30. September 2012

Erster Saisonsieg!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 19:05

Der erste Saisonsieg wäre geschafft. Auch in Nürnberg war es, trotz indisponierten Franken, alles andere als ein Selbstläufer.

Es ist natürlich verständlich, dass der VfB nach den Pleiten der letzten Wochen nicht gerade selbstsicher auftreten würde.

Die Nürnberger ihrerseits traten zu diesem Aufeinandertreffen nach gutem Start mit zwei Pleiten in Serie an. So stellte sich vor dem Spiel die Frage welches von zwei angeschlagenen Teams wen aufbauen würde? Nach der Partie können wir erleichtert notieren, dass Nürnberg für den VfB der ideale Gegner zum jetzigen Zeitpunkt war. Um der Niederlagenserie Einhalt zu gebieten änderte Club-Trainer Dieter Hecking sein Team gleich auf vier Positionen im Vergleich zur 1:4 Niederlage in Hannover und brachte unter anderem erstmals Marcos Antonio in der Innenverteidigung sowie Timo Gebhart, der letztes Jahr noch die Knochen für den VfB hingehalten hatte. Besonders das Reinschnuppern von Marcos Antonio in die Bundesliga. Beim VfB stürmten nach abgesessenen Rotsperren erstmals seit dem Bayern-Spiel wieder Harnik und Ibisevic gemeinsam, während Raphael Holzhauser auf der Hajnal-Position sein Startelf-Debut feiern durfte.

Zunächst einmal rückte jedoch der Debütant der Franken in den (unfreiwilligen) Mittelpunkt. Keine halbe Minute war gespielt, als der Brasilianer Marcos Antonio einen Rückpass auf Raphael Schäfer zu kurz spielt, Vedad Ibisevic schneller als die beiden Clubberer reagierte und den Ball zum 0:1 einschob. Eine wirksamere Pille gegen die Krise kann man sich ja kaum vorstellen. Der VfB, begleitet von rund 4.000 Fans, hatte von Beginn an das Spiel, das ihm am meisten liegt. Man konnte den Gegner kommen lassen und aus einer gesicherten Defensive heraus den einen oder anderen Nadelstich setzen. Etwa 10 Minuten nach der Führung hätte Raphael Holzhauser sein insgesamt gelungenes Debüt schon mit seinem ersten Bundesligatreffer krönen können, wenn er den Marcos Antonio abgeluchsten Ball an Schäfer vorbeigebracht hätte. Für den Brasilianer war dann auch nach einer Viertelstunde der Arbeitstag beendet, Hecking ersetzte ihn durch Balitsch. Danach wurden die Nürnberger sicherer in der Abwehr und kamen zu ersten Chancen. In dieser Phase war mir der VfB einmal mehr zu passiv und reagierte nur noch, anstatt konsequent auf das 0:2 gehen. Ein Team mit größerem Selbstvertrauen hätte die zahlreichen Abspielfehler vom VfB sicherlich genutzt. So aber hielt der VfB die Null und machte eine viertel Stunde vor Schluss den Sack zu, als Ibisevic Harnik freispielte und der an Schäfer vorbei einschob zum vorentscheidenden 0:2. Danach rannte der Club nur noch kopflos an und brachte das VfB-Tor kaum mehr in Gefahr.

