Der Heimkomplex setzt sich fort, viertes Heimspiel, vierte Niederlage! Zum vierten Mal mit einem deutlichen Chancen-Plus, aber auch zum vierten Mal den Gegner durch zu naives Abwehrverhalten zum Siegen eingeladen. Wieder einmal weist uns nahezu jede Statistik als bessere Mannschaft aus. Ob Passquote, gewonnene Zweikämpfe oder die Torschussstatistik, es ist s […]
Der Saisonstart hat uns Allesfahrern einiges abverlangt. Wegen Kiel, Hamburg, Berlin sowie Hannover unter der Woche legten wir bereits knapp 5.200 Kilometer auf Schiene und Straße zurück, verbrachten etwa 60 Stunden in Zug und Bus und „opferten“ für Hannover auch noch zwei Urlaubstage. Unser Aufwand und der bisherige Ertrag an Punkten stehen hier in keinem [ […]
Und das wie in Stein gemeißelt. Auf der Punkte-Haben-Seite –auch nach dem fünften Spieltag. Der historisch schlechteste Start des VfB Stuttgart in der Bundesliga nimmt groteske Züge an. Die Aufbruchsstimmung, die nach den Trainingslagern und vor allem nach dem (überbewerteten) 4:2 gegen Manchester City herrschte, weg? Mitnichten, die Mannschaft verliert Spie […]
Im 101. Jahr ihres Bestehens präsentiert sich die Dortmunder Borussia so jugendlich wie selten zuvor und auch äußerst erfolgreich. In der Bundesliga hält Schwarz-Gelb Fühlung zu den Champions League-Rängen
und vor allem zum ungeliebten Reviernachbarn Schalke. Die inoffizielle Ruhrgebietsmeisterschaft ist in dieser Saison somit wieder geprägt vom Spitzenfußball, von der sportlichen Rivalität zweier Traditionsvereine, die beide zurückkehren wollen zu alter Größe. Dortmund setzt hierbei auf eine junge, hungrige Mannschaft, in der noch viel Entwicklungspotenzial steckt. Toptalente wie die längst in der Innenverteidigung gesetzten Neven Subotic und Mats Hummels lassen angesichts ihrer routinierten Spielweise oft vergessen, dass sie beide erst Anfang 20 sind. An ihrer Seite, der linken wohlgemerkt, hat U21-Europameister Marcel Schmelzer gar Leistungsträger und Publikumsliebling Dede verdrängt. In Mittelfeld und Angriff geben Youngster wie Sven Bender, Eigengewächs Nuri Sahin oder den bekennenden BVB-Anhänger Kevin Großkreutz den Takt vor.
BVB-Trainer Jürgen Klopp verstand es hervorragend gerade diese jungen Spieler in ein stabiles Mannschaftsgerüst einzubauen, das ihnen Sicherheit gibt, aber auch genügend Freiraum lässt, um ihre Stärken voll auszuspielen. Zu Klopps persönlichen Stärken zählt indes die immense Leidenschaft, mit der er seinen Beruf lebt. Genau diese Leidenschaft brach jüngst auch beim Auswärtssieg in Köln heraus. Zunächst wurde
der gebürtige Bad Cannstatter vom Unparteiischen wegen unbotmäßigem Verbalverhalten an der Seitenlinie auf die Tribüne verbannt, von dort setzte er zu einem Siegesjubellauf an wie ihn die Liga wohl noch nie zuvor gesehen hat: Unaufhaltsam, wild und mitreißend – eben genauso wie sein Team auf dem grünen Rasen, das sich seit Wochen im Aufwind befi ndet. Einer der mit Sicherheit ebenfalls seinen Anteil am neuen Schwung der Borussen hat, ist Stürmer Lucas Barrios, genannt „La Pantera“, auf Deutsch: der Panther. Anfangs in der Bundesliga ob einiger vergebener Großchancen noch belächelt, treibt er heute seinen Gegenspielern
regelmäßig die Schweißperlen auf die Stirn. Neun Treffer und drei Vorlagen stehen für den Argentinier bis dato zu Buche. In Jürgen Klopps 4-2-3-1-System übernimmt Barrios die Rolle der zentralen Stoßspitze, hinter ihm wirbelt meist Nelson Valdez, der prächtig mit Barrios harmoniert. Überhaupt scheint dieser Tage so gut wie
alles zu stimmen beim Ballspielverein Borussia, der sich anschickt über kurz oder lang wieder auf Titeljagd zu gehen.
