28. März 2010

Geiler Auswärtssieg bei den Bazis

Wie bereits angekündigt, trafen wir uns an diesem 27. März 2010 um 10 Uhr in Esslingen-Berkheim zur Auswärtsfahrt nach München mit dem RWS Berkheim. Mit ein paar Minuten Verspätung (auf irgendeinen, der zu spät kommt, muß man ja immer warten…) ging es dann auch los. Von Berkheim aus ist man ja schnell auf der A8 und sollte auch schnell in München sein. Sind ja schließlich nur rund 200 Kilometer. Wir kamen verhältnismäßig gut durch, von dem ein oder anderen kleinen Stau bzw. stockenden Verkehr abgesehen, was aber auf der A8 im Allgemeinen, wenn der VfB in München spielt aber auch im Besonderen völlig normal ist. Hielt sich meine Vorfreude auf das Spiel wenige Stunden davor noch in überschaubaren Grenzen, wuchs sie jetzt, nach dem ersten Snack im Bus, dem ersten Zuprosten mit dem im Bus erhältlichen Wulle-Bier sowie den ersten fachkundigen Gesprächen doch stetig ebenso wie der Optimismus, in der Arroganz-Arena doch etwas holen zu können.

An einem Rasthof kurz vor Augsburg machten wir unsere einzige Rast, die auf etwa 25 Minuten angesetzt wurde. Ich nutzte die Gelegenheit und trank noch einen Kaffee und war erst einmal froh, für einige Minuten an der frischen Luft zu sein. Am Rasthof war nicht zu übersehen, dass der Südschlager anstand. Es hielten einige Busse und Individualreisende dort, von beiden Lagern, was auch sofort die üblichen Frotzeleien nach sich zog. Dort hielt sich auch ein Bauern-Fanclub namens Ebnat-Süd (Bazis von der Ostalb, na super) auf. Als diese wieder abfuhren und uns mit wüsten Gesten aus dem Bus heraus bedachten, winkten welche von uns mit einer derer Fahnen zurück, die sich die Bazis doch tatsächlich aus dem Bus entwenden ließen. Mein erster Gedanke dabei: hoffentlich sind die Bayern auf dem Platz heute auch so schlafmützig. Jedenfalls legte der Busfahrer sofort den Rückwärtsgang ein und es kam zu heftigen Wortgefechten auf dem Rasthofgelände.

Die Bazis fanden die Aktion gar nicht lustig und hinderten uns an der Weiterfahrt, indem sie sich vor dem Bus aufbauten. Einige von denen befanden sich auch schon in einem beängstigenden alkoholisierten Zustand und wurden richtig aggressiv. Andere meinten Ordnungshüter herbei telefonieren zu müssen, die auch prompt eintrafen und sich der Sache annahmen. Schließlich tauchte die Fahne wieder auf und man einigte sich von gegenseitigen Strafanzeigen abzusehen. Wer die Fahne an sich genommen hatte, konnte eh nicht zweifelsfrei aufgeklärt werden, daher wäre eine Anzeige sowieso im Sande verlaufen, eher wäre der Tatbestand der Nötigung nachzuweisen gewesen, da die Bauern uns an der Weiterfahrt hinderten. Als Retourkutsche stahlen sie uns dann das hintere Nummernschild. Großes Kino am frühen Morgen also, umso mehr wünschte man sich natürlich, die richtige Antwort auf dem Platz geben zu können.

Gegen 14 Uhr erreichten wir dann den Busparkplatz nahe der hässlichen Schüssel Allianz-Arena. Wie man so ein Teil in die Pampa, weit außerhalb der Stadt, bauen kann, hat sich mir noch nicht erschlossen. Für mich ist es so ziemlich das hässlichste und auch stimmungstoteste Stadion in Deutschland. Um so bitterer, dass wir dort bis vor dem Spiel noch nichts gerissen hatten. Am Busparkplatz trafen wir wieder jede Menge Bekannte und warteten auch noch eine Weile auf jemanden, so dass wir dort auch noch gemütlich ein Bierchen tranken.

Die Schlangen vor dem Einlass waren schon beträchtlich um diese Zeit. Erst hatte man das Gefühl, da ginge überhaupt nichts voran, irgendwann war ich aber doch am Drehkreuz, um mein Ticket einzuschieben und hinein zu kommen. Die Durchsuchungsprozedur selbst verlief im normalen Rahmen.

Nachdem wir die vielen Stufen bis zum Oberrang erklommen hatten, warfen wir gegen 15 Uhr einen ersten Blick ins Stadion. Erwartungsgemäß waren vor allem die Bayern-Bereiche noch sehr spärlich gefüllt. Nach dem Treppensteigen hätte ich zwar auch schon wieder Durst gehabt, jedoch werde ich mir im Leben keine Arena-Card zulegen, so dass ich diese Gelüste verdrängte.

Der VfB Fanbereich, es wurden ja sämtliche 6.400 Gästetickets verkauft, war schon gut gefüllt und man machte auch gleich auf sich aufmerksam, in dem erste Lieder angestimmt wurden. Diese sollten sicher auch die Mannschaft, die sich auf unserer Seite warm machte, anstacheln, heute alles zu geben. Ich bin mir vor Derbys manchmal nicht sicher, ob die Mannschaft sich da genau so reinsteigern kann, wie ich mich als Fan. Gerade, wenn man die Pöbeleien mitbekommen hat, wenn einem Kinder aus einenm für sie sicheren Bus heraus den Stinkefinger entgegen strecken, wünscht man sich doch nichts sehnlicher als am Ende zu lachen.

