23. Oktober 2012

Rüdiger als Matchwinner

An diesem goldenen Oktoberwochenende hatten wir mal wieder eine besondere Tour geplant. Erst ging es am Samstag in den Erdgas-Sportpark nach Halle, unmittelbar nach Spielende folgte die Weiterfahrt nach Hamburg, wo der VfB am Sonntag-Abend den 8. Spieltag abschließen würde.

Gegen den Hallescher FC ging es für unsere Amas darum, den Negativtrend mit zuvor sechs sieglosen Spielen in Folge zu beenden und sich wieder ein kleines Polster zu den Abstiegsplätzen zu erarbeiten.

Dies gelang eindrucksvoll. Bereits nach vier Spielminuten nutzte Antonio Rüdiger die Konfusion in der Hallenser Abwehr, als er eine Ablage aus etwa 20 Metern mit einem satten Vollspannschuss ins Tor hämmerte und damit die in den schönen schwarzen Auswärtstrikots angetretenen Schwaben in Führung schoss. Halle, die ebenfalls in einer Negativspirale stecken, merkte man danach die Verunsicherung an. Der VfB versäumte es aber, diese auszunutzen und unmittelbar nachzulegen. So legten die Hausherren nach und nach die Nervosität ab und übernahmen das Kommando, welches zwischenzeitlich kurz vor der Halbzeit in den zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich mündete.

Fünf Minuten nach Wiederbeginn musste unser Kapitän Tobi Rathgeb verletzungsbedingt vorzeitig den Platz verlassen und wurde durch Thomas Geyer ersetzt. Weitere vier Zeigerumdrehungen später dezimierten sich die Gastgeber selbst, als Preuß nach einem Foul am überragenden Rüdiger die Ampelkarte sah. Zehn Minuten später gab es gut 20 Meter vor dem gegnerischen Tor nach einem Foul an Rani Khedira Freistoß für den VfB. Der etatmäßige Standardspezialist Rathgeb stand ja nicht mehr auf dem Platz, also übernahm Antonio Rüdiger die Verantwortung und schnürte seinen Doppelpack.

An dieser Stelle möchte ich einmal meine Verwunderung darüber zum Ausdruck bringen, dass normalerweise der Leitwolf Tobias Rathgeb sämtliche Standards bei unserer zweiten Mannschaft treten darf. Bei aller Wertschätzung für Rathgeb, hielte ich es für angebrachter die Standards  ambitionierteren Spielern, wie (einst) Holzhauser, oder eben jetzt einem Kevin Stöger, Antonio Rüdiger oder auch Rani Khedira zu überlassen. So kommt Holzhauser in die erste Mannschaft und übernimmt dort auf Anhieb die Standards, welche er bei den Amas selten bis nie ausführen durfte, ebenso packt Rüdiger in Halle die Chance beim Schopfe und hämmert das Runde ins Eckige, wo Rathgeb mutmaßlich einmal mehr die Kugel mehr geschlenzt denn gedroschen hätte und der Ball so zu 99% eine sichere Beute für den Keeper gewesen wäre oder der Ball über den Kasten geflogen wäre.

Nach dem 1:2 war der Widerstand der Hallenser jedenfalls gebrochen und der VfB erhöhte noch durch Janzer und Benyamina auf das etwas zu hohe 1:4.

Eigentlich schaffen wir es selten bis nie zu einem Auswärtsspiel unserer Jungen Wilden. Dieses Mal jedoch bot es sich an, auch wenn Halle nicht auf dem direkten Weg nach Hamburg liegt. Dennoch bereuten wir diese Entscheidung in keiner Sekunde. Es war ein toller Trip, bei fast sommerlichen Temperaturen und strahlend blauem Himmel. Die 7.002 Zuschauer im Erdgas-Sportpark machten ordentlich Stimmung und unterstützten ihr Team während der gesamten 90 Minuten. Leider blieb der Gästeblock an diesem Tag geschlossen, so dass sich die ohnehin wenigen VfB-Fans noch im weiten Rund verloren. Die Mannschaft ließ es sich dennoch nicht nehmen, sich nach dem Spiel in unserer Kurve feiern zu lassen und sich fürs Kommen zu bedanken. Für den VfB geht es am kommenden Wochenende zu Wacker Burghausen, die auf einem respektablen fünften Tabellenplatz stehen und sogar die Heimtabelle anführen. Es dürfte also kein leichtes Unterfangen werden. Dennoch ist unserem jungen Team mit dem Elan von Halle einiges zuzutrauen, zumal es die Punkte für den Klassenerhalt wohl eher auswärts holen muss. In Degerloch ist der VfB auch im fünften Jahr in der 3. Liga noch nicht heimisch geworden, auch, weil so gut wie jedes Heim- ein gefühltes Auswärtsspiel ist. Dem Team ist zu wünschen, dass sich dieser Zustand baldmöglichst ändert, die Heimfans auch in Degerloch einmal in der Überzahl sind und sich ein Stimmungsblock bildet, der dem Gegner stimmungstechnisch Paroli bieten kann. Es sollte sich doch einmal herumsprechen, dass hier junge, hungrige Akteure auf dem Platz stehen, die unsere Farben mehr als würdig vertreten, und, die es verdient hätten, mehr Zuspruch zu erhalten.

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