28. April 2013

Aufbauhilfe Augsburg

Gestern war wieder einer dieser Tage bei dem ich ein deutliches Kribbeln verspürte. Das Hannover-Spiel, Sonntag 17.30 Uhr, hatte ich leider sausen lassen müssen, da es mit dem Job nicht vereinbar war. So war das letzte Auswärtsspiel schon wieder eine gefühlte Ewigkeit her. Es stand so etwas wie ein (schwäbisches) Derby an, wenn auch ein ganz junges. Gegen den FCA hatte der VfB noch nie verloren, weder in der Bundesliga noch in den 70er-Jahren in der 2. Liga Süd. Zugegebenermaßen lief man sich aber auch noch nicht allzu oft auf Augenhöhe über den Weg. Beim VfB gibt die Entwicklung der letzten Wochen durchaus Anlass zur Hoffnung auf bessere Zeiten. Seit dem Frankfurt-Spiel, als Arthur Boka erstmals als Sechser den in dieser Saison schwach agierenden William Kvist ersetzte, als Alexandru Maxim, damals Reservist, sich als Standardspezialist in die Stammelf spielte, ist spürbar eine Weiterentwicklung festzustellen. Seitdem ist so etwas wie Spielkultur zu erkennen und die Ergebnisse stimmen auch. Der Ausfall von Kapitän Serdar Tasci konnte durch Antonio Rüdiger gut kompensiert werden. Georg Niedermeier schwang sich zum Turm in der Schlacht auf, natürlich mittlerweile durch den Abgang von Maza wieder gestärkt und unumstrittene Stammkraft und Abwehrchef. Diese Entwicklung gab mir Anlass zur Hoffnung, dass sich das Team zum Saisonende hin weiter steigern kann, und womöglich noch Chancen auf die Qualifikation für die Europa League über die Liga schaffen kann. Dies könnte keine oder eine verkürzte Qualifikationsphase zur Europa League nach sich ziehen, als wenn wir als unterlegener Pokalfinalist teilnehmen würden.

Los ging es gestern gegen 10.30 Uhr mit dem RWS-Bus. Wir erreichten das Stadion schon sehr frühzeitig gegen 13 Uhr. Da es in Augsburg am Stadion, wie eigentlich rund um alle neuen „Arenen“, so gut wie nichts gibt, wo es sich aufzuhalten lohnen würde, entschloss ich mich noch in die Stadt zu fahren und Kumpels zu treffen, die zudem noch meine Eintrittskarte bei sich hatten. Ich machte mich also auf zur Tram-Station, wo allerdings gähnende Leere herrschte und es eine gefühlte Ewigkeit dauerte, bis die erste Bahn ankam. Als diese an mir vorbei fuhr, sah es aus, als ob die Leute teilweise „quer liegen“ würden, andere waren an die Scheiben gepresst, total überfüllt, ob dies den Sicherheitsauflagen entspricht, wage ich mal zu bezweifeln. Zunächst sah ich diese Überfüllung als Folge davon an, dass ewig keine Bahn gen Stadion fuhr und sicherlich an allen Haltestellen das Gedränge groß gewesen wäre. Als dann aber die Polizei auffuhr und sich zur Eskorte formierte, war mir schnell klar, dass hier das Commando Cannstatt und andere Insassen des Sonderzugs eintrafen. Ein Bekannter sprang mir schnell entgegen, der aufgrund der heißen Temperaturen in der Bahn glitschig wie ein Aal war.