Bei der Präsentation der Mannschaftsaufstellungen war ich sehr überrascht, dass weder Ribery noch Robben in der Anfangsformation standen. Wollte Van Gaal die Aufgabe Stuttgart also mit halber Kraft lösen? Kann es sich ein FC Bayern leisten gegen den VfB Stuttgart, immerhin der zweitbesten Rückrundenmannschaft, seine besten Spieler für das Spiel am Dienstag gegen ManU zu schonen? Eine solche Haltung ist wohl an Arroganz kaum zu überbieten.

Der VfB trat gegenüber dem Hannover-Spiel auf drei Positionen verändert an. Bouhlarouz vertrat den verletzten Celozzi, Christian Träsch, der seine Grippe auskuriert hatte, kam für Zdravko Kuzmanovic ins Spiel und Cacau ersetzte Pogrebnjak als zweiten Stürmer neben Marica.

Auf der Ehrentribüne fanden sich außer den Bayern-Oberen Rummenigge und Hoeneß auch u. a. Paul Breitner, Herr Gomez, umrahmt von einigen Damen sowie auch unser Ex-Präsident MV nebst Gattin ein.

Die Bayern, die die 120-Pokalminuten vom vergangenen Mittwoch gegen Schalke in den Beinen hatten, begannen zunächst forscher als der VfB, ohne jedoch den VfB in Verlegenheit bringen zu können. Der VfB agierte vorsichtiger, stand hinten aber relativ sicher. Die erste Torchance war dann dem VfB vorbehalten. Khedira zwang Butt mit einem beherzten Schuß zu einer Parade. Dies wirkte wie ein Warnschuß für die Bayern, die danach erst durch Klose, dann durch Van Buyten gute Möglichkeiten besaßen. Fast folgerichtig fiel in dieser Phase das 1:0 für die Bayern, als sich Olic gegen Niedermeier durchsetzte und scharf über Lehmann hinweg einnetzte. Scheiße, dachte ich. Wieder einmal ganz nett mitgespielt, aber für uns gibt es einfach in München nichts zu holen. Nicht von ungefähr schaffte der VfB bislang in 42 gemeinsamen Bundesligajahren gerade einmal vier Siege in München, egal ob im Stadion an der Grünwalder Straße, im Olympiastadion oder in der Allianz-Arena. Wenn der VfB kommt und Derbystimmung aufkommt, sind auch die Bayern hochmotiviert und geben sich selten eine Blöße. Der VfB hat dabei oft auch Angst vor der eigenen Courage und stirbt allzu oft in Schönheit. Vielleicht war man in der Vergangenheit mit letzterem auch schon insgeheim zufrieden.

Dies alles kochte in mir nach dem 0:1 aus unserer Sicht hoch. Es ist zwar nicht so, dass man nach einem 0:1-Rückstand den Kopf in den Sand stecken muß, beileibe nicht. Aber andererseits weiß man eben, wie schwer es ist, gegen die Bayern ein Spiel zu drehen und man weiß, dass es die Bayern verstehen, ein Ergebnis zu verwalten. Das spielte natürlich in die Karten der Bayern und der Plan schien aufzugehen, den VfB mal eben so im vorübergehen zu schlagen.

Kurz vor dem 0:1 verletzte sich unser Nationalspieler Sami Khedira nach einem sehr harten Einsteigen des derzeit formschwachen Nationalstürmers Klose. Wie sich hinterher herausstellte erlitt Sami einen Anriss des Kreuz- und Innenbands; er wird uns voraussichtlich 3-4 Wochen fehlen.

Für Sami Khedira kam Zdravko Kuzmanovic ins Spiel, der sofort nach seiner Einwechslung eine Freistoßchance bekam, den Ball aber leider knapp neben den von uns aus gesehen rechten Pfosten setzte. Der VfB kam jetzt, in den letzten 10 Minuten vor der Halbzeit, besser ins Spiel und besaß die besseren Möglichkeiten. Leider verzog Marica den Ball, als er alleine auf Butt zulief. Besser machte es in der 41. Minute Christian Träsch. Cacau erkämpfte sich einen fast schon verloren gegangenen Ball zurück, paßte in die Mitte zu Träschi, der sofort abzog. Abgefälscht von Bastubers Rücken fiel der Ball unhaltbar für Butt, der sich auf dem Weg in die andere Torecke befand, ins Tor. Ein zugegebenermaßen glücklicher, aber auch verdienter Treffer. Der Jubel im Block kannte natürlich keine Grenzen. Sollte die Arroganz der Bayern doch bestraft werden? Verdient hätten sie es!

Mit dem 1:1 ging es dann auch in die Halbzeit. Als Django Asül im Halbzeit-Interview ob des abgefälschten Tores dem VfB den sprichwörtlichen Bayern-Dusel attestierte mußte ich schmunzeln. Dass es ein in der Entstehung glückliches Tor war, darüber gab es wohl kaum zwei Meinungen, hochverdient war der Ausgleich aber auf alle Fälle. In der Halbzeit machten sich dann die bajuwarischen Hoffnungsträger Ribery und Robben intensiv warm, so dass damit zu rechnen war, dass die Bayern mit Beginn der zweiten Halbzeit mindestens einen der beiden bringen würden und jetzt ernst machen würden.