Unterm Strich stand also der erste Saisonsieg, sicherlich verdient gestern. Dennoch ist noch lang nicht alles Gold, was glänzt. Der VfB leistete sich viele haarsträubende Abspielfehler und technische Schwächen. Was stimmte, war der Einsatz und die Laufbereitschaft. Was mich verwunderte, war, dass sich zum Torjubel beim 2:0 lediglich Ibisevic und Sakai zu Harnik aufmachten. Eigentlich war es doch eine Situation, die der Mannschaft sämtliche Steine vom Herzen purzeln lassen müsste. Vielleicht wollten sie ja auch nur „unnötige“ Meter vermeiden. Mich irritierte dies jedenfalls auf der Tribüne. Was ich von der Maßnahme halten soll, dass plötzlich Raphael Holzhauser in der Startelf stand und erstmals, nach seiner Einwechslung gegen Hoffenheim, zwei Einsätze in Folge im Profiteam bekam, weiß ich nicht so recht. Labbadia hatte ja stets gebetsmühlenartig erklärt, die Jungs wie Holzhauser, Stöger und Rüdiger wären noch nicht so weit. Ihn ließen auch die Rufe nach dem „In die Tat umsetzen“ des Stuttgarter Wegs kalt, in dem er in dieser Frage mehr oder weniger die kalte Schulter zeigte und darauf verwies, dass dies nur die Trainer richtig beurteilen könnten. Schon gegen Hoffenheim erschien mir seine Einwechslung als ein letztes Pfeifen im Walde, um seinen eigenen Job zu retten. Daher bin ich mir nicht sicher, ob Labbadia in dieser Personalie aus voller Überzeugung gehandelt hat oder dem Druck von außen nachgegeben hat. Ich begrüße es jedenfalls außerordentlich, wenn junge Spieler Einsatzzeiten bekommen, was ja deren Marktwert steigert und somit langfristig auch zur Zukunftssicherung des VfB beitragen kann. Meiner Meinung nach hat Holzhauser ein ordentliches Debut gegeben. Er muss zwar das 0:2 machen, einem jungen Spieler verzeiht man jedoch eher einmal, wenn er vor dem Tor nicht die Nerven hat. Ansonsten war er präsent, oft anspielbar und schlug brauchbarere Standards als der Platzhirsch Hajnal. Auffallend war, dass er auf Anhieb alle Standards schlagen durfte. Was ihm etwas abging, war Spritzigkeit im Antritt und die für seine Größe unübliche Schwäche im Kopfballspiel. Dies ist aber etwas, das ausbaufähig ist und das man trainieren kann.  Ich finde, Holzhauser hat weitere Chancen verdient.

Nach dem zweiten Europa League Spiel in Molde am Donnerstag folgt am kommenden Sonntag das Gastspiel von Bayer Leverkusen im Neckarstadion. Ein Team, das uns in den letzten Jahren nicht gelegen hat und das langsam ins Rollen kommt. Es wird also auch da sehr schwer werden, die Punkte in Stuttgart zu behalten. Schaun mer mal, wie sich der VfB dann präsentieren wird, ob das erste Heimtor in dieser Saison gelingt und womöglich der erste Heimsieg. Oder, war der Sieg beim Club nur ein Strohfeuer? Die Bewährungswochen für Trainer und Team gehen also weiter. Ich traue dem Braten jedenfalls noch lange nicht!

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 7.5/10 (2 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0 (from 0 votes)
27. September 2012

Indiskutabel

Acht Spiele lang ist es gutgegangen gegen den Dorfverein aus dem Kraichgau. Acht Spiele, in denen Ruhm und Ehre gewahrt blieben und der klamme Sparverein VfB Stuttgart den Hopp-Millionen getrotzt hatte. Acht Spiele ohne Niederlage gegen das mit Ex-VfBlern auf Feld und Bank gespickte Volk ohne Heimat. Acht Spiele, die ich alle live gesehen habe und wo es am Ende immer richtig gut tat, deren zugelaufenen „Fans“ die lange Nase zu zeigen.

Dass jede Serie einmal zu Ende geht, war mir auch in diesem Fall durchaus bewusst. Dass sich jedoch einmal die Angestellten des VfB in kurzen Hosen in einem solchen Prestigeduell so präsentieren würden, das hätte ich in meinen schlimmsten Träumen nicht erwartet. Der VfB ließ die Kraichgauer nach Belieben gewähren und kombinieren und präsentierte sich herz-, kampf- und charakterlos und vor allem nicht als Team. Es kochte ein jeder sein eigenes Süppchen und ergab sich wehrlos in sein Schicksal. In dieser „Mannschaft“ scheint es vorne und hinten nicht zu stimmen. Bereits zum zweiten Mal in der noch jungen Saison ergab sich der VfB noch auf dem Platz und ließ die Dinge ihren Lauf nehmen. Auch in Bremen fehlte nicht allzu viel und der VfB hätte sich abschießen lassen. Dort folgte immerhin in der zweiten Halbzeit eine Trotzreaktion und das Team wehrte sich.

