30. September 2012

Erster Saisonsieg!

Category: Frankys Blogs — Tags: , , , , , , , – Franky @ 19:05

Der erste Saisonsieg wäre geschafft. Auch in Nürnberg war es, trotz indisponierten Franken, alles andere als ein Selbstläufer.

Es ist natürlich verständlich, dass der VfB nach den Pleiten der letzten Wochen nicht gerade selbstsicher auftreten würde.

Die Nürnberger ihrerseits traten zu diesem Aufeinandertreffen nach gutem Start mit zwei Pleiten in Serie an. So stellte sich vor dem Spiel die Frage welches von zwei angeschlagenen Teams wen aufbauen würde? Nach der Partie können wir erleichtert notieren, dass Nürnberg für den VfB der ideale Gegner zum jetzigen Zeitpunkt war. Um der Niederlagenserie Einhalt zu gebieten änderte Club-Trainer Dieter Hecking sein Team gleich auf vier Positionen im Vergleich zur 1:4 Niederlage in Hannover und brachte unter anderem erstmals Marcos Antonio in der Innenverteidigung sowie Timo Gebhart, der letztes Jahr noch die Knochen für den VfB hingehalten hatte. Besonders das Reinschnuppern von Marcos Antonio in die Bundesliga. Beim VfB stürmten nach abgesessenen Rotsperren erstmals seit dem Bayern-Spiel wieder Harnik und Ibisevic gemeinsam, während Raphael Holzhauser auf der Hajnal-Position sein Startelf-Debut feiern durfte.

Zunächst einmal rückte jedoch der Debütant der Franken in den (unfreiwilligen) Mittelpunkt. Keine halbe Minute war gespielt, als der Brasilianer Marcos Antonio einen Rückpass auf Raphael Schäfer zu kurz spielt, Vedad Ibisevic schneller als die beiden Clubberer reagierte und den Ball zum 0:1 einschob. Eine wirksamere Pille gegen die Krise kann man sich ja kaum vorstellen. Der VfB, begleitet von rund 4.000 Fans, hatte von Beginn an das Spiel, das ihm am meisten liegt. Man konnte den Gegner kommen lassen und aus einer gesicherten Defensive heraus den einen oder anderen Nadelstich setzen. Etwa 10 Minuten nach der Führung hätte Raphael Holzhauser sein insgesamt gelungenes Debüt schon mit seinem ersten Bundesligatreffer krönen können, wenn er den Marcos Antonio abgeluchsten Ball an Schäfer vorbeigebracht hätte. Für den Brasilianer war dann auch nach einer Viertelstunde der Arbeitstag beendet, Hecking ersetzte ihn durch Balitsch. Danach wurden die Nürnberger sicherer in der Abwehr und kamen zu ersten Chancen. In dieser Phase war mir der VfB einmal mehr zu passiv und reagierte nur noch, anstatt konsequent auf das 0:2 gehen. Ein Team mit größerem Selbstvertrauen hätte die zahlreichen Abspielfehler vom VfB sicherlich genutzt. So aber hielt der VfB die Null und machte eine viertel Stunde vor Schluss den Sack zu, als Ibisevic Harnik freispielte und der an Schäfer vorbei einschob zum vorentscheidenden 0:2. Danach rannte der Club nur noch kopflos an und brachte das VfB-Tor kaum mehr in Gefahr.

Unterm Strich stand also der erste Saisonsieg, sicherlich verdient gestern. Dennoch ist noch lang nicht alles Gold, was glänzt. Der VfB leistete sich viele haarsträubende Abspielfehler und technische Schwächen. Was stimmte, war der Einsatz und die Laufbereitschaft. Was mich verwunderte, war, dass sich zum Torjubel beim 2:0 lediglich Ibisevic und Sakai zu Harnik aufmachten. Eigentlich war es doch eine Situation, die der Mannschaft sämtliche Steine vom Herzen purzeln lassen müsste. Vielleicht wollten sie ja auch nur „unnötige“ Meter vermeiden. Mich irritierte dies jedenfalls auf der Tribüne. Was ich von der Maßnahme halten soll, dass plötzlich Raphael Holzhauser in der Startelf stand und erstmals, nach seiner Einwechslung gegen Hoffenheim, zwei Einsätze in Folge im Profiteam bekam, weiß ich nicht so recht. Labbadia hatte ja stets gebetsmühlenartig erklärt, die Jungs wie Holzhauser, Stöger und Rüdiger wären noch nicht so weit. Ihn ließen auch die Rufe nach dem „In die Tat umsetzen“ des Stuttgarter Wegs kalt, in dem er in dieser Frage mehr oder weniger die kalte Schulter zeigte und darauf verwies, dass dies nur die Trainer richtig beurteilen könnten. Schon gegen Hoffenheim erschien mir seine Einwechslung als ein letztes Pfeifen im Walde, um seinen eigenen Job zu retten. Daher bin ich mir nicht sicher, ob Labbadia in dieser Personalie aus voller Überzeugung gehandelt hat oder dem Druck von außen nachgegeben hat. Ich begrüße es jedenfalls außerordentlich, wenn junge Spieler Einsatzzeiten bekommen, was ja deren Marktwert steigert und somit langfristig auch zur Zukunftssicherung des VfB beitragen kann. Meiner Meinung nach hat Holzhauser ein ordentliches Debut gegeben. Er muss zwar das 0:2 machen, einem jungen Spieler verzeiht man jedoch eher einmal, wenn er vor dem Tor nicht die Nerven hat. Ansonsten war er präsent, oft anspielbar und schlug brauchbarere Standards als der Platzhirsch Hajnal. Auffallend war, dass er auf Anhieb alle Standards schlagen durfte. Was ihm etwas abging, war Spritzigkeit im Antritt und die für seine Größe unübliche Schwäche im Kopfballspiel. Dies ist aber etwas, das ausbaufähig ist und das man trainieren kann.  Ich finde, Holzhauser hat weitere Chancen verdient.

Nach dem zweiten Europa League Spiel in Molde am Donnerstag folgt am kommenden Sonntag das Gastspiel von Bayer Leverkusen im Neckarstadion. Ein Team, das uns in den letzten Jahren nicht gelegen hat und das langsam ins Rollen kommt. Es wird also auch da sehr schwer werden, die Punkte in Stuttgart zu behalten. Schaun mer mal, wie sich der VfB dann präsentieren wird, ob das erste Heimtor in dieser Saison gelingt und womöglich der erste Heimsieg. Oder, war der Sieg beim Club nur ein Strohfeuer? Die Bewährungswochen für Trainer und Team gehen also weiter. Ich traue dem Braten jedenfalls noch lange nicht!

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