Erwartungsgemäß wurden sogar beide zum Beginn der zweiten Halbzeit eingewechselt, ausgerechnet für die Wegbereiter des 1:0 Pranjic und Olic. Den Bayern-Fans war damit klar, dass jetzt die große Show beginnen würde und man auch im 18. Heimspiel in Folge ohne Niederlage bleiben würde. Apropos Bayern-Fans: die zwei Fanblöcke hinter beiden Toren waren zwar farbenfroh, außer den zu ihrem Standard-Repertoire zwei Liedern brachten sie aber nichts zustande. Und die meist auch erst, wenn der Trompeter den Takt vorgegeben hat. Sonst war Totenstille vorherrschend, von der Gegengerade und der Haupttribüne kam rein gar nichts. Stimmung aus der Südkurve? Lächerlich, was die drauf hatten.

Dagegen war auf VfB-Seite fast 90 Minuten Dauersupport angesagt, der auch im Fernsehen sehr gut rüber kam. Ich konnte mir das Spiel heute noch einmal genüßlich anschauen und mich selbst davon überzeugen.

Ribery und Robben konnte man schon anmerken, dass sie gewillt waren, das Ruder im Handumdrehen herumzureißen. Dies zeigte sich, darin, dass sie schnell den Abschluß suchten, jedoch zunächst sehr harmlos, so z. B. ein Kullerball von Robben, den Lehmann mühelos mit der Kappe hätte aufnehmen können.

Anders der VfB: erst scheiterte Gebhart in der 49. Minute frei vor Butt, aus dem daraus resultierenden Eckball folgte dann das vielumjubelte 1:2. Cacau erkämpfte sich bei einem Getümmel im Münchener Strafraum den Ball, setzte sich zur Grundlinie durch und konnte flanken. Ribery schritt nicht energisch genug ein und gab der Flugbahn des Balles noch eine leichte Richtungsänderung. Sämtliche Bayern-Spieler hoben den Arm, weil sie die Flanke im Toraus gesehen haben wollten, und schalteten ab, so dass Marica am langen Pfosten aus kürzester Distanz nur noch einnicken brauchte. Ob der Ball tatsächlich im Aus war, konnte von keiner Kameraposition eindeutig bewiesen werden. Der Linienrichter hatte hier nicht den richtigen Durchblick, da er nicht auf Höhe der Grundlinie stand. Die Bayern jedenfalls protestierten vehement, doch der Schiri ließ sich natürlich und Gott sei Dank nicht mehr umstimmen. Sei’s drum: die hochdotierten Bayern-Profis sollten eigentlich wissen, dass man erst aufhören sollte zu spielen, wenn der Schiri gepfiffen hat, so ist das Tor aus meiner Sicht eher dem diletantischen Abwehrverhalten der Münchener zuzuschreiben. Dass wir das Spiel gedreht hatten und plötzlich in Führung lagen, konnte ich nicht recht glauben, einfach weil sich gegen diesen Gegner schon zu viele Negativerlebnisse in meinem Gehirn eingebrannt hatten.  Jetzt waren wir natürlich alle aus dem Häuschen und rieben uns weiter verwundert die Augen, was dort unten auf dem Rasen dargeboten wurde.

Die Münchner Flügelzange war zwar stets bemüht, jedoch ohne große Wirkung. Unsere Außenspieler Boulahrouz (steigerte sich enorm in der 2. Halbzeit) und vor allem Molinaro versperrten den Dribbelkünstlern ein ums andere Mal den Weg für schnelle Antritte. Wenn die Bayern versuchten, Pässe in die Tiefe zu spielen, stand unsere Doppelsechs mit Kuzmanovic und Träsch meist goldrichtig.Wir ließen die Bayern kaum zu guten Chancen kommen, so dass sie es mehr und mehr mit Verzweiflungsschüssen probierten, die aber meist das Tor weit verfehlten. Auf der Gegenseite hatte der VfB die besseren Chancen, wobei ich mir gewünscht hätte, dass der ein oder andere Konter sauberer zu Ende gespielt worden wäre. Das hätte dann doch unsere Nerven, die zum zerreißen angespannt waren, etwas geschont.

Chancen für die Bayern blieben Mangelware, wobei man sich bei den Bayern natürlich nie sicher sein kann. In der Schlußphase beorderte Van Gaal dann noch Van Buyten zum Unruhe stiften nach vorne, doch hielt der VfB auch dieser Maßnahme stand. Auch Schiedsrichter Meyer widerstand den ständigen Versuchen der Bayern, Freistöße in aussichtsreicher Position zu schinden. Meyer bot eine recht gute Leistung, hätte aber meiner Ansicht nach mehr Karten für die Bayern verteilen müssen. Nicht nur Kloses Foul gegen Khedira war grenzwertig. Dass Van Bommel erst in der Schlußphase den Karton sah, davor aber ein ums andere Mal rüde foulen durfte, hatte ich nicht verstanden. Vor allem waren auch Situationen dabei, in denen aussichtsreiche Kontersituationen vom VfB mit taktischen Fouls unterbunden wurden, die eigentlich zwingend gelb hätten nach sich ziehen müssen. Cacau, der im Laufe der kommenden Woche erklären wird, ob er das Angebot über eine Vertragsverlängerung beim VfB annehmen wird, sah bereits in der 1. Halbzeit seine fünfte gelbe Karte und fehlt somit im kommenden Spiel gegen Bor. M’Gladbach. Ich würde mir wünschen, dass er zu vernünftigen Konditionen bleibt. Gestern glänzte er zwar nicht als Torschütze, war aber an beiden Toren beteiligt und rackerte vorne wie hinten.