Nach fünf Spieltagen muss man ganz klar konstatieren, dass es in dieser Saison (wieder einmal) einzig und allein um den Klassenerhalt geht. Wenn man durchschnittlichen Bundesligamannschaften schon hoffnungslos unterlegen ist, gegen wen möchte man dann überhaupt noch gewinnen.

Die Frage ist auch, wie lange schaut sich das unsere Führung noch an? Oder ist die Darbietung auf dem grünen Rasen mittlerweile zweitrangig, Hauptsache die schwarze Null steht? Mir wird es Angst und Bange, wenn ich an die kommenden Aufgaben gegen Nürnberg und Leverkusen denke. Beide zählen schon seit Jahren nicht unbedingt zu unseren Lieblingsgegnern. Sollte Labbadia, wovon ich ausgehe, noch eine Gnadenfrist erhalten, ist es dann überhaupt realistisch, dass wir auch wieder einmal dreifach punkten? War es gestern nicht offensichtlich, dass die Mannschaft gegen den Trainer spielte? Kann es nicht sein, dass Georg Niedermeier die öffentlich formulierte Kritik mit Rückendeckung der übrigen Führungsspieler getätigt hat? Wurde Labbadia nicht schon dadurch zum Abschuss freigegeben? Es ist nicht so, dass ich es gutheiße, wenn eine Mannschaft einen Trainer abschießt, beim VfB scheint dies aber seit Jahren zum guten Ton und damit zur „Firmenkultur“ zu gehören, gebilligt von den Vereinsoberen. Oder hat von denen einer schon mal Tacheles geredet und den Jungs die Leviten gelesen, dass man sich im Brustringtrikot NIEMALS so präsentieren darf? Ich glaube es nicht. Mäuser zeigt sich lediglich auf offiziellen Anlässen und referiert vom Stuttgarter Weg, an den er wahrscheinlich selbst nicht mehr glaubt, sonst macht er sich rar und arbeitet daran, das Betriebsklima durch seine cholerische Art mehr und mehr zu vergiften, wie der Flurfunk so berichtet.  Nicht umsonst verlassen langjährige, loyale Mitarbeiter den VfB und wechseln den Verein, weil ihre Ideen und Visionen zu wenig Beachtung finden und die im sportlichen Bereich Verantwortlichen in die Gegenrichtung rudern. Quo Vadis also, VfB?

Auch jetzt noch, fast einen Tag danach, bin ich tief deprimiert, ratlos und vor allem stinksauer, wenn ich an gestern denke. Nach einer solch miserablen Vorstellung, möglicherweise der schlechtesten und blamabelsten, die ich je vom VfB gesehen habe, könnte man eigentlich den Laden direkt zu machen. Geht natürlich nicht, also fahre ich am Samstag nach Nürnberg und glaube an das Gute in unseren Spielern und dass sie gewillt sind, dort Wiedergutmachung zu betreiben. Allen Querelen oder Disharmonien zum Trotz, die Jungs müssen sich am Riemen reißen, sich konzentrieren und darauf besinnen, dass es gegen einen Gegner geht, der ebenfalls angeschlagen daher kommt. Wir wissen ja alle, dass sie es eigentlich besser können. Es geht um die Gegenwart und die Zukunft unseres VfB. Ich bin mir ziemlich sicher, wenn unsere Spieler sich noch einmal so blutleer, ohne Kampf und ohne Wille präsentieren und damit die Zukunft des Vereins aufs tiefste gefährden und das Image weiter beschädigen, werden wir wieder Verhältnisse vorfinden wie vor zwei Jahren nach dem Spiel gegen Bochum.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 9.3/10 (35 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: +17 (from 19 votes)
21. September 2012