Skandalöse Umstände wenn hier Fußballfans wie Vieh behandelt werden und diese bis zum geht nicht mehr in eine Straßenbahn gepresst werden. Dass der eine oder andere, aufgrund von Platzangst, von Erstickungsängsten, Hitzewallungen oder Geruchsbelästigungen mit Reaktionen wie Sachbeschädigungen oder Beleidigungen reagiert, kann ich nachvollziehen. Ich war auch schon mal, in Nürnberg, zur falschen Zeit am falschen Ort und wurde ebenfalls, wo ich nur auf eine Bahn wartete, aufgrund meiner VfB-Utensilien gegen meinen Willen in eine Bahn gepresst, woraufhin auch meine gute Laune verflogen war. Die ganzen Umstände, rund um eine Auswärtsfahrt, werden immer menschenunwürdiger, es scheint fast, als würde man seine Menschenrechte beim Verlassen der eigenen Stadt zurücklassen. Sei es, dass man gezwungen wird, in dieser einen Bahn mitzufahren, ob man möchte oder nicht, sei es auch dass Strafen ohne Verfahren und Ermittlungen verhängt werden, sei es, dass man sich von auswärtigen Ordnungsdiensten und –hütern alles gefallen lassen muss, weil sie doch „am längeren Hebel“ sitzen und man sich nach Widersetzungen gegen noch so irrsinnige Anweisungen des Ground verwiesen werden könnte und ein Verfahren, das ein Stadionverbot nach sich ziehen könnte, am Hals hätte. Also, gilt es Ruhe zu bewahren und alles in sich hinein zu fressen. Hier bin ich ehrlich gesagt froh schon ein gesetzteres Alter erreicht zu haben und ruhiger zu sein, als vor 20 Jahren. Damals war der Rebell in mir noch weitaus ausgeprägter als heute, wo ich es, wenn auch sehr zähneknirschend, einsehe, dass man bestimmte Dinge einfach nicht zum positiven ändern kann, so schwachsinnig sie sind, welch Schikane sie auch darstellen.

Den Tramfahrer konnte ich überreden, mit der Bahn in die Stadt zurück fahren zu dürfen, obwohl es eigentlich eine Leerfahrt hätte werden sollen und die Tram offensichtlich abgestellt und einer Grundreinigung unterzogen werden sollte. Aufgrund dieser Verzögerungen, war es leider schon 14.30 Uhr als ich im Brauhaus 1516 ankam, wo meine Kumpels bereits warteten. Viel Zeit war also nicht mehr, zumal sich der Weg vom Stadion in die Innenstadt als zeitaufwändiger als gedacht erwies. Kurz nach 15 Uhr entschlossen wir uns dann, eines derer Taxis zu nehmen, die scharenweise am Bahnhof auf Kundschaft warteten. Ich hatte die Hoffnung noch nicht gänzlich aufgegeben, rechtzeitig zum Intro auf den Rängen meinen Platz eingenommen zu haben. Der Taxifahrer machte uns allerdings wenig Hoffnung auf ein schnelles Ankommen, er fuhr diese Tour zum vierten Mal an diesem Tag und war spürbar genervt, von den Staus, die er schon hinter sich hatte. Also motivierten wir ihn, sein Bestes zu geben und auf die Tube zu drücken. Unser Kutscher, ein Kroate, tat sein Bestes, uns auf dem schnellsten Weg zum Stadion zu bringen. Wir hatten großes Glück, kein Stau weit und breit, wir wurden direkt vors Stadion gefahren, gerade einmal 20 Meter neben unserem Eingang. Die Einlasskontrolle war zu meiner großen Freude sehr relaxt, nicht einmal meine Kamera wollten sie sehen, was heutzutage leider nicht mehr selbstverständlich ist. Pünktlich zur Zelebration der Augsburger Mannschaftsaufstellung nahmen wir unsere Plätze ein. Beim Verlassen des Brauhauses hätte ich mir dies nie und nimmer vorstellen können.

Nachdem der VfB wieder einigermaßen in der Spur zu sein schien, gab Trainer Labbadia dem Kader (und sicherlich sich selbst auch!) drei Tage frei, um nach der englischen Woche mit dem Einzug ins Pokalfinale, die Köpfe frei zu bekommen und regenerieren zu können.

Gut, hinterher ist man immer schlauer, nach dem gestrigen Spiel kann man zu der Ansicht gelangen, dass die Jungs innerlich schon auf Urlaub getrimmt waren und vor allem das Spiel in Augsburg als unwichtig erachteten. Der VfB begann mit derselben Aufstellung wie beim letzten Spiel gegen Freiburg, dieselbe Einstellung jedoch fehlte von Beginn an. Dem FCA merkte man gleich an, dass sie um jeden Zentimeter fighten würden und sich mit Vehemenz gegen den drohen Abstieg stemmen würden. Der VfB dagegen begann wieder einmal viel zu abwartend und überließ dem Gegner die Initiative, was bei uns einfach selten erfolgversprechend ist. So ließen die ersten guten Chancen der Gastgeber nicht lange auf sich warten und die Brust wurde noch breiter. Breit genug war sie eigentlich sowieso schon, weil eine hervorragende Rückrunde hingelegt wird und zwei Wochen davor Eintracht Frankfurt aus dem Stadion gefegt wurde. Dies war dem VfB jedoch nicht Warnung genug, zu behäbig wurde zu Werke gegangen. Nach dem Spiel sind die Augsburger schon die viertbeste Rückrundenmannschaft, und weisen nach jämmerlichen neun Punkten in der Vorrunde, eine Bilanz auf, die aller Ehren wert ist.