Als die Bayern versuchten, mit Macht auf den Ausgleich zu drängen, war Jens Lehmann unser Turm in der Schlacht. Er wirft sich nach wie vor wie ein Junger ins Getümmel und pflückt Flanken wie Eckbälle scheinbar mühelos weg. Gestern tat es wieder sehr gut einen Jens Lehmann zwischen den Pfosten zu haben. Eine Unsicherheit hatte er, als er eine Flanke unterschätzte, ansonsten ließen lediglich seine Abschläge zu wünschen übrig. Er bot für mich eine starke Leistung. Spieler des Spiels waren für mich aber Christian Träsch und Cristian Molinaro.

Als auch die Schlußoffensive der Bayern zu verpuffen schien und noch 2 Minuten Nachspielzeit angezeigt wurden, rückte der lang ersehnte Sieg in München natürlich greifbar nah. Die VfB-Fans skandierten schon lange u. a.  “Sieg”  und “Ohne Stuttgart wär hier gar nix los”, was auch zutraf. Sehr viele sog. Bayern-Fans befanden sich schon auf dem Nachhauseweg, sie wollten das für sie bittere und für uns so süße Ende gar nicht mehr live mit erleben.

Auch unser Erfolgstrainer Gross schaute schon demonstrativ auf die Uhr und hoffte auf ein baldiges Ende der Partie.

Um 17:20 Uhr schließlich war er perfekt: der erste Sieg in München seit dem September 1999, damals noch im Olympiastadion. Der erste Bundesligasieg in der Allianz-Arena (im Ligapokal gab es ja auch mal einen) und der erste Sieg in diesem Jahrtausend in München. Riesen-Jubel brandete natürlich auf und überall um einen herum nur strahlende Gesichter. Ein Sieg hier in der Höhle des Löwen tut doch besonders gut. Schnell waren nur noch überwiegend VfBler im Stadion geblieben, wo die Mannschaft natürlich zuerst mit einer La Ola gefeiert wurde. Auch der Mannschaft merkte man an, dass sie sich bewußt war, etwas Seltenes geschafft zu haben. Sie feierten ausgelassen und wie kleine Kinder auf dem Rasen. Selbst für einen alten Hasen wie Jens Lehmann war es der allererste Sieg in München gegen die Bayern in seiner langen Karriere. Nachdem die Spieler Richtung Katakomben weiter zogen, wurde im VfB-Block noch eine Umba angestimmt. Da wir noch jemanden treffen wollten und um 18 Uhr schon wieder am Bus sein sollten, machten wir uns langsam auf den Weg nach unten. Dieses Mal kamen einem auch die Stufen nicht mehr beschwerlich vor. Nicht nur, weil es bergab ging, der Sieg machte uns einfach nur happy und so schwebten wir halber hinab.

Unten am Stadion warteten wir dann noch auf Bekannte, nicht ohne wieder reichlich angepöbelt worden zu sein. Wären wir auf Ärger aus gewesen, hier hätten wir ihn bekommen können. Aberdutzende liefen mit provozierenden Gesten oder Gesängen an uns vorbei und hofften, dass wir entsprechend reagieren würden. Ich lächelte sie aber sehr freundlich an und freute mich diebisch, dass wir diesen Assis in die Meisterschaftssuppe gespuckt hatten.

Und dann kamen an uns natürlich auch jede Menge strahlende und einfach nur glückliche Schwaben vorbei. Wildfremde Menschen nahmen sich in den Arm und klatschten sich ab. Wie ein solcher Sieg ein Lächeln in Tausende von Gesichtern zaubern kann, ist schon phänomenal. Auswärtssiegen ist schön, aber natürlich in München umso mehr.

Kurz darauf gingen wir dann in Richtung unseres Busses, wo ich natürlich als erstes ein Siegerbier trank, auf das ich mich schon seit Stunden gefreut hatte. Die Rückfahrt verlief unspektakulär, außer dass wir wieder bei Augsburg am Rasthof unser vermißtes Nummernschild zurück erhielten. Es war auf der gegenüberliegenden Seite aufgefunden worden, unser Busfahrer war darüber bereits vor dem Halt informiert gewesen. So konnte schließlich auch er letztendlich noch zufrieden seine Heimfahrt antreten. Auf dem Rastplatz waren ebenfalls beide Fanlager vertreten, von Zwischenfällen habe ich aber nichts mitbekommen. Von einem dritten Verein trafen wir dort auch noch Anhänger: nämlich vom 1. FC Heidenheim, die vom Spiel in Burghausen, nach einem Auswärtssieg frohgestimmt wie wir, zurück kamen.

Bald darauf , gegen 21.30 Uhr, waren wir dann zurück in Berkheim. Der Tag war natürlich super, wer hätte das gedacht, dass wir in der entscheidenden Phase der Meisterschaft, wo für die Bayern so viel auf dem Spiel steht, dort gewinnen könnten. Ich jedenfalls nicht. So ist plötzlich der Einzug ins internationale Geschäft keine Utopie mehr. Nur noch drei Punkte (und das deutlich schlechtere Torverhältnis) trennen uns vom HSV. Dieser nimmt sich gerade wieder seine traditionelle Schwächephase in der Rückrunde. Sollte der HSV heute in Gladbach verlieren, sind wir auf Tuchfühlung. Dem VfB in der Form der bisher gespielten Rückrunde sind auch bis zum Saisonende noch sechs Siege zuzutrauen. Und dann, ja dann schaun mer mal, wozu es reicht.