Der Stuttgarter (Irr-)Weg

Auch gegen den Tabellenführer aus der großen Fußballnation Rumänien war gestern nicht mehr als eine Punkteteilung drin. Erneut konnte bzw. musste man ein über weite Strecken behäbiges Spiel vom VfB mit ansehen, gespickt mit haarsträubenden Schnitzern in der Defensive und abermals großen technischen Unzulänglichkeiten. Da sie es ja eigentlich besser können, ordne ich dies unter mangelnder Konzentration ein. Diese war auch verantwortlich für den 1:1-Ausgleich, der unmittelbar nach dem eigentlich so wichtigen frühen Führungstor fiel. Mein Gott, auf dem Platz stehen Profis – es ist doch keiner böse, wenn diese bei dem euphorischen Ole-Ola NICHT mitmachen. Sie brauchen sich auch selbst auf die Schulter klopfen, ein jeder, der dem VfB die Daumen drückt, wäre einfach nur froh, wenn sie nach dem Anstoß die Ordnung wieder aufnähmen…

Am Ende konnte man dann noch froh sein, überhaupt einen Punkt ergattert zu haben, da man kurz vor Schluss durch einen Foulelfmeter in Rückstand geriet. Nach dem Ausgleich durch Schorsch Niedermeier hatten wir sogar noch hochkarätige Chancen um zu gewinnen, doch es hat nicht sollen sein. Vielleicht ist es ja tatsächlich so, wie Martin Harnik bei Sport im Dritten sagte, dass momentan die Geilheit auf Tore fehle. Ich kann so etwas zwar nicht nachvollziehen, für mich geht es nämlich im Fußball gerade darum, ein Tor mehr als der Gegner zu erzielen. Aber, ich bin ja auch kein Experte! Diese sitzen bei uns auf der Bank und auf der Tribüne. Vielleicht sollte ich auch langsam einfach mal die Sportart wechseln, denn langsam komme ich nicht mehr mit, was sich bei uns derzeit auf dem Rasen abspielt. Die an und für sich gute und harmonische Vorbereitung, wie weggeblasen. Der Umstand, der eigentlich zu unserem Vorteil gereichen sollte, nämlich, dass wir aufgrund der recht geringen Fluktuation in der Sommerpause auf ein eingespieltes Team zurückgreifen konnten, stellt sich als haltlos heraus. Auch die Mär vom Stuttgarter Weg und dem propagierten Vorhaben, dem eigenen Nachwuchs eine Chance zu geben, ist das Papier nicht wert auf dem er beschrieben ist. Ich war mit diesem Vorhaben hundert prozentig d’accord und sah es auch als erfreulich an, dass im Sommer fast keine neuen Spieler verpflichtet wurden, um unseren talentierten Nachwuchskickern den Weg nicht zu verbauen.

Nur, jetzt nach drei Spieltagen sind wir bei den Vereinen, die am wenigsten Spieler unter 23 Jahren eingesetzt haben. Mittlerweile gehören wir zu den vom Durchschnittsalter her ältesten Mannschaften in der Liga. Welche Mogelpackung möchte man uns hier verkaufen? Warum erhält gegen Düsseldorf im erweiterten Teamkader ein angeschlagener Tasci den Vorzug vor Antonio Rüdiger. Wie ist es zu erklären, dass nach dem verletzungsbedingten Ausfall Hoglands kein Rechtsvereidiger, oder einer der ihn spielen kann, mehr auf der Bank ist und daher Kvist, auf der für ihn ungewohnten Position, in die Bresche springen muss. Wäre Rüdiger im Kader gewesen, wäre er, obwohl gelernter Innenverteidiger, die erste Option gewesen, so, hatte man Tasci für alle Fälle auf die Bank gesetzt, traute ihm den Einsatz aber offensichtlich nicht zu.

So aber dachte man mit den Hochgeschwindigkeitsfußballern Kvist, Gentner, Kuzmanovic und Hajnal den Düsseldorfer Abwehrriegel knacken zu können. Weshalb ist es einem Raphael Holzhauser nicht gestattet, Koryphäen wie Gentner, Kvist oder Kuzmanovic im defensiven Mittelfeld einmal Druck zu machen. Warum ist es aussichtslos für Kevin Stöger an Tamas Hajnals Unverzichtbarkeitsstatus zu kratzen? Kein Mensch, verlangt, dass alle auf einmal, für immer oder von Anfang an alle drei Tage 90 Minuten zum Einsatz kommen. Aber, die Jungs über Kurzeinsätze heranzuführen und sie spüren zu lassen, dass man auf sie baut, wäre ein tolles Zeichen. Ich kann es mittlerweile verstehen, wenn uns immer mehr Talente und Eigengewächse den Rücken zukehren, weil der Stuttgarter Weg nur auf dem Papier existiert und nicht in die Tat umgesetzt wird. Ist doch klar, dass die Jungs, die mittlerweile alle 19 Jahre alt sind, langsam die Geduld verlieren.