Top Facts
1 Nur gegen Werder Bremen mussten die Borussen in ihrer Bundesliga-Geschichte mehr Niederlagen hinnehmen als gegen den VfB, der bislang 37 Siege gegen Schwarz-Gelb einfuhr.
2 Mit Sven Bender im Team hat Dortmund noch nicht verloren. In elf Spielen mit dem Sommerneuzugang von 1860 München gab es neun Siege und zwei Unentschieden für die Klopp-Elf.
3 In den letzten vier Heimspielen gegen Dortmund holte der VfB nur vier von zwölf möglichen Zählern.
4 In der Bundesliga durfte die Gross-Elf zuletzt drei Siege in Serie feiern. Das gab es für den VfB zuletzt im Mai 2009. Der BVB hat sogar seine letzten sechs Begegnungen allesamt gewonnen, was zuletzt im vergangenen
Frühjahr gelang, als man sogar sieben Mal in Folge siegreich blieb.
5 Insgesamt ist das Klopp-Team seit zwölf Partien unbesiegt (neun Siege, drei Remis). Dies gelang den Bierstädtern innerhalb einer Saison zuletzt in der Meistersaison 2001/02 (damals 13).
6 Jens Lehmann gehört zum Kreise derer, die in ihrer Karriere sowohl für den FC Schalke als auch dessen großen Rivalen Borussia Dortmund aufliefen und zu den wenigen Spielern, die mit beiden Mannschaften einen
Titel gewinnen konnten. Außerdem erzielte er am 19. Dezember 1997 beim 2:2 im Revierderby ein legendäres Kopfballtor, das das erste Feldtor eines Torhüters in der Bundesliga überhaupt war.
7 Sieben der letzten acht Tore erzielten die Borussen noch vor dem Pausenpfiff.
8 BVB-Keeper Marc Ziegler begann seine Bundesligakarriere auf dem Wasen, wo er von 1995 bis 1999 41 Einsätze im Trikot mit dem roten Brustring absolvierte.
Gesamtbilanz:
83 Spiele, 37 VfB-Siege, 19 Unentschieden und 27 BVB-Siege, bei einem Torverhältnis von 140:124 für
den VfB Stuttgart.
Heimbilanz des VfB gegen BVB: 25 VfB-Siege, 8 Unentschieden und 8 Heimniederlagen bei einem Torverhältnis von 84:47 für den VfB Stuttgart.
Yildiray Bastürk wechselt mit sofortiger Wirkung vom VfB Stuttgart zu den Blackburn Rovers. Das gab der Fußball- Bundesligist am Mittwoch bekannt. Der ehemalige türkische Nationalspieler war am Vortag zu abschließenden Verhandlungen und zur sportärztlichen Untersuchung zum Tabellenzwölften der englischen Premier League geflogen. Der 31-Jährige ist nach Jan Simak (Mainz 05) und Ludovic Magnin (FC Zürich) bereits der dritte Spieler, der den VfB in der laufenden Transferperiode verließ.
Aufgrund zahlreicher Verletzungen und seines schweren Standes bei den Trainern Christian Gross und Markus Babbel absolvierte Bastürk in den vergangenen zweieinhalb Jahren lediglich 31 Bundesliga-Spiele für den VfB. In der laufenden Saison wurde er nur einmal eingewechselt.
Der offensive Mittelfeldspieler war 2007 als Wunschspieler des damaligen Coaches Armin Veh nach Stuttgart gekommen und zählte dort auch zu den Topverdienern. Davor spielte Bastürk in der Bundesliga für Hertha BSC Berlin, Bayer Leverkusen und den VfL Bochum. Für die türkische Nationalmannschaft bestritt er insgesamt 49 Länderspiele. Sein größter Erfolg war der dritte Platz bei der WM 2002.
Eins, zwei drei – so kann es weitergehen. Mit dem dritten Bundesligasieg in Folge hat sich der VfB Stuttgart wieder ein kleines Stück vom Tabellenkeller abgesetzt. Ciprian Marica traf am Freitagabend zum 1:0 (1:0) beim SC Freiburg.