Ich wünsche Euch eine schöne Woche und bis bald

Franky

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27. März 2010

Gedanken vor dem Spiel in München

Heute ist es also mal wieder so weit. Der Südklassiker FC Bayern gegen den VfB steht an. Ich war sicherlich schon annähernd 20 Mal dabei und habe gerademal einen einzigen Sieg miterleben dürfen, das denkwürdige 3:1 im Februar 1994 bei minus 16 Grad im Olympiastadion. Wie wenn es nicht schon kalt genug gewesen wäre, fegte noch ein eisiger Wind durchs weite Rund. Die Tore besorgten damals Buchwald, Fritz Walter und Andreas Buck, es war die Trainerpremiere von Franz Beckenbauer bei den Bayern und Jürgen Röber beim VfB. Danach gab es unter den VfB-Fans kein Halten mehr. Sie trotzten den eisigen Temperaturen und tanzten mit freiem Oberkörper Polonaise.

Seitdem gab es nicht mehr viel zu ernten, beim seither einzigen und bislang letzten Sieg 1999 war ich nicht dabei. Heute kann ich mir auch nicht recht vorstellen, dass die Negativ-Serie reißen wird. Es ist eben der Südklassiker mit einer großen Rivalität unter den Fans, so dass der VfB nie das Glück hat, die Bayern auf dem falschen Fuß zu erwischen. Die Bayern gehen immer topmotiviert in dieses Derby und dann ist es eben schwer, dort zu bestehen. Um eine Chance zu haben, sind ähnliche Tugenden gefragt, wie ich sie vor dem Barcelona-Spiel propagierte. Die Konzentration und Laufbereitschaft muss bei allen und hundertprozentig stimmen, leichtfertige Abspielfehler sollten vermieden werden und wann immer sich die Möglichkeit bietet, z. B. wenn die Bayern weit aufgerückt sind, muss die Chance zum Kontern ergriffen und diese dann auch konzentriert zu Ende gespielt werden. Nur wenn alles passt, ist eine Überraschung drin. Die Bayern ihrerseits können es sich, trotz der kurz aufeinander folgenden Highlights, z. B. im Pokal am vergangenen Mittwoch auf Schalke, den anstehenden Champions League Krachern gegen ManU und den darauf und dazwischen folgenden Bundesligaspielen, erneut auf Schalke und dann gegen Leverkusen, nicht leisten, nachzulassen. Dass die 120 Minuten im Pokal heute eine Rolle spielen und die Bayern müde sein könnten, glaube ich nicht. Der Holländer wird genau hingeschaut haben im Training und notfalls den ein oder anderen ersetzen. Sie haben schließlich auch eine starke Bank. Die meisten der Bayern sind derzeit fast 1:1 zu ersetzen. Selbst dass Ribery derzeit selten spielt, fällt kaum ins Gewicht. Schwerer würde wohl der Ausfall von Arjen Robben wiegen, der derzeit den Unterschied ausmacht und immer wieder durch starke Einzelleistungen, wie zuletzt in der 112. Minute auf Schalke, ein Spiel alleine entscheiden kann. Ihn aus dem Spiel zu nehmen, diese Aufgabe kommt auf Molinaro und Hleb zu. Dennoch darf man die anderen, ob es Ribery, Müller, Olic oder Klose sind, nicht aus den Augen verlieren. Bei Standards gilt es, besonders auf Daniel Van Buyten aufzupassen, der immer öfter als Torschütze in Erscheinung tritt.  Dass die Bayern, zumindest im Unterbewußtsein, schon ManU im Kopf haben könnten, könnte schon eher sein. Klar wissen sie, dass der VfB auch nicht so im vorübergehen besiegt werden kann. Dennoch möchte sich bestimmt auch keiner vor diesem Gipfel verletzen und zieht vielleicht dann eher mal zurück.

Mario Gomez, dem ich den Wechsel zu den Bayern nie verziehen habe, ist nach seinem Muskelfaserriss erst im Aufbautraining und für das Spiel noch kein Thema. Bevor man mich, was Gomez betrifft, falsch versteht: er war hier in Stuttgart eine Integrationsfigur und hat dem VfB viel zu verdanken. Andersherum hat natürlich auch der VfB ihm einiges zu verdanken, vor allem noch in der letzten Saison war er so etwas wie die Lebensversicherung für uns. Und dann tut es eben besonders weh, wenn ein Liebgewonnener zu den Großkopferten nach München wechselt. Er träumte von Barcelona und geht dann den vermeintlich einfachen Weg über die A8 nach München, um zwar den VfB, nicht aber sein Umfeld aufgeben zu müssen.

Andererseits war sein Vertrag und die hohe festgeschriebene Ablösesumme auch fair für den VfB (im Gegensatz zum Abgang von Kuranyi, der nur ihm und K-H. Förster die Taschen füllte). Mit den geschätzten 35 Millionen Euro, richtig: 35.000.000 hätte man etwas anfangen können, wenn man bedenkt, dass ein Robben gerade mal 25 Millionen gekostet haben soll, so gesehen, ein echtes Schnäppchen.