Derzeit ist es ja wahrlich nicht so, dass die von Labbadia auserkorene Stammmannschaft Bäume ausreißen und begeisternden Fußball spielen würde. Das Gegenteil ist der Fall. Mindestens die Hälfte des Teams derzeit könnte man beliebig aus der Mannschaft nehmen und keiner würde sich beschweren. Ich für meinen Teil sehe lieber junge Talente in der Mannschaft, die noch etwas erreichen wollen, als etablierte Kräfte, bei denen man manchmal den Eindruck hat, die Spiele sind lästige Pflichtübungen inmitten des so schönen Profifußballerlebens.

Derzeit habe ich ein schlechtes Gefühl, was den weiteren Verlauf der Vorrunde anbelangt. Es scheint ja auch einige Misstöne im Team untereinander und teilweise auch gegen die Aufstellungen und Ansichten des Trainerteams zu geben, so dass es durchaus einen „stürmischen Herbst“ geben könnte. Das Gute allerdings am Fußball ist, dass das Geschwätz von heute morgen, oder besser gesagt am Sonntag, schon wieder total überholt sein könnte, nämlich, nach einem Sieg an der Weser. Allein, mir fehlt der Glaube!

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 9.5/10 (6 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0 (from 0 votes)
16. September 2012

Muss man sich schon Sorgen machen?

Auch nach dem dritten Bundesligaspieltag 2012/2013 steht der VfB ohne Sieg da. Auch im zweiten Heimspiel dieser noch jungen Saison steht auf der Haben-Seite, was die „Torausbeute“ angeht die Null. Hat sich die Kreativabteilung schon zuvor nicht gerade mit Ruhm bekleckert, hat diese ohne die personifizierte Torgarantie Vedad Ibisevic diese Bezeichnung überhaupt nicht verdient. Bei allem Respekt für die Düsseldorfer Defensivarbeit: wenn es schon gegen den Aufsteiger nicht gelingt, deren Abwehr zu überwinden, gegen wen soll es dann funktionieren? Same procedure as every year. Der VfB kommt einmal mehr schwer in die Gänge und beschwört durch dieses Laissez-Faire die nächste Krise und womöglich Trainerdiskussion hervor. Unter Labbadia hat man sich als VfB-Fan ja daran gewöhnt, dass dessen Fußball eher selten vergnügungssteuerpflichtig ist. Wenn am Ende aber die Ergebnisse nicht mehr stimmen und man ein ums andere Mal einen Grottenkick über sich ergehen lassen muss, dann hört irgendwann einmal auch für den hartgesottensten Fan der Spaß auf. Bei mir hat Labbadia nach wie vor einen Stein im Brett, da er unterm Strich seit seinem Wirken eine gute Bilanz hat und vor allem in der vorletzten Saison den Karren aus dem Dreck zog, als uns viele schon abgeschrieben hatten. Dennoch erschließt sich mir seine Philosophie nicht so ganz. Wir betreiben eigentlich immer einen immensen Aufwand beim Spiel gegen den Ball, nur, es kommt nichts dabei raus. Was bringt es, im Mittelfeld voll drauf zu gehen, Bälle zu erkämpfen, wenn man auf der Doppel-Sechs zwei Leute hat, die mehr den Quer- oder Rück-, als den Steilpass bevorzugen. Was bringt es, wenn die mühsam erkämpften Bälle durch technische Unzulänglichkeiten oder schlechtes Antizipieren sofort wieder weg sind?

Es wird immer vom Stuttgarter Weg gesprochen, den ich in der Theorie auch unterstütze. Es liest sich ja durchaus positiv, dass der VfB nur das Geld ausgibt, das er auch sicher eingenommen hat. Es liest sich auch positiv, dass man als Junioren-Rekordmeister vermehrt auf den eigenen Nachwuchs setzen möchte, anstatt Durchschnittskicker für viel Geld aus dem Ausland zu verpflichten. Soweit die Theorie! Die Praxis aber sieht so aus, dass auch gestern wieder kein einziger der Jungen Wilden auf der Bank saß. Diese Entwicklung war mir fast schon klar, als selbst im Pokal beim Sechstligisten Falkensee-Finkenkrug keiner der von unserer zweiten Mannschaft hochgezogenen Jungs Spielpraxis erhielt. Es ist ja nicht gerade so, dass die Stammbelegschaft restlos überzeugen würde. Als junger Spieler würde ich mir an dieser Stelle wirklich Gedanken machen, ob hier beim VfB überhaupt eine reelle Chance besteht, sich ins Team zu spielen. Dennoch sehe ich dies momentan auch als zweischneidige Angelegenheit: An der Leistung gemessen wäre momentan so ziemlich jeder in der ersten Mannschaft austauschbar, Ulle und Ibisevic vielleicht einmal ausgenommen. Ich denke, einen größeren Stiefel als die Etablierten würden die Holzhausers, Stögers und Rüdigers auch nicht herunter kicken. Andererseits, junge Spieler die ins kalte Wasser geschmissen werden, brauchen auch Führung, gestandene Spieler, an denen sie sich aufrichten können und die ihnen den Weg weisen, in Phasen, in denen es nicht so läuft. Und da sehe ich beim VfB momentan Niemanden. Es scheint jeder genug mit sich selbst zu tun zu haben, gegen den Negativlauf stemmt sich keiner so richtig. Deshalb auch das vorhin erwähnte „Laissez-Faire“. In solchen Phasen schwelge ich gerne mal in Erinnerungen und denke an Günne Schäfer oder auch z. B. Fredi Bobic zurück, die einfach auch zur gegebenen Zeit mal Zeichen setzten.

Jetzt gilt es am Donnerstag gegen Steaua Bukarest einen guten Start in die Europa League hinzulegen und etwas Selbstvertrauen zu tanken für die nächsten Spiele. Am Sonntag ist der VfB zu Gast bei Werder Bremen. Ob es da gelingt, den Bock umzustoßen, ehrlich gesagt, ich bezweifle es. Die Bremer scheinen, im Gegensatz zum VfB, bereits richtig in der Saison angekommen zu sein, auch wenn sie ihre beiden Auswärtsspiele („mit wehenden Fahnen“) verloren haben. Dieses Spiel, wird seit langem mal wieder ein Bundesliga-Auswärtsspiel sein, das ich verpassen werde. Sonntag, 17.30 Uhr und dann diese Entfernung, fanunfreundlicher geht es wohl kaum!

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 10.0/10 (2 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: +1 (from 1 vote)
3. September 2012

In München untergegangen!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , – Franky @ 20:03

Bilder vom Spiel gegen die Bayern sind jetzt online unter https://www.frankys-stadionpics.de//bilder/thumbnails.php?album=362, wobei mir das Wort „Spiel“ dieses Mal schwerer über die Lippen kommt als sonst. Gespielt hat im Grunde nur eine Mannschaft und das waren die Bayern. Gespielt nach Lust und Laune, für die Galerie, mit dem VfB. Man kann in München verlieren, das wissen gerade wir VfB-Fans. Aber, man darf sich nicht abschlachten lassen und Sämtliches vermissen lassen, was einen Erfolg in München möglich werden ließe. Über Jahrzehnte haben wir den Bayern in den Auswärtsspielen einen großen Kampf und Paroli geboten, wenn auch meist mit wehenden Fahnen verloren wurde. Man konnte die bayerische Landeshauptstadt erhobenen Hauptes verlassen und erntete sogar manch respektvolle Anerkennung der Bayern-Fans. Seit einigen Jahren aber sind wir nur noch ein Sparringspartner und werden der Lächerlichkeit preisgegeben. Noch im April, als wir selbst der Bayern-Reserve unterlegen waren, wurden wir in und beim Abmarsch aus der Arena verhöhnt und ausgelacht, gestern nicht einmal mehr das. Die Bayern-Fans hatten sich wohl gedacht, mit dem Ergebnis sind wir gestraft genug.

