30. November 2009

VfB am Abgrund: Heute soll Babbel entlassen werden

Der Blick geht ins Leere. 77 Minuten sind absolviert, als Markus Babbel einem Häufchen Elend gleicht. Der Teamchef erweckt den Eindruck, als könne er nicht fassen, was da auf dem Platz passiert. Teilnahmslos sitzt er auf seiner Bank. Damit passt er sich dem Bild an, das seine Profis hinterlassen. Am Ende steht eine 0:4-Pleite. Nach dem Abpfiff in Leverkusen verschwindet Babbel sofort in der Kabine – weil er spürt, dass das auch der Abpfiff für ihn beim VfB Stuttgart war?
Am Montag soll die Entlassung des Teamchefs verkündet werden. Das war das Signal am Sonntagabend – und dafür hat Horst Heldt schon in der Halbzeitpause das Feld bestellt. In einer Wutrede rechnete der Manager ab – direkt mit der Mannschaft, aber indirekt auch mit Babbel, der für den Zustand des Teams verantwortlich ist. Unfassbar sei das, was der VfB biete, sagte Heldt – und fuhr fort: Er sprach von einer “Vollkatastrophe” und davon, dass die Spieler nichts begriffen hätten. “Alle elf soll er auswechseln”, sagte der Manager. Das Zeichen war klar: das Maß ist voll.

Seit Wochen ist der VfB hin- und hergerissen, weil es im Club zwei Fraktionen gibt. Die eine Seite befürchtet, dass es unter Babbel immer schlimmer wird und dass die Mannschaft völlig aus dem Ruder läuft. Diese Position wurde in Leverkusen mehr als bestätigt. Die andere Hälfte der Vereinsführung wollte in der Trainerfrage trotz aller Bedenken nicht vor der Winterpause handeln – allerdings mit der Einschränkung, dass es bis dahin keinen sportlichen Offenbarungseid gibt. Den hat sich die Mannschaft aber in Leverkusen geleistet.

Schon am vergangenen Dienstag war intern klar besprochen worden, dass Babbel seinen Posten räumen muss, wenn der VfB in der Champions League bei den Glasgow Rangers verliert. Die Elf gewann dann zwar mit 2:0, doch in der Liga droht nun eine Horrorvision Wirklichkeit zu werden. Tabellenplatz 17 ist erreicht, was im Mai den direkten Abstieg in die zweite Liga bedeuten würde. In dieser bedrohlichen Situation sei sich der Vorstand seiner Verantwortung gegenüber dem Club bewusst, hieß es bereits vor der Partie bei den Rangers.

Allerdings hat den VfB das Debakel in Leverkusen unvorbereitet getroffen. Es existierte kein Plan wie in Glasgow, wonach ein bestimmtes Ergebnis automatisch die Trennung von Babbel nach sich zieht. Deshalb wird der VfB heute abschließend beraten, was zu tun ist. Dabei dürfte es jedoch kaum noch Argumente für ein Festhalten an Babbel geben. Nichts mehr spricht für ihn – auch wenn sich der Teamchef gestern Abend noch kämpferisch zeigte. Es könne doch nicht sein, dass jedes Jahr ein neuer Kopf hermüsse, “der die Jungs zum Laufen bringt”, sagte Babbel, “ich hoffe, dass ich weitermachen darf”.

Aber solche Sätze sagt er seit Wochen. Geholfen hat es nichts. Deshalb sondierte Heldt nicht erst seit gestern den Trainermarkt – und er ist fündig geworden. Die Entscheidung fällt zwischen zwei Kandidaten – wobei es nach StZ-Informationen einen Favoriten gibt: Christian Gross, dem am ehesten zugetraut wird, die Mannschaft auf Kurs zu bekommen. Der Schweizer betreute zuletzt zehn Jahre lang den FC Basel und gilt als autoritärer Trainer. Einen solchen suchte der VfB, weil die Disziplinlosigkeiten im Kader unübersehbar sind. Auch das hat dazu beigetragen, dass Babbel jetzt keinen Rückhalt mehr in der Vereinsführung besitzt.