Doch zurück zum heutigen Spiel: Wie erwähnt, meine Hoffnung hält sich in Grenzen, doch wir reden über Fußball und im Fußball ist immer alles möglich. Ich hoffe, der VfB hakt die Saison noch nicht ab, auch wenn die Chance aufs internationale Geschäft minimal ist. Die Mannschaft ist es sich und auch uns Fans schuldig, immer alles zu geben, zumal jetzt die englischen Wochen wegfallen und derVfB sich jetzt immer eine Woche lang auf den nächsten Gegner vorbereiten kann. Die nächsten Wochen sind sicherlich auch ein Schaulaufen im Hinblick auf 2010/11. Heldt und Gross werden genau hinschauen, auf wen sie sich verlassen können und mit wem sie die Zusammenarbeit über die Saison hinaus ausdehnen wollen. Ich denke schon, dass der Umbruch, der im Winter mit den Abgängen von Simak, Bastürk, Magnin, Hitz und Elson eingeleitet wurde, im Sommer seine Fortsetzung findet und die Mannschaft ein neues Gesicht bekommen wird. Hier vertraue ich Christian Gross und seiner Fähigkeit, ein Team zu formen, wie er es beim FC Basel über viele Jahre hinbekommen hat.

Für uns geht die Fahrt nach München um 10 Uhr in Esslingen-Berkheim los. Wir fahren wieder mit dem RWS Berkheim im Bus mit. Aufgrund meiner Befürchtungen was das Spiel angeht, hält sich die Vorfreude momentan noch in überschaubaren Grenzen. Mir gefällt die Arroganz-Arena mit seinem Operettenpublikum überhaupt nicht. Dazu dann pöbelnde “Bayern-Fans”, die meinen, sie wären es. Die wenigsten davon kommen aus München, 20 Minuten vor Schluß leert sich oft schon das Stadion, weil viele davon ihre Züge in aller Herren Bundesländer noch bekommen müssen oder um dem Verkehrschaos nach dem Spiel zu entgehen. Vor und nach der Halbzeit sind ein Großteil der teuren Plätze auf Gegentribüne und Haupttribüne minutenlang fast leer, weil die Häppchen, die es  im Innern gibt, wichtiger als das Spiel sind.Und wenn es bei der eigenen Mannschaft nicht läuft und sie keinen Zauberfußball spielen, ist das Geschrei und Gepfeife groß. Schließlich haben sie ja viel Geld bezahlt, dann MUSS man doch auch etwas geboten bekommen.

Bayern-Fan zu werden ist ja sooo einfach. Einfach mal auf die Tabelle geschaut, wer konstant oben steht, sich vielleicht noch einen Lieblingsspieler herauspicken und schon kann man Montag für Montag seine Kollegen dumm anmachen. Meiner Erfahrung nach sind die hier lebenden “Bayern-Fans” oft solche, die noch nie ein Stadion von innen gesehen haben. Mit denen lehne ich aber jede Diskussion über Fußball im Ansatz ab, bevor ich mich vergesse.

Ich möchte jetzt nicht alle Bayern-Fans über einen Kamm scheren, es gibt auch bei denen welche, die oft auswärts und zu jedem Heimspiel gehen, doch ein Großteil der sog. Bayern-Fans sind doch Eventgänger oder solche, die nie ins Stadion gehen. Und so finde ich auch die Atmosphäre in der Allianz-Arena einfach nur schlecht.

Ich fahre hin, weil ich unseren VfB sehen möchte, deshalb mit dem Bus, um diesen Ort schnell und auf direktem Wege wieder verlassen zu können. Und wenn am Ende doch mehr herausspringen sollte als die eingeplante Niederlage, sind wir auch relativ schnell wieder in Stuttgart um zu feiern und geben unsere Kohle dort aus. Da ich eigentlich nie gegen den VfB tippe, lautet mein Tipp heute 2:2. Das wäre ein Achtungserfolg, wir hätten den Bayern wertvolle Punkte um die Meisternschaft “geklaut”, kämen aber dennoch nicht vom Fleck in der Tabelle. Egal, wie es läuft, wir werden alles geben und den VfB wie immer lautstark unterstützen. Der VfB hat sämtliche Gästetickets, 6.400 an der Zahl, verkauft, so dass zumindest von einer Kurve ein stimmungsvolles Spiel zu erwarten ist. So langsam steigt dann doch die Vorfreude, spätestens wenn ich mein Trikot überstreife, bin dann auch ich hochmotiviert.

Auf gehts Stuttgart, kämpfen und siegen!

Wie es war, erfahrt Ihr dann wie immer zeitnah an der selben Stelle.

Viele Grüße und viel Spaß mit dem Spiel

Franky

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“Die Trauben hängen hoch”

Category: Der nächste Gegner — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 06:45

“Wir werden hochmotiviert in das Spiel hineingehen und versuchen, diese große Herausforderung anzunehmen”, sagte Christian Gross heute auf der Pressekonferenz vor dem Spiel beim FC Bayern. Der VfB-Cheftrainer fordert von seinem Team Selbstvertrauen und Mut gegen den Rekordmeister. “Wir dürfen keine einfachen Ballverluste zulassen, müssen kompakt in der Verteidigung stehen.” Im Konter seien die Bayern gut, betont Christian Gross. Jedoch geht die Gefahr bei den Münchnern “von vielen Seiten aus.” Arjen Robben und Franck Ribery sollen mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung ausgeschaltet werden, aber Gross sagt auch: “Die Trauben hängen hoch in der Allianz-Arena.” Seit über zehn Jahren ist der VfB in München nicht mehr siegreich gewesen, von den letzten neun Heimspielen gegen den VfB gewannen die Bayern acht. Die Tatsache, dass der FC Bayern gestern im Halbfinale des DFB-Pokals 120 Minuten auf dem Platz stand, gewichtet der VfB-Trainer nicht groß. “Bei einem Sieg vergisst man die Zusatzarbeit.”