Begonnen hatte es ja noch vielversprechend. Schon früh hatten wir Pech, dass Harniks Tor lediglich die Latte im Weg stand. Der VfB ließ sich davon nicht entmutigen und spielte forsch auf und ging auch, nicht einmal unverdient, in Führung. Doch, anstatt dass der Treffer Auftrieb gab, verhielt sich der VfB wie das Kaninchen vor der Schlange, ließ die Bayern auf einmal kommen und bettelte förmlich um ein Gegentor, das auch prompt, lediglich sieben Minuten nach der Führung, fiel, nachdem Hajnal den Ball in der Vorwärtsbewegung vertändelte. Nur zwei Minuten später, dieses Mal nach Ballverlust Okazakis, netzte Kroos aus der Distanz ein, ehe noch vor der Pause die Entscheidung fiel. Zur zweiten Halbzeit brachte Labbadia dann Torun für Hajnal, doch ehe man sich über diese Personalie groß Gedanken machen konnte, erhöhten die Bayern zwischen der 47. und 51. Minute auf 6:1. Danach nahmen die Bayern zum Glück zwei Gänge heraus. Unrühmlicher Höhepunkt war dann noch die rote Karte unseres, eigentlich unersetzlichen, Goalgetters Ibisevic, der bei einem Gerangel mit Boateng etwas die Nerven verlor. Dennoch hätte es mit etwas Fingerspitzengefühl Kinhöfers gelb für beide getan. Ibisevic wird uns also zwei Spiele fehlen, vielleicht die Chance für Cacau, sich wieder ins Team zu spielen.

Durch die anstehende Länderspielpause hat Labbadia jetzt zwei Wochen Zeit mit seinen Spielern, die in Stuttgart bleiben, die Wunden zu lecken und zu trainieren, trainieren, trainieren. In München fehlte es mal wieder an allem. Ungenaues Spiel, zu viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, harmlose Standards, technische Mängel, Unkonzentriertheiten und nach dem ersten Gegentor schon fast Auflösungserscheinungen und kein Aufbäumen. Sie haben sich ergeben und schon früh damit abgefunden, dass es nichts zu ernten gibt.

Es stehen aber auch zwei Wochen an, in denen man als VfB-Fan am besten nicht auf die Tabelle schaut. Danach kommt der Aufsteiger Fortuna Düsseldorf ins Neckarstadion, der einen überraschend guten Start hingelegt hat und in den beiden Spielen ohne Gegentor blieb. Der VfB sollte also gewarnt sein, ist aber auf der anderen Seite nach null Punkten aus zwei Spielen schon wieder gehörig unter Druck, endlich den Bock umzustoßen und anzufangen zu punkten.

Nach nur einem grottenschlechten Spiel ist gewiss nicht der Zeitpunkt alles zu verteufeln und in Frage zu stellen, bedenklich war die Art und Weise aber trotzdem, wie die hohe Niederlage zustande kam. Auch wenn Labbadia kein großer Freund der Rotation ist, würde ich mir doch öfter mal Wechsel in der Anfangsformationen wünschen. Zum einen würde dies den Konkurrenzkampf im Team mehr fördern, als wenn sich jeder, der gegen Wolfsburg oder in Moskau gespielt hat und die Woche über gesund blieb, sicher sein kann, auch in München aufzulaufen. Der andere Aspekt aber ist, dass der VfB schwerer auszurechnen wäre. Ich hoffe, diesbezüglich springt Labbadia über seinen Schatten, auch wenn er immer die Stabilität und Balance im Team betont, die er durch wechselnde Aufstellungen nicht gefährden wolle. Spätestens nach diesem Spiel mit sechs Gegentoren muss man konstatieren, dass es mit der Stabilität auch nicht mehr so weit hin ist…

Nach einer solchen Darbietung bin ich heute tatsächlich froh, dass am nächsten Wochenende spielfrei ist. Ein guter Zeitpunkt daher das 35-Jahr-Jubiläum des RWS Berkheim, dem größten und auch einem der ältesten VfB-Fanclubs, zu feiern.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 9.3/10 (4 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0 (from 0 votes)