Der Auftritt des VfB dagegen erinnerte eher an einen lustigen Betriebsausflug. Sie ließen sich den Schneid abkaufen und machten nicht den Eindruck, als würden sie es schaffen, die Spannung (bis zum Pokalfinale) hochzuhalten. Dies wäre eine Charakterfrage gewesen, offensichtlich ist dieser Charakter bei unserer Truppe jedoch nicht vorhanden, was wir allerdings schon vorher wussten, wenn man sich diese Saison re vu passieren lässt. Daher können wir wirklich froh sein, wenn die Saison zu Ende ist und wir nicht noch ernsthaft unten rein rutschen. Es kann uns ja theoretisch noch der Relegationsplatz drohen, auch wenn nicht unbedingt davon auszugehen ist, dass Augsburg bei den Bayern gewinnt. Von der notwendigen Grundspannung für den Ligabetrieb war gestern wenig zu spüren. Klar hatte der VfB die eine oder andere Chance und hätte kurz nach der Pause durch Martin Harnik in Führung gehen müssen. Klar hat Schiedsrichter Gräfe wieder einmal ein Spiel zerpfiffen. Wenn man aber ehrlich ist, war das Spiel nur deshalb bis weit in die zweite Hälfte offen, weil die Augsburger einmal mehr ein Problem mit der Chancenverwertung hatten. Bei einem Torschussverhältnis von 22:7 für einen Abstiegskandidaten kann man nicht wirklich von einer unglücklichen Niederlage reden.

In Augsburg waren einfach zu viele Spieler überfordert, dem Kampfgeist der Augsburger etwas entgegen zu setzen und luden sie schließlich durch haarsträubende Fehler zum Tore schießen ein. Angefangen bei Ulle, der (mindestens) am ersten Gegentor schuld war, Rüdiger, dieses Mal schwach,  leitete das zweite ein, Okazaki, nach seiner Einwechslung nicht bundesligatauglich, schließlich verlor den Ball zum endgültigen Knockout.  Harnik schon seit Monaten nur noch ein Schatten seiner selbst. Natürlich hat er die Messlatte letzte Saison hoch gelegt, so dass man von ihm mehr erwartet, als er in den letzten Monaten auf den Platz bringt. Er selbst sieht sich wohl schon in England und kokettiert immer wieder mit einem Wechsel auf die Insel. Gemessen am gestrigen Spiel ließe sich noch der eine oder andere ebenfalls aufführen.

Labbadia höchstpersönlich gab Mitte der zweiten Halbzeit dann noch das komplett falsche Signal, in der er die beiden einzigen Aktivposten Traore und Maxim auswechselte und sein Team damit unnötig schwächte.

Letztendlich war es viel zu wenig, was uns die Jungs geboten haben. Uns und natürlich auch den anderen Kandidaten im Abstiegskampf. Dass Hoffenheim durch unsere Niederlage auf dem Abstiegsplatz verbleibt, ist eine positive Begleiterscheinung, die wohl jeder VfB-Fan goutieren wird. Vereinen wie Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf haben wir jedoch einen Bärendienst erwiesen. Die sind jetzt wieder mittendrin statt nur dabei im Abstiegskampf. Ich bin grundsätzlich weder Freund eines Auslaufenlassens am Ende der Saison, wenn es um nichts mehr geht, genauso wenig wie der eines übertriebenen Rotationsprinzips, wie es Bayern und Dortmund momentan an den Tag legen. Deren Qualität ist allerdings groß genug, ihre Spiele trotzdem zu gewinnen, so dass von Wettbewerbsverzerrung keine Rede aufkommen muss. Wenn aber ein VfB so leidenschaftslos daherkommt, zudem nach einer dem Vernehmen nach nicht (ausreichend) vorhandenen Vorbereitung, kann ich den Unmut der anderen Abstiegskandidaten verstehen, haben wir doch Augsburg zum Rekordsieg ihrer Bundesligazugehörigkeit verholfen. Andererseits bräuchte sich gerade Werder Bremen nicht darüber zu beklagen, hatten sie doch 2004 als feststehender Meister ein 2:6 zu Hause gegen Leverkusen, das mit uns um die CL-Qualifikation buhlte, hingelegt, ein Ergebnis, das zwei Wochen zuvor natürlich nie und nimmer zustande gekommen wäre. Am letzten Spieltag dann überholte uns Leverkusen schließlich im direkten Duell, dem letzten mit Felix Magath auf unserer Trainerbank, bevor er zu den Bayern wechselte. Wenn man sich die finanzielle Diskrepanz zwischen Champions League und dem damaligen UEFA-Cup anschaut, hat uns diese Abschenken der Bremer richtig Geld gekostet.