STZ online 30.11.09

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26. November 2009

Edinburgh- und Glasgow-Tour und endlich wieder mal ein Sieg!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 22:24

Gegen 7.15 Uhr am Montag ging es für Anita und mich los, um am Flughafen Stuttgart unseren Flieger nach Frankfurt, der planmäßig um 9.50 Uhr abheben sollte, stressfrei zu erwischen. Aufgrund starker Windböen in Frankfurt, startete der Flieger mit etwa 20-minütiger Verspätung. Wir bekamen aber noch den Anschluss nach Edinburgh, auch wenn bei Ankunft am richtigen Gate das Boarding schon begonnen hatte. Der Wind war auch auf dem Flug nach Edinburgh unser ständiger Begleiter. Aufgrund der Wetterumstände aber war der Flug sehr angenehm. Gegen 14 Uhr schottischer Zeit landeten wir in Edinburgh und fuhren auch gleich mit dem Airport Shuttle in die City, wo wir unser Zimmer im Holiday-Inn Hotel bezogen. Da wir den Rest der Gruppe, die von Memmingen aus nach Edinburgh flogen, erst gegen 18 Uhr erwarteten, zogen wir zunächst alleine los und erkundeten zu Fuß die Innenstadt. Edinburgh gilt ja als eine der schönsten und für Touristen attraktivsten Städte Europas. Auch uns hat die Stadt sehr gut gefallen, auch wenn wir zum einen insgesamt wenig Zeit hatten, zum anderen das Wetter für touristische Aktivitäten nicht sehr einlud. Der Montag ging eigentlich noch, da war es nur windig aber noch weitgehend trocken. Wie bereits erwähnt, sind wir irgendwann dann auch wieder zurück ins Hotel, um auf die Anderen zu warten, die dann auch bald eintrafen. Dann, als Tanja, Stefan, Gise, Uwe und Inge kamen, war das Hallo natürlich riesig. Aber halt: einer fehlte ja noch, Winne, der hatte sich schon in einem Pub mit den Einheimischen angefreundet. :-) .

Nach dem Einchecken und auch dem Eintreffen von Winne zogen wir dann los Richtung Innenstadt, um etwas zu trinken und zu essen. Die Pubs sind gemütlich, die Leute freundlich und die Preise aufgrund des Kursverlustes des Britischen Pfundes inzwischen mit unseren vergleichbar, teilweise sogar eher günstiger.

Hoch die Tassen

Hoch die Tassen

Danach zogen wir weiter in einen anderen Pub, um Jojo und seine Gruppe, die ebenfalls von Memmingen aus flogen, aber in einem anderen Hotel wohnten, zu treffen. Dort verbrachten wir den Rest des Abends und feierten noch in Winnes Geburtstag hinein. Und das sogar 2 Mal, einmal um 12 Uhr schottischer und dann noch mal um 12 Uhr deutscher Zeit. :-)

Smalltalk im Pub

Smalltalk im Pub

Am Spieltag trafen wir uns zeitig zum Frühstück, um vor der Bahnfahrt nach Glasgow noch ein wenig die Stadt zu erkunden. Inzwischen war das Wetter nicht mehr nur grau, inzwischen hatten wir Dauerregen und es war nasskalt. Dennoch liefen wir Richtung Edinburgh Castle und trotzten dem Wetter, um wenigstens etwas von Edinburgh zu sehen. Ich muß sagen, die Stadt hat etwas. Ich habe mir fest vorgenommen, zu einer angenehmeren Jahreszeit wieder zu kommen. Da ich inzwischen schon zum dritten Mal mit dem VfB in Schottland war, gehe ich bei unserem “Losglück” davon aus, daß sich Fußball und Kurzurlaub in Schottland in naher Zukunft mal wieder verbinden lassen. Hier ein paar Eindrücke unseres Spaziergangs.

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Danach holten wir unser Gepäck aus dem Hotel und machten uns auf Richtung Waverley Station, dem Hauptbahnhof von Edinburgh, um mit dem Zug nach Glasgow zu fahren.

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Um keine Zeit zu verlieren legten wir den Weg von der Glasgower Queen Street Station zum Holiday Inn in Glasgow mit dem Taxi zum Spottpreis von nur 5 Pfund zurück. Da so eine Zugfahrt durstig macht, testeten wir als erstes unsere Hotelbar. Da die Schotten gestauchtes Bier nicht kennen und es eher eiskalt vernichten, heiligt der Zweck auch manchmal die Mittel. :-) ))

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Danach ging es dann schnurstracks, ebenfalls mit dem Taxi, in den Lauders Pub. Dort warteten bereits Heiko und Nico auf uns, die über Dublin nach Edinburgh kamen. Die Kneipe war voller VfB-Fans, so daß man sich schon einmal in Form singen konnte.