Fast alle fit, Celozzi und Kuzmanovic fraglich

Für das Spiel am Samstag steht dem Trainer fast der komplette Kader zur Verfügung. Stefano Celozzi und Zdravko Kuzmanovic sind beide noch fraglich. Der serbische Nationalspieler ist derzeit mit einer Oberschenkel-Zerrung außer Gefecht und Stefano Celozzi plagt ein Muskelfaserriss in der Wade. Serdar Tasci und Ricardo Osorio sind wieder mit von der Partie, ebenso ist Christian Träsch nach einer Angina voll einsatzfähig. “Alle Spieler trainieren gut, ich habe mich aber noch nicht entscheiden, wer im Sturm aufläuft.”
Mit einem der vier Stürmer steht der VfB derzeit in Vertragsverhandlungen. “Wir haben Cacau ein Angebot gemacht”, sagt Vorstand Sport Horst Heldt. “Die Entscheidung fällt gegen Ende des Monats. Wir haben großes Interesse daran, dass Cacau bei uns bleibt.”

vfb.de 25.3.10

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VfB Stuttgart gegen Bayern München: Schokoseite gegen Sahneflügel

Christian Gross will nicht viel verraten. Nicht über seine Strategie, nicht über die Vorbereitung und auch nicht über sein Personal. Er habe das Tor des Bayern-Dribblers Arjen Robben halt im Fernsehen gesehen, sagt der Trainer des VfB Stuttgart lapidar. Diesen Überfall von rechts, der in wenigen Sekunden abgelaufen ist und der den Traum des FC Schalke 04 vom Pokalfinale beendet hat.

Gross gilt als Trainer, der ständig Fußball-DVDs studiert, Szenen seziert, nach den Stärken und Schwächen des Gegners fahndet. Und ausgerechnet vor dem Südderby am Samstag (15.30 Uhr) in München hat er Robbens Tor halt nur im Fernsehen gesehen – ohne Analyse? “Robben hat schon andere Tore erzielt”, sagt Gross, “vielleicht ist er sogar in der Form seines Lebens.”

Also doch. Der VfB-Trainer weiß natürlich um die Fähigkeiten des niederländischen Ausnahmekönners, ebenso um dessen Schlüsselrolle in der Bayern-Offensive. Und es ist davon auszugehen, dass sich Gross viele Szenen der Münchner Protagonisten hat zusammenschneiden lassen, um die eigenen Möglichkeiten auszuloten und die richtigen Mittel gegen den Bundesliga-Tabellenführer zu finden. “Es haben sich schon viele Trainer den Kopf darüber zerbrochen, wie Arjen Robben zu stoppen ist”, sagt Gross. Ein Spieler allein könne das nicht schaffen. Deshalb lauten die Schlagworte des Schweizers: “Kompaktheit, Selbstvertrauen, Mut.”

Gibt es den Schlüssel zum Erfolg?

Geschlossenheit gegen einen größeren Gegner – das fordert der Stuttgarter Übungsleiter gerne. Vor der Begegnung mit dem FC Barcelona sprach er fast identische Worte, und im Achtelfinalhinspiel der Champions League demonstrierte die VfB-Elf auch, dass sie die Vorgaben von Gross nahezu perfekt umsetzen kann.

Auf dem Taktikbrett hatte der Cheftrainer den Plan entworfen, dass der Wunderfußballer Lionel Messi nicht nur gedoppelt werden müsse, sondern von drei, notfalls sogar von vier Mann attackiert werden müsse. Zunächst war Cristian Molinaro im Verbund mit Alexander Hleb gefordert, dazu kamen aus dem zentralen Mittelfeld Sami Khedira und/oder Christian Träsch. Das hat funktioniert und schreit gegen den bayerischen Hochgeschwindigkeitsfußballer Robben nach einer Wiederholung.

Denn der Schlüssel zu einem Erfolg gegen das Team von Trainer Louis van Gaal lag zuletzt darin, den Bayern zwar überwiegend den Ball und damit die Spielkontrolle zu überlassen, ihnen aber so gut wie keinen Raum nach vorne zu gewähren. Cesare Prandelli, der Coach des AC Florenz, hat es mit zwei dicht aneinandergeklebten Defensivreihen in München vorgemacht. Daran orientierten sich auf nationaler Grünfläche anschließend Nürnberg (1:1), Köln (1:1) und Frankfurt (2:1) erfolgreich.

Molinaro und Hleb haben sich gefunden

“Gegen die Bayern droht aber nicht nur von einer Seite Gefahr”, sagt Gross. Da gibt es auch noch Franck Ribéry, sofern der französische Spielbeschleuniger fit ist. Denn auch Ribéry kann aus dem Stand und mit dem Ball am Fuß so viel Tempo aufnehmen, dass es für die Gegner (manchmal auch die Mitspieler) zu schnell wird.

Doch bei den Münchnern hat sich seit vergangenem Spätherbst die rechte Außenbahn mit Arjen Robben vorne und dem Verteidiger Philipp Lahm dahinter zum Sahneflügel entwickelt. Da trifft es sich gut, dass die Stuttgarter mit ihrer Schokoladenseite dagegenhalten können: Molinaro und Hleb haben auf eine Art und Weise zusammengefunden, die sie nun ebenfalls zu einem der besten Duos in der Bundesliga macht.

Molinaro, weil er italienisch verteidigt. Taktisch klug. Filigran, wenn möglich. Robust, wenn nötig. Hat der Linksverteidiger dann Teil eins seiner Arbeit verrichtet, sprintet er die Linie entlang, um die feinen Pässchen von Hleb in die Mitte zu befördern. Den Weißrussen selbst hat Gross wieder auf ein Niveau gehievt, dass es ihm körperlich erlaubt, seine Fußballkunst zu zeigen. Was auch Manchester City nicht entgangen ist. Denn Hleb kann Technik und Tempo auf ebenso elegante und effiziente Weise verbinden wie Robben – wenn auch bisher nur als Vorbereiter und nicht als Torschütze.

(STZ online 26.3.10)

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Balakov: “Hoffe, der VfB erwischt einen super Tag”

Category: Presse — Tags: , , , , , , , , , – Franky @ 06:36

Am 24. September 1999 gewann der VfB Stuttgart zum bisher letzten Mal beim FC Bayern. Krassimir Balakov verwandelte einen Foulelfmeter zum 1:0-Sieg. “Mit Herz und Kampf kann der VfB wieder gewinnen”, sagt der Ex-Spielmacher vor dem Duell an diesem Samstag.

Krassimir Balakov, Sie sind der Vater des bisher letzten VfB-Erfolgs beim FC Bayern und wissen am besten, wie man in München gewinnen kann.

Wir standen damals unheimlich unter Druck, ich und die ganze Mannschaft. Wir waren nach fünf Spieltagen Tabellen-Vorletzter, und dann musst du nach München und unbedingt gewinnen.

Sie lagen im Clinch mit dem damaligen VfB-Trainer Ralf Rangnick.

Klar, Rangnick und Balakov waren damals das große Thema. Ich musste sehr viel Kritik einstecken. Jeder hat von mir Tore erwartet.

Prompt trafen Sie zum Siegtor in München.

Na ja, wenn ich es mir richtig überlege, ist das gar kein schlechtes Rezept. Man muss die Jungs heißmachen.

Sind sie das nicht ohnehin gegen die Bayern? Worauf kommt es besonders an?

Gegen die Bayern ist es immer schwer, in München ganz besonders. Und dann haben sie in Arjen Robben und Franck Ribéry zwei Ausnahmespieler, die können jeden Gegner von einer Sekunde auf die andere zerlegen.

Wozu raten Sie dem VfB?

Gegen die beiden gibt es eigentlich keine Mittel. Den VfB kann nur ein Höchstmaß an Einsatz, Kampfbereitschaft, Wille und Konzentration retten.

Ihnen fehlt der Glaube für einen VfB-Sieg?

Es muss alles passen, wirklich alles. Dann kann der VfB eine Überraschung schaffen.

Die Bayern mussten am Mittwoch beim Pokalsieg in Schalke in die Verlängerung, nächsten Dienstag spielen sie in der Champions League gegen Manchester United. Spielt das im Unterbewusstsein eine Rolle – dass sie den VfB nicht hundertprozentig ernst nehmen?

Wir kennen doch alle die Psychologie im Fußball. Natürlich denkst du an so ein großes und wichtiges Spiel wie gegen ManU. Das steckt bei den Bayern auf jeden Fall in den Köpfen. Vielleicht unterläuft ihnen gegen den VfB die eine oder anderen Unachtsamkeit – dann musst du da sein. Der VfB muss die kleinste Kleinigkeit nutzen.

Der VfB hat eine miserable Hinrunde gespielt und ist jetzt die zweitbeste Rückrundenmannschaft. Wie verfolgen Sie die Entwicklung?

Wir haben zwei Sportkanäle im bulgarischen Fernsehen, auf denen jede Woche vier Bundesligaspiele live übertragen werden. Ich sehe den VfB häufig. Und ich sage Ihnen: Es ist völlig normal, dass es immer auf und ab geht. Das kommt und geht wie die Sonne und der Regen. Gut, andere Clubs haben das vielleicht besser im Griff. Aber seit Christian Gross den VfB trainiert, ist der Erfolg wieder konstant zurückgekehrt.

Sie waren Trainer in der Schweiz. Wie gut kennen Sie Christian Gross?

Sehr gut, wir kennen uns privat und aus zahlreichen Duellen in der Schweizer Liga, er mit dem FC Basel, ich als Trainer von Grasshopper Zürich.

Wer gewann häufiger?

Oh, daran kann ich mich nur schlecht erinnern. Jeder hat Spiele gewonnen, und wir haben auch mal unentschieden gespielt.

Was zeichnet Christian Gross aus?

Seine Ausstrahlung, sein Respekt und seine Autorität. Damit erreicht er die Spieler. Jetzt kann jeder wieder stolz auf den VfB sein – ich bin es jedenfalls.

Sie sind doch schon ein paar Tage weg.

Das spielt keine Rolle. Ich habe acht Jahre beim VfB gespielt, das ist heutzutage eine lange Zeit. Ich gehöre noch immer zur roten Familie. Mein Herz wird bis zu meinem letzten Stündchen für den VfB schlagen.

Ihr Tipp fürs Südderby?

Unser Torwarttrainer Lubo Sheitanov ist ein großer Bayern-Fan, der redet die ganze Woche von diesem Spiel, ich halte es kaum mehr aus. Ich hoffe, der VfB erwischt einen super Tag und macht den Bayern das Leben richtig schwer.

STN online 26.3.10

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