Spätestens seit damals ärgert es mich sehr, wenn sich Mannschaften, für die es um nichts mehr geht, einfach hängen lassen.

Beim VfB muss diese Saison nach dem Finale in Berlin gnadenlos aufgearbeitet und tunlichst vermieden werden, dieser Saison Schönes abzugewinnen, weil wir ins Finale eingezogen und für die Europa League qualifiziert sind. Zu gut meinte es die Losfee in beiden Wettbewerben mit uns, um dass man das Erreichen des Pokalfinales im DFB-Pokal bzw. des Achtelfinals in der Europa League überbewerten sollte. Der Alltag in der Bundesliga war trist, die Leistungen oft erschreckend schwach, sowohl spielerisch als auch vom Engagement her, dazu wurden einige sang- und klanglose Niederlagen hingenommen, die richtig weh taten.

Trotzdem soll dies die Vorfreude auf das große Finale in Berlin nicht schmälern. Wenn ich denn aus der Ticketlotterie erfolgreich herausgehen werde, wird es nach 1986, 1997 und 2007 mein viertes Finale mit dem VfB werden. Die Aussichten auf „meinen“ zweiten Pokalsieg nach 1997 sind sicherlich überschaubar, doch muss auch dieses Spiel erst einmal gespielt werden. Um den in dieser Saison übermächtigen Bayern ernsthaft Paroli bieten zu können, muss auf jeden Fall ein Sahnetag her. Es muss der gleiche Biss an den Tag gelegt werden wie gegen den BVB vor ein paar Wochen, auch wenn es den großen Bayern weh tun sollte. Legt man eine Passivität an den Tag wie in beiden bisherigen Saisonduellen gegen die Bayern oder wie auch gestern, dann werden wir wohl einer historischen Schmach beiwohnen müssen. Bis dahin jedoch ist es noch ein weiter Weg. Einiges dürfte auch vom Abschneiden der Bayern in der Champions League abhängen. Nach einer Final-Niederlage in Wembley gegen den BVB könnten unsere Chancen sprunghaft ansteigen, weil dann bei dem einen oder anderen Bayern-Spieler die große Leere aufkommen dürfte.  Auch wird man bis dahin sehen, ob es der VfB schafft, die Spannung hochzuhalten. Der VfB hat nach dem letzten Spieltag zwei Wochen Zeit, sich auf Berlin vorzubereiten. Ich hoffe, sie nutzen diese Zeit, um zu trainieren, trainieren, trainieren. Freie Tage scheinen das falsche Signal ans Team zu sein!

Wenn man sich die Namen vor Augen führt, die beim VfB schon so gut wie fix sein sollen für die kommende Saison, macht es mir durchaus Hoffnung, dass die mageren Jahre vorbei sein könnten. Leute wie Schwaab, Rausch, Leitner und Lasogga haben zum Teil schon das Zeug dazu, die Qualität anzuheben und den Konkurrenzkampf auf einem höheren Niveau anzuheben. Spannend würde dann werden, wer uns im Gegenzug verlassen wird. Allerdings hege ich immer große Zweifel, wenn ich höre, an wem Interesse bestehen würde, jedoch noch kein Vertrag unterzeichnet ist. Dieser Status ruft bekanntlich andere Vereine auf den Plan, die ein paar Euro fuffzig mehr bieten können und die Spieler zum „umdenken“ bewegen könnten.

Wenigstens ist Sararer bereits fix. Aus dem Frankenland, von Leuten, die den Spieler besser kennen als ich, wurde mir bereits zu diesem Transfer gratuliert und in Aussicht gestellt, dass wir uns auf ihn freuen dürften.