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Langsam kam dann doch Vorfreude auf das Spiel und (vor allem?) das Stadion auf. Nach den zuletzt gezeigten Leistungen, waren die Erwartungen im Keller. Kaum jemand rechnete wirklich damit, daß man die Schotten so einfach wegputzen könnte. Der Dauerregen in Glasgow tat sein übriges. Wie wollen unsere Schönwetterspieler den schottischen Kampfmaschinen Paroli bieten? Bei meinen ersten beiden Glasgow-Besuchen war es doch das gleiche. Wir hatten die vermeintlich bessere Mannschaft und ließen uns von den Schotten den Schneid abkaufen, dann kommt das Publikum, macht das Stadion zum Hexenkessel und unsere Jungs schleichen sichtlich beeindruckt über den Rasen und laden den Gegner zum Toreschießen ein. Warum sollte ausgerechnet jetzt, in der größten Krise seit 1974/75, alles anders werden? Das gute daran: je weniger die Hoffnung, desto geringer die Enttäuschung, wenn das Erwartete eintrifft. Unseren Schottland-Trip würden wir uns jedenfalls von einer desolaten Leistung nicht vermiesen lassen.

Da das Spiel im Ibrox-Park bereits um 19.45 Uhr schottischer Zeit begann, brachen wir gegen 18 Uhr Richtung Stadion auf. Die Buchanan-Station ist unweit des Pubs – die dort verkehrende Metro fährt direkt zum Stadion. An der Station angekommen, kam erst einmal Enttäuschung und Unverständnis auf . Berichten anderer Fans zufolge wurde in den langen Schlangen bis zum Bahnsteig von VfB-Fans geschoben und somit Unruhe gestiftet. Daraufhin ließen die den Eingang bewachenden Polizisten keine VfB-Fans mehr in die Station und forderten uns auf, die 3-4 Meilen bis zum Stadion zu laufen. Daraufhin versteckten wir unsere Fan-Utensilien und nahmen den anderen Eingang, was auch problemlos klappte. Wir befürchteten schon, daß sich dieses Vorkommnis auch auf die Kontrollen am Stadion auswirken würde, was sich aber nicht bewahrheitete. Laut der vom VfB übersetzten und abgedruckten Stadionordnung wären ja nicht einmal Fotoapparate erlaubt gewesen, doch im Stadion blitzte es an allen Ecken und Enden. Der Einlass und die Kontrollen waren eher lasch im Vergleich zu manchem Bundesligaspiel. Vielleicht liegt das am überwiegend guten Benehmen der VfB-Fans bei den letzten drei Glasgow-Besuchen. Ich würde das ganze mal als angemessen bezeichnen, da es sich auch nicht gerade um ein Problemspiel handelte und die Rangers und die VfB-Fans ja auch durchaus gemeinsam gefeiert haben.

Im Stadion war der Gästebereich bereits sehr gut gefüllt, während die Tribünen der Rangers-Fans noch sehr leer waren.Dies änderte sich kurz vor Spielbeginn schlagartig. Die offizielle Zuschauerzahl betrug 41.468, laut Rangers Webseite würden 51.082 ins Ibrox-Stadium hereinpassen, bei CL-Spielen wahrscheinlich etwas weniger. Trotzdem ist das ein Indiz dafür, daß den Schotten angesichts des schwachen Pfundes der Groschen nicht mehr so locker sitzt und andererseits die Fans mit den jüngsten Leistungen der Mannschaft unzufrieden sind. Walter Smith ist ob seiner Defensiv-Taktiken ähnlich umstritten wie bei uns derzeit Markus Babbel.

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Die Stimmung im Stadion war zu Beginn top. Im Bereich der rund 2.500 mitgereisten VfB-Fans war sowieso immer Stimmung. Die Schotten wurden von zwei kleinen Fanblöcken am linken und rechten Rand des VfB-Sektors immer wieder angepeitscht. Für kurze Zeit hat dann auch mal das ganze Stadion mitgemacht, dann hört man natürlich für diese Zeit vom Gästeblock fast nichts mehr. :-) Aber: Gott sei Dank waren das dieses Mal nur kurze Strohfeuer, über weite Strecken war der VfB-Support um Längen besser.

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Beim Abspielen der Champions League Hymne läuft es dann einem nicht so sehr von Champions League Teilnahmen verwöhnten VfB-Anhänger immer noch kalt den Rücken runter. Wenn diese Hymne ertönt, wird man wieder daran erinnert, daß man trotz Relegationsplatz in der Bundesliga noch immer im Kreis der Großen mitspielen darf. Und, anders als 2007, stehen die Chancen aufs Achtelfinale gut, und das obwohl wir bis vor dem Spiel noch sieglos waren.

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Hinein ins Spiel: der VfB war gegenüber dem insgesamt schwachen Auftritt gegen Hertha auf zwei Positionen verändert. Für Marica spielte Pogrebnjak, für Hitzlsperger Osorio. Taktisch kehrte der VfB zur Doppel-Sechs, gebildet von Kuzmanovic und Träsch, zurück. Cacau spielte allenfalls eine hängende Spitze. Der VfB begann engagiert, auch weil die Rangers ihm die Initiative überließen. So gab es bereits in der Anfangsphase eine gute Chance für Cacau, die aber McGregor im schottischen Tor hervorragend vereitelte. Der VfB ließ aber nicht nach und ging bereits nach einer guten Viertelstunde durch den glänzend aufgelegten Sebastian Rudy verdient in Führung. Der Jubel im VfB-Block war natürlich riesig. Einige Unverbesserliche haben aber wohl den Schuß nach dem Frankfurt-Spiel nicht gehört und zündeten ein Bengalo, das dicke Rauchschwaden nach sich zog. So ein Bengalo sieht ja schon gut aus, aber angesichts der drohenden Strafen an den Verein sollten Fans, denen der VfB am Herzen liegt, solche Aktionen tunlichst unterlassen. Nicht auszudenken, sollte der DFB (…gut, in diesem Fall ist die UEFA zuständig…) einmal eine Platzsperre oder ein Geisterspiel aussprechen.

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Alles in allem spielte der VfB souverän nach der Führung und stark leistungsverbessert. In zwei, drei Situationen Mitte der ersten Halbzeit hätte das Spiel nach individuellen Fehlern kippen können, wenn die Schotten ihre Chancen genutzt hätten. Damit hatten sie aber ihr Pulver auch schon wieder verschossen und der VfB das Spiel im Griff. Die 0:1 Pausenführung war hochverdient und die Stimmung im VfB-Block glänzend.

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In der 59. Minute dann erhöhte der schon seit Wochen stark spielende Kuzmanovic auf 0:2, womit das Spiel entschieden war. Der Rest war nur noch Feiern und von einigen auch Häme gegenüber den Rangers Fans, worauf diese natürlich sauer reagierten. Auf die Palme brachte sie als vom VfB-Block die Celtic-Hymne schlechthin “You’ll never walk alone” angestimmt wurde. Genauso beliebt machten sich diejenigen, die Celtic-Schals oder sonstige Celtic-Fan-Utensilien in Richtung der Rangers Fans hielten. Mir ist Celtic auch sympathisch, seit wir dort gespielt haben, trotzdem empfinde ich solche Provokationen als Respektlosigkeit gegenüber den Rangers und unterlasse so etwas deswegen. Schließlich wollen wir hinterher auch mit den Rangers noch ein Bierchen trinken können. :-) Der Großteil der anderen Rangers-Fans machte sich schon ab der 70. Minute in Scharen vom Acker, zu groß war die Enttäuschung über die Leistung der eigenen Mannschaft und dem daraus resultierenden Ausscheiden aus dem Europacup.

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Am VfB hatte ich an diesem Dienstag wenig auszusetzen. Klar waren die Rangers kein Gradmesser, ob die Krise jetzt bewältigt ist. Aber, der VfB hat auch schon bewiesen, daß man trotzdem dort verlieren kann. Das hat der VfB vermieden und war im Grunde fast die gesamten 90 Minuten spielbestimmend. In die Einzelkritik möchte ich daher auch nicht groß gehen. Hervorzuheben sind allerdings Kuzmanovic, Boka und natürlich Rudy. Formverbessert hat sich Aleks Hleb gezeigt. Er hat viel probiert, dribbelte sich aber ein ums andere Mal fest. Allerdings war auch auffällig, daß selten ein Mitspieler mitging und anspielbar war. Pogrebnjak wirkte unglücklich und bei seinen Chancen übernervös. Er rackerte aber immens und lief viel. Ich denke, wenn er mal wieder ein Erfolgserlebnis hat, wird er auch kommen. Vielleicht reicht ja auch mal “nur” ein Stürmertor, daß auch die Kollegen die schon seit Wochen andauernde Flaute beenden können. Scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Gefallen haben mir im übrigen auch Delpierre, Träsch, Osorio und Cacau, wobei ich jetzt doch wieder fast die gesamte Mannschaft aufgezählt habe. :-) .

Die Mannschaft wurde dann auch aufgrund des unerwartet starken Auftritts vom Anhang gefeiert. Höhepunkt der Feierlichkeiten im Stadion war die gemeinsam praktizierte Umba.

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Nach einer rund 15-minütigen Blocksperre verließen wir sehr zufrieden den Ibrox-Park. Der Trip hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Glasgow und die Stadien dort sind immer eine Reise wert, dazu mit einer klasse Truppe unterwegs gewesen und erstmals seit 2 Monaten wieder einen Sieg eingefahren.

Ich hoffe, das war der Anfang vom Ende der Krise. Gegen den Tabellenführer Leverkusen wird es natürlich sauschwer, zumal wir dort in schon deutlich besseren Phasen sehr schlecht ausgesehen haben. Leider fehlt Kuzmanovic am Sonntag wegen seiner gelb-roten Karte gegen Hertha. Auch gegen Leverkusen habe ich persönlich keine besonders hohen Erwartungen. Eine Niederlage wäre normal. Mir geht es mehr um das Wie. Mit einer gesunden Einstellung und hoher Konzentration den Leverkusenern das Leben schwer machen und eigene Nadelstiche setzen. Einfach, den Aufwärtstrend von Glasgow fortsetzen. Wenn man dann verliert und alles versucht hat, der Gegner aber besser war, kann man auch aus so einem Spiel gestärkt hervorgehen und die Punkte dann eben gegen Bochum holen. Horst Heldt hat im Interview gesagt, man darf nach diesem Spiel zufrieden aber nicht selbstzufrieden sein, meiner Meinung nach hat er es damit auf den Punkt gebracht. Selbstzufriedenheit brachte uns erst in die Abwärtsspirale.

Nach dem Spiel fuhren wir  wieder ins Lauders, wo die Party weiter ging. Mit einem netten schottischen Mädel tauschte ich dann noch meinen Schal, so daß ich auch mein Souvenir mitgebracht habe. Dumm nur, daß in Schottland die Pubs (zumindest unserer und viele umliegende) um Mitternacht schließen. Dann fuhren wir eben mit dem Taxi zurück ins Hotel, die Hotelbar hatte bis 2 Uhr auf. ;-)

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An der Bar dann mußten wir uns dann auch schon wieder von den Memmingen-Fliegern verabschieden (wir sehen uns am Samstag :) )), da sie in aller Hergotts Früh raus mußten am Mittwoch. Unser Flug stand erst um 13.55 Uhr auf dem Programm, so daß wir gemütlich in den Tag starten konnten. Aufgrund einer zweistündigen Verspätung des Abflugs verpaßten wir in Frankfurt den Flug nach Stuttgart und bekamen von der Lufthansa Gutscheine für die Bahn, mit der wir dann heimfuhren und zur zweiten Halbzeit der Champions League Konferenz schließlich daheim waren. Aber dies nahmen wir gerne in Kauf, wir, waren schließlich dabei. Alles für den Verein!

Mehr Bilder findet Ihr in den Bildergalerien meiner Seite www.Frankys-Stadionpics.de.

Die nächsten Bilder und der nächste Erlebnisbericht folgen voraussichtlich vom Spiel gegen Bochum. Bis dahin viele Grüße und alles Gute

Franky

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Ein Sieg wider alle Zweifel

Das 2:0 des VfB Stuttgart in Glasgow weckt Erwartungen für die Bundesliga

An den 2:0-Erfolg in Glasgow werden beim VfB Stuttgart große Erwartungen geknüpft. Der Champions-League-Jubel soll nun die überfällige Initialzündung in der Fußball-Bundesliga bewirken.
n den unverhofften Siegesrausch im Ibrox-Park mischte sich ein Schuss Sarkasmus: “Wir werden vielleicht der erste Champions-League-Sieger in der Fußball-Geschichte, der in die zweite Liga absteigt”, johlte ein VfB-Fan nach dem 2:0 (1:0) bei den Glasgow Rangers durch die Treffer von Sebastian Rudy (16. Minute) und Zdravko Kuzmanovic (59.).

Ist doch wirklich kaum zu fassen. In der Bundesliga finden sich die Stuttgarter mittlerweile auf dem drittletzten Platz wieder, in der “Königsklasse” haben sie die große Gelegenheit, mit einem Heimsieg am 9. Dezember Unirea Urziceni von Platz zwei in Gruppe G zu verdrängen und zum zweiten Mal seit der Saison 2003/2004 ins Achtelfinale vorzustoßen. Damals war Felix Magaths Mannschaft gegen den großen FC Chelsea ausgeschieden. Durch Fernando Meiras Eigentor, den einzigen Treffer, der nach zwei Partien (0:1/0:0) zu Buche stand.

Aktuell ist mit dem Erfolg in Schottland bereits klar, dass der VfB von Rang drei nicht mehr zu verdrängen ist und auf jeden Fall im Europacup überwintert: Die Gruppendritten qualifizieren sich für die Zwischenrunde der Europa League.

Das Gegenteil von Planungssicherheit herrscht auf nationaler Ebene. Die Freude über den ersten VfB-Sieg nach zwei Monaten (so lang liegt das 3:0 in Frankfurt zurück) fiel entsprechend kurz aus. “Champions League ist das eine”, sagte Sportvorstand Horst Heldt im wolkenverhangenen Glasgow. “Ich hätte jetzt auch gern in der Bundesliga ein paar Zähler mehr.” Auf den Lichtblick warten nun alle umso mehr. Vier Punktspiele sinds bis Weihnachten: am Sonntag bei Tabellenführer Leverkusen, dann gegen Bochum, in Mainz, gegen Hoffenheim. Sollte Glasgow der erhoffte Befreiungsschlag sein, müssen acht, neun Punkte herausspringen, damit Markus Babbel in der Winterpause mehr Ruhe hat als bisher.

“Es freut mich, dass sich die Jungs endlich einmal belohnt haben. Jetzt haben wir ein Endspiel in Stuttgart. Das ist das, was wir wollten”, sagte der Teamchef erleichtert und gab tiefere Einsicht in seine Gefühlswelt. “Ich habe der Mannschaft gesagt: Wir dürfen nicht zweifeln. Und ich habe mich auch selbst gefragt, ob ich zweifle. Und nein, ich weiß: Ich zweifle nicht.”

Das hatte er der Klubführung in ähnlicher Situation nach dem Pokal-Aus in Fürth auseinandergesetzt und sie noch einmal überzeugen können. Bei einem Scheitern in Glasgow hätten die Zweifel in Babbels Umfeld wohl die Überhand gewonnen und Mechanismen in Gang gesetzt. Die Mannschaft hat von der ersten Minute (auch für Babbel) gekämpft und endlich entscheidende Tore erzielt. Die Taktik mit Zdravko Kuzmanovic und Christian Träsch als “Doppel-Sechs” und Alexander Hleb links sowie Rudy rechts im Mittelfeld verspricht Perspektive und Potenzial. Das Umschalten von Defensive auf Offensive hat so viel störungsfreier funktioniert. Nur: Wo bleibt da noch Platz für Thomas Hitzlsperger, den Kapitän? In Leverkusen. Allerdings nur, weil Kuzmanovic seine Gelb-Rot-Sperre absitzt.

Dieser 22-Jährige, als Acht-Millionen-Einkauf von einigen verfrüht als Fehleinkauf verschrien, steht beim VfB nun für die neue Hoffnung. “Der Sieg ist gut für die Moral. Außerdem haben wir gut gespielt, was auch sehr wichtig war für uns”, meinte der Schweizer zur Gesamtsituation. Über seine eigene Entwicklung mit zuletzt drei wichtigen Toren sagte er: “Der Trainer hat mir viel Selbstvertrauen gegeben. Er geht jeden Tag positiv auf uns zu und marschiert voran. Die Diskussionen um ihn sollten jetzt endlich aufhören.” Das passiert automatisch – aber erst, wenn der VfB nicht mehr in Zweitliga-Nähe dümpelt.

Bietigheimer Zeitung online 26.11.09
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Der VfB hat das Siegen nicht verlernt

Glasgow – Die letzten Spielminuten verbrachte Markus Babbel im Stehen – doch zittern musste der VfB-Teamchef diesmal ausnahmsweise nicht. Zwar vergab seine Mannschaft in der Schlussphase eine Chance nach der anderen, aber der Sieg, der stand schon lange fest. Mit 2:0 (1:0) gewannen die Stuttgarter am Dienstagabend bei den Glasgow Rangers und beendeten damit die schwarze Serie von zuvor zehn sieglosen Pflichtspielen in Folge.

Es war ein Erfolg, der wichtiger kaum sein könnte – für den Verein und nicht zuletzt den Teamchef. Einerseits ist der VfB nun sicher Gruppendritter, überwintert also in jedem Falle im Europapokal und hat mit einem Sieg zum Abschluss gegen Urziceni die große Chance, ins Achtelfinale der Champions League einzuziehen. Und andererseits bleibt Babbel zumindest vorerst die Entlassung erspart. Für ihn war viel auf dem Spiel gestanden, eine weitere Niederlage hätte er sich kaum erlauben dürfen.

Nicht zum ersten Mal in dieser Saison hatte sich der Teamchef entschlossen, seinen Kapitän auf die Ersatzbank zu setzen. Thomas Hitzlsperger musste zunächst zuschauen, nachdem er in den vergangenen Wochen enttäuschende Leistungen gezeigt hatte. Dass er nun in einem derart wichtigen Spiel unberücksichtigt blieb, dürfte ihm zusätzlich zu denken geben.

Der VfB begann hoch konzentriert und – angesichts der Krise durchaus überraschend – auch selbstbewusst. Ganz klar dominierte Babbels Team das Spiel in der Anfangsphase. Einen Schuss von Cacau von der Strafraumgrenze konnte Allan McGregor noch abwehren (7.) – neun Minuten später jedoch war der Rangers-Schlussmann chancenlos: Nach einem Doppelpass mit Cacau passte der formverbesserte Alexander Hleb nach innen, Pawel Pogrebnjak traf den Ball nicht richtig, doch dahinter stand Sebastian Rudy und schob mühelos zum 1:0 ein. Das zweite Stuttgarter Tor folgte schon kurz darauf, als Zdravko Kuzmanovic einen Freistoß verwandelte. Weil jedoch Matthieu Delpierre im Abseits stand, wurde dem Treffer die Anerkennung verweigert. Gut vierzig Minuten später traf der Serbe dann ganz regulär – doch bis dahin hatte der VfB bange Momente zu überstehen.

Denn die Rangers, die ihre beiden bisherigen Heimspiele in der Champions League gegen Sevilla und Urziceni mit jeweils 1:4 verloren, wachten nach dem Rückstand auf. Spielerisch limitiert besannen sie sich auf die althergebrachten britischen Tugenden: Leidenschaft, Härte und unbändiger Einsatz. Und das genügte, um beim VfB vorübergehend den Faden reißen zu lassen. Plötzlich war es vorbei mit dem Selbstvertrauen und der Spielfreude, jetzt machte sich Verunsicherung breit. Viel zu weit zogen sich die Stuttgarter zurück – und bauten so einen an sich klar unterlegenen Gegner wieder auf.

Glück hatte der VfB, dass er mit einer Führung in die Pause ging. Die große Chance zum Ausgleich vergab Chris Boyd per Kopf (37.), nachdem sich zuvor Pogrebnjak einen haarsträubenden Fehlpass geleistet hatte. Es war nicht der Abend des Russen, der nach der Pause völlig freistehend den bereits am Boden liegenden Rangers-Keeper McGregor anschoss (61.)und anschließend nur den Pfosten traf (78.).

Dass dies nicht weiter ins Gewicht fiel, lag daran, dass der VfB, der zu Beginn des zweiten Abschnitts das Spiel wieder unter Kontrolle bekam, schon vorher auf 2:0 erhöhen konnte. Nach einem sehenswerten Spielzug über Träsch und Rudy köpfte Kuzmanovic ein (59.). Diesmal zählte sein Treffer – und nicht nur in dieser Szene zeigte der 22-Jährige, dass er für den VfB immer wichtiger wird. Um so bitterer ist es, dass er am Sonntag in Leverkusen gesperrt fehlt.

Beim Tabellenführer hoffen die Stuttgarter auf das nächste Erfolgserlebnis. Denn klar ist auch: die VfB-Krise ist längst noch nicht beendet, und die Diskussionen um Markus Babbel sind es auch nicht.

Glasgow:

McGregor – McCulloch, Weir, Wilson – Whittaker, Davis, Thomson (77. Fleck), Papac – Miller (68. Novo), Boyd, Lafferty (85. Beasley). Trainer: Smith

Stuttgart:

Lehmann – Osorio, Niedermeier, Delpierre, Boka – Rudy (90. Gebhart), Kuzmanovic (75. Hitzlsperger), Träsch, Hleb – Pogrebnjak, Cacau (82. Schieber). Trainer: Babbel

Schiedsrichter:

Roberto Rosetti (Italien)

Tore:

0:1 Rudy (16.), 0:2 Kuzmanovic (59.)

Zuschauer:

41.468

Gelbe Karten:

Boyd, Thomson, McCulloch – Träsch, Cacau

STZ online 25.11.2009

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Sebastian Rudy “Das ist ein Wahnsinnsgefühl”

Category: Presse — Tags: , , , , , – Franky @ 09:22
Sebastian Rudy (li.) und Ricardo Osario jubeln nach dem Treffer in der 16. Minute

Sebastian Rudy (li.) und Ricardo Osario jubeln nach dem Treffer in der 16. Minute

Glasgow – Die Gefühle müssen raus – und es ist auch eine Befreiung. Sebastian Rudy rennt los und zeigt nach seinem Tor zum 1:0, wie schnell er ist. Auf seinem Weg zur Auswechselbank kann ihn keiner stoppen, wie auch später nicht bei manchen Aktionen auf dem Platz. So umarmt er die Mitspieler auf der Bank. Dabei hatte der als großes VfB-Talent gepriesene Rudy vor dem 2:0-Sieg bei den Glasgow Rangers schwere Monate hinter sich. Aber womöglich schaffte er mit seinem ersten Profitreffer den Durchbruch.

Kevin Kuranyi, Alexander Hleb, Serdar Tasci, Sami Khedira, Mario Gomez – Sebastian Rudy? Experten bescheinigen ihm das gleiche Potenzial wie seinen prominenten Vorgängern. Dennoch hat der 19-jährige Mittelfeldspieler relativ lange gebraucht, bis er oben angekommen ist. Zu Saisonbeginn hatte es zunächst zwar den Anschein, als sei er am Ziel. Doch nach einer schwächeren Leistung im Pokal wurde er zur zweiten Mannschaft in die dritte Liga zurückversetzt. Dieses Wechselspiel wiederholte sich in der Folge öfter. Viel Kredit besaß Rudy bei dem Teamchef Markus Babbel nicht – bis zum vergangenen Samstag.

Da stand Rudy gegen Hertha BSC überraschend in der Startformation. Erstmals war es so, dass er nach einem weniger überzeugenden Auftritt zuvor in Mönchengladbach nicht weichen musste. Diese Gelegenheit nutzte Rudy, der gegen Berlin zu den wenigen positiven Erscheinungen gehörte. “Ich habe immer gewusst, welche Qualitäten er hat”, sagte Babbel hinterher, “so will ich ihn immer sehen.” Diesen Rat befolgte er nicht – in Glasgow spielte er noch besser. “Das lag nicht nur an mir, sondern an der ganzen Mannschaft”, sagte Rudy, um in schönstem Schwäbisch hinzuzufügen: “Das ist einfach ein Wahnsinnsgefühl.”

Dass er in der Champions League gut mithalten kann, hatte er bereits vor drei Wochen in Sevilla bewiesen. Da war er in der Halbzeit aufs Feld geschickt worden – und dann war er es, der voranmarschierte und die anderen mitriss. So gelang es dem VfB, den 0:1-Rückstand auszugleichen und die Chance auf das Weiterkommen in der Königsklasse zu wahren. Bei den Rangers wurde Rudy bei seiner Auswechslung in der letzten Minute von allen Kollegen abgeklatscht und von den Fans gefeiert. Auch darin lag noch mal viel Befreiendes.

STZ online 25.11.09

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