Mehr Erfahrung, mehr Qualität, mehr Engagement und die reifere Spielanlage: Die Vorteile lagen in diesem Derby gegen den Abstieg aufseiten des VfB, der das Spiel und den Gegner dann auch prompt dominierte. Dass es dennoch ein hartes Stück Arbeit wurde, lag an der mangelnden Konsequenz der Roten im Abschluss. “Da müssen wir zielstrebiger werden”, monierte Manager Horst Heldt, der nach der Pause mehr zittern musste, als ihm lieb war: Da konnte der VfB unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw nicht an seine starke Leistung vor dem Wechsel anknüpfen, baute ab und leistete sich zu viele Nachlässigkeiten.
Immerhin: Es reichte zum Sieg, weil Ciprian Marica in der 41. Minute goldrichtig stand. Nach einem Einwurf von Cristian Molinaro spielte Alexander Hleb den Ball in die Tiefe, Pawel Pogrebnjak legte quer auf den Rumänen, der zu seinem achten Bundesligatreffer vollendete. “Es war ein verdienter Sieg”, sagte Trainer Christian Gross, unter dem der VfB weiter ungeschlagen ist, “aber wir müssen uns weiter verbessern.”
Nach einer knappen Viertelstunde legte die Mannschaft alle Zurückhaltung ab. Erst prüfte Georg Niedermeier per Kopfball SC-Schlussmann Simon Pouplin, dann ging es Schlag auf Schlag.
14. Minute: Beim Freistoß tippte Alexander Hleb den Ball an, Pawel Pogrebnjak zog aus 18 Metern ab und zwang Pouplin zu einer Parade.
16. Minute: Roberto Hilbert trat den nächsten Freistoß, Marica verfehlte beim Kopfball das Tor aus zehn Metern knapp.
18. Minute: Dritter Freistoß in kürzester Zeit, Hleb schlug den Ball nach innen auf Niedermeier, doch dem Innenverteidiger strich die Kugel über den Kopf.
Drei gefährliche Standards, dreimal ohne Erfolg. Der VfB war das aggressivere Team, gab den Ton an und zwang dem Gegner sein Spiel auf. Pogrebnjak zog aus zehn Metern ab – übers Tor (28.). Freiburg konnte sich kaum befreien, nur Felix Bastians behielt die Übersicht: Sein Schuss strich am langen Eck vorbei ins Aus (30.), ebenso zwei Schussversuche von Daniel Caligiuri (34. und 37.).
Mit der Führung im Rücken drängten die Roten nach dem Wechsel weiter. Einen Schuss von Roberto Hilbert schlug Ömer Toprak in höchster Not von der Torlinie (48.). Und dann lag der Ball unvermittelt im Tor von Sven Ulreich, der nach überstandener Gehirnerschütterung fehlerfrei spielte. Nach Protesten des VfB erkannte Schiedsrichter Felix Brych den Treffer von Papiss Demba Cissé zu Recht ab – Kapitän Heiko Butscher hatte den Ball in Abseitsstellung ins Tor abgefälscht (62.). Für Freiburg war es das Zeichen zum Aufbruch. Der Absteiger rückte auf, ging hohes Risiko, der VfB dagegen schaffte nur noch wenig Entlastung: Niedermeier klärte gegen Bastians auf der Linie (76.). Dennoch hätte der VfB sogar fast mit 2:0 gewonnen: Marica erzielte sein zweites Tor (86.), hatte dabei aber das Bein zu hoch – Brych erkannte den Treffer wegen gefährlichen Spiels nicht an.
Wissen Sie noch? Sonntagabend war er angekommen, Mittwochs gab’s schon das erste Spiel – und den ersten Sieg. Soll also keiner sagen, Christian Gross sei kein Mann der Tat. Kommen, sehen, handeln – alles, nur nicht abwarten. So hat der Schweizer Coach beim VfB die Trendwende geschafft – und so verfährt er weiter.
Zum Rückrunden-Auftakt, beim 3:1 gegen Wolfsburg, war vieles gut, aber Gross hat auch wieder Dinge entdeckt, die es zu verbessern gilt. Zum Beispiel den rechten Fuß von Pawel Pogrebnjak, der zwei Chancen versiebt hatte, weil er sich beim Abschluss für seinen stärkeren linken Fuß entschieden hatte. Was also macht Gross? Natürlich – er handelt. “Am Dienstag hat Pawel seine erste Zusatzeinheit gemacht und dabei besonders mit dem rechten Fuß geschossen”, sagt der Coach vor dem Spiel am heutigen Freitag (20.30 Uhr/Sky und Liga Total).