Für mich war das Augsburg-Spiel das letzte Auswärtsspiel des VfB in dieser Saison, Schalke lasse ich aus, da wir sonntags am Millerntor beim Spiel FC St. Pauli (mit Paddy Funk) gegen das seit diesem Wochenende als Aufsteiger feststehenden Eintracht Braunschweig (Glückwunsch Ermin Bičakčić!) zu Gast sein werden. Ich war lange am überlegen, samstags noch Schalke mitzunehmen und von dort aus nach Hamburg zu fahren. Das wäre insgesamt jedoch ziemlich stressig geworden. Außerdem ist in Hamburg an besagtem Wochenende auch einiges, wie u. a. der Hafengeburtstag geboten und zählt auch die Turnhalle nicht unbedingt zu meinen Lieblingsstadien. Angesichts der Leistung von gestern hält sich meine Enttäuschung heute auch in Grenzen, mich so entschieden zu haben.

Auch danach warten noch einige Highlights, auf die ich mich freue, wie die inzwischen schon traditionelle Floßtour mit dem OFC Leintalpower 05 vor dem letzten Heimspiel, dem Champions League Finale in London, wofür ich in der Verlosung endlich einmal erfolgreich war und schließlich das DFB-Pokalfinale in Berlin.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 6.0/10 (2 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0 (from 0 votes)
10. Februar 2013

Keine Punkte in Düsseldorf

Category: Frankys Blogs,Spielberichte — Tags: , , – Franky @ 10:54

Ein paar Pics aus Düsseldorf jetzt online. Scheiß Tag gestern, hab mich durchgeschleppt mit Magen-Darm-Virus und dann ein solches Gegurke. Mit Fußball hat das schon lange nichts mehr zu tun, was Labbadias Team auf den Platz bringt. Mit dieser Abwehr kann einem angst und bange werden. Jetzt fängt auch noch Ulle das wackeln an und kassiert in schöner Regelmäßigkeit haltbare Kisten.
Weshalb Lopes und nicht Röcker. Weshalb nicht Sakai links und Rüdiger rechts? Warum zum Teufel Hajnal und Torun in der Startformation? Wenn man sich die Spiele in dieser Saison vor Augen führt, klingt Labbadia bis 2015 fast wie eine Drohung. Diese Aufstellungen versteht kein Mensch! Labbadia bringt seine Lieblinge, gute Leistungen, siehe Rüdiger gegen Ribery, werden nicht anerkannt, wenn er die Woche darauf wieder auf der Bank Platz nehmen darf. So demoralisiert man die Jungs, wenn man sich beim Trainer nicht durch Leistung aufdrängen kann, sondern wohl anderweitig einschleimen muss. Ich erkenne nach wie vor kein System und sehe im Mittelfeld fast nur Standfußballer und Rückpasskönige. Mit einer solchen Spielweise wird es schwer, überhaupt einen Gegner zu überrumpeln. Am Samstag geht es gegen einen unserer Lieblingsgegner, Werder Bremen. Da muss die Wende her, sonst könnte es in der Tabelle auch wieder nach unten eng werden!

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0 (from 0 votes)
28. Januar 2013

Angst fressen Seele auf

Bilder von der einkalkulierten Niederlage jetzt online. Auch wenn ich nicht ernsthaft an einen Sieg geglaubt habe, ein wenig mehr hätte es meiner Meinung nach schon sein dürfen. Der VfB agierte einmal mehr gegen die Münchner wie das Kaninchen vor der Schlange. Klar, man kann sich daran aufgeilen, dass der VfB in den ersten 45 Minuten wenig bis nichts zugelassen hat und wir sogar die besseren Chancen hatten. Und, dass wir erst durch einen individuellen Patzer auf die Verliererstraße gerieten. Trotzdem fehlte mir der bedingungslose Wille, hier und gestern etwas reißen zu wollen. Ich hatte jederzeit den Eindruck, wie schon in den letzten Jahren, wenn es gegen Bayern ging, dass alleine der FC Bayern bestimmen würde, wie das Spiel abläuft. Haben sie Bock, uns abzuschießen, geht es eben 6:1 aus, wollen sie „nur“ und ohne großen Aufwand gegen uns gewinnen, spielen sie ihren Riemen wie im Februar im Pokal oder wie auch gestern herunter. Dazu bedarf es nicht einmal eigenem Zutun, irgendeiner der Brustringträger wird schon seinen Teil dazu beitragen und sich einen Scorerpunkt „verdienen“, wie gestern Molinaro, leider auf der falschen Seite.

Dem VfB fehlte der Glaube an sich selbst, daher war er sehr stark aufs reagieren bedacht denn einmal zu agieren und für Überraschungsmomente zu sorgen. Null Eckbälle und ganze zwei Chancen in 90 Minuten sprechen eine deutliche Sprache. Natürlich klafft die Schere in der Liga immer weiter auseinander, ich finde es trotzdem erschreckend, wie mittellos wir ein ums andere Mal gegen den Rekordmeister dahin siechen.

Seit gut 35 Jahren verfolge ich die Südschlager, meist live und im Stadion, und kann mich an viele legendäre Schlachten erinnern. Die Statistik ist vernichtend negativ, trotzdem gab es viele verlorene Spiele, in denen wir den Bayern auf Augenhöhe begegneten und letztendlich, obwohl wir besser waren, unglücklich verloren. Es gab viele Spiele, in denen wir mit wehenden Fahnen den kürzeren zogen, teils aus Übermut, teils aus Naivität. Man spürte den Siegeswillen und eine Verbissenheit, Derby-Charakter eben, der der heutigen Generation total abgeht. Heute erweckt es bei mir den Eindruck, dass man schon zufrieden ist, wenn sich die Niederlage in Grenzen hält. Dann reizt man den übermächtigen Gegner lieber nicht und tut ihm nicht sonderlich weh, bevor dieser Schaum vor dem Mund entwickelt und Ernst macht.

Eine gewisse Angsthasenmentalität verdeutlicht auch die Tatsache, dass wir lediglich mit einer Sturmspitze spielen und dann aber kein (Ersatz-) Stürmer mehr in den Kader berufen wurde. Abgesehen davon, dass Ibisevic so nichts passieren darf, konnte man so gar nicht von der Bank nachlegen und für etwas mehr Schwung sorgen. Ich begreife es nicht, dass Macheda noch nicht einmal im Kader war. Wenn ich einen Spieler für vier Monate ausleihe, zudem ohne Kaufoption, dann muss ich doch überzeugt davon sein, dass er uns sofort weiter helfen kann und ihn nicht ewig heranführen und integrieren. Ein Stürmer, der weiß, wo das Tor steht, wird sich auch so zurecht finden. Außerdem hätte nach der Absage des Ama-Spiels auch noch Benyamina zur Verfügung gestanden. So ruhten die Hoffnungen tief in der 2. Hälfte auf Brunos Liebling Torun, der noch nie zu überzeugen wusste, seit er hier ist.

Negativer Höhepunkt war dann schließlich noch der Platzverweis von Martin Harnik, der sich zu einem Frustfoul hinreißen ließ. Irgendwie schön zu sehen, dass es dem einen oder anderen auch an die Nieren geht, wenn man so machtlos ist. Trotzdem sehr ärgerlich, da er jetzt ausgerechnet in Düsseldorf fehlen wird, wo er in der Saison 2009/10 eine gute Zweitliga-Saison absolvierte und bestimmt top motiviert den Rasen betreten hätte.

So angefressen ich von der Hilflosigkeit unserer Akteure war, so bestürzt war ich dann noch von der Atmosphäre im Stadion. Es kann doch nicht angehen, dass, aufgrund der bislang gezeigten Leistungen nicht einmal unverständlich, dem VfB die Zuschauer davon laufen und stattdessen die Bazis fast ein Heimspiel haben. Um mich herum auf der Hauptribüne war gut ein Viertel mit nordösterreichischen Farben, was es mir gestern noch ein wenig unerträglicher machte. Es kann nicht angehen, dass bei „Steht auf, wenn ihr Bayern seid“ die halbe Untertürkheimer Kurve und Haupttribüne aufsteht und die VfBler es klaglos über sich ergehen lassen. Hier hätte ich mir auch etwas mehr Engagement auf den Tribünen gewünscht, aber, der VfB-Fan an sich ist ja inzwischen ziemlich gleichgültig geworden.

Das letzte Ärgernis, das ich noch anführen möchte, dass wir, