt die Tugenden an den Tag gelegt, die in einer solchen Situation gefragt sind. Das zeigt mir, dass das Verhältnis intakt ist.
Wie lange lässt sich die Geduld mit dem Trainer durchhalten, wenn ein Spiel nach dem anderen verloren geht?
Das Wichtigste in so einer Situation ist, dass man Unterstützung hat und alle in einem Boot sitzen. Das ist bei uns der Fall – im Verein, aber auch aufseiten der Fans. Es ist großartig, wie sie derzeit die Mannschaft unterstützen. Gerade jetzt brauchen wir sie, und nun zeigt sich die Identität dieser Gemeinschaft. Alle haben erkannt, dass wir in einer Situation sind, in der wir als Gemeinschaft auftreten müssen, um dieses Tal durchschreiten zu können. Aber klar ist auch, dass das nicht ewig klappt, wenn die Resultate ausbleiben.
Welche Bedeutung hat das DFB-Pokalspiel in Fürth?
Das ist doch eindeutig: eine ganz große. Wir müssen dieses Spiel gewinnen.
Sonst muss Markus Babbel gehen?
Einzig und alleine die Spieler, die auf dem Platz stehen, sind in der Lage, die Wende herbeizuführen. Sie stehen jetzt in der Pflicht.
Wie groß ist Ihre Sorge, dass der VfB schon zu einem so frühen Zeitpunkt alle seine Ziele aus dem Auge verliert?
In der Bundesliga sind wir schon weit abgeschlagen. Wir haben einen großen Rückstand auf die Spitze – der lässt sich nicht jedes Jahr aufholen, so wie uns das mit einem Kraftakt in der Vorsaison gelungen ist. Jetzt stecken wir im Abstiegskampf, das ist nun einmal eine Tatsache. Wir brauchen gar nicht an etwas anderes zu denken, als da wieder rauszukommen. Das wäre im Moment Träumerei. In den anderen beiden Wettbewerben aber, in der Champions League und im Uefa-Pokal, haben wir noch Ziele, die wir erreichen können.
Quelle StZ