Es ist wieder so ein kleines Detail, das den VfB weiter nach vorn bringen soll. Aber auch eines, das der Coach nicht überbewerten will. Da verweist er viel lieber – und immer wieder – auf das eigentliche Ziel, das es zu erreichen gilt: den Klassenverbleib.
Soll nur keiner denken, die Sache laufe nach dem guten Start in die Rückrunde nun von ganz allein. Schon gar nicht soll die Stimmung aufkommen, so ein Team wie Freiburg könne man ja mal kurz im Vorbeigehen schlagen. “Der Sieg gegen Wolfsburg hat uns gutgetan”, sagt Gross, “aber wir stecken nach wie vor mitten im Kampf gegen den Abstieg. Wir haben nur zwei Punkte mehr als Hannover. Und wir spielen auswärts, da müssen wir erst einmal bestehen. Es ist ein sehr delikates Spiel, denn für beide Mannschaften geht es um viel.”
Was auch einen angeschlagenen SC Freiburg gefährlich macht, weiß Gross ganz genau: Dass der Club in der Lage ist, aus bescheidenen Ressourcen das Optimale zu machen, “auch jetzt unter Robin Dutt”, sagt Gross, der über den SC in seiner Zeit als Trainer in Basel “immer informiert” war.
Also fordert er von seinen Jungs das, was die Truppe schon gegen Wolfsburg stark gemacht hat: “Wir waren dominant und präsent, auch in der gegnerischen Hälfte.”
Also in der Zone von Pawel Pogrebnjak, dem vermutlich bald beidfüßigen Stürmer des VfB Stuttgart.
An den Augenblick, als es passiert war, kann sich Martin Lanig noch gut erinnern. Nicht, weil er ihn vor lauter Schmerzen kaum ausgehalten hat – im Gegenteil: „Das war gar nicht so wild.“ Aber dieses schwammige Gefühl im Kniegelenk kam ihm gleich verdächtig vor. Da wusste Lanig, dass er sich eine größere Verletzung eingehandelt hatte, auch wenn er noch ein paar Minuten weiterspielte und sich in die Halbzeitpause rettete. Die Diagnose bestätigte ihn: Riss des vorderen Kreuzbandes im rechten Knie. Sechs Monate Pause – wenn alles gut verläuft.
Alles verlief gut. Knapp sechs Monate später tritt der VfB Stuttgart am morgigen Freitag (20.30 Uhr) beim SC Freiburg an, und für Martin Lanig schließt sich damit der Kreis: Im Hinspiel (4:2) hatte er sich die schwere Verletzung ohne gegnerische Einwirkung zugezogen. Besser noch: Auch diesmal markiert Freiburg einen Wendepunkt in Lanigs Karriere, diesmal einen erfreulichen. Denn nun zeichnet sich das Comeback des Mittelfeldspielers ab. Lanig biegt auf die Zielgerade seiner langen Leidenszeit ein. “In zwei Wochen will ich ins Mannschaftstraining einsteigen”, sagt er.
Vor gut zwei Wochen hat er das Lauftraining aufgenommen. Eine wohltuende Abwechslung nach dem stupiden Reha-Training. Sieben, acht Stunden täglich hat er für sein Comeback geschuftet, über Wochen und Monate hinweg. Erst in der VfB-Reha-Welt, dann bei einem befreundeten Physiotherapeuten in seiner Heimatstadt Mosbach. So war er auch seiner Familie und seinem vertrauten Umfeld nahe, “was “die Sache vom Kopf her einfacher gemacht hat”.
Zwei Dinge hat ihn die lange Leidenszeit gelehrt. “Zum einen weiß ich jetzt, wer meine wahren Freunde sind”, sagt Lanig. Anfangs hatte das Handy pausenlos geklingelt, eine SMS jagte die andere. Beides wurde immer weniger – am Ende blieb ein kleiner Kreis von Sympathisanten. “Und zum zweiten”, sagt Lanig und schmunzelt, “habe ich gelernt, dass im Fußball alles möglich ist. Alles.” Der sportliche Absturz des VfB, der Trainerwechsel, der neue Kapitän, die Fanproteste: “Wahnsinn, wie sich alles entwickelt hat”, sagt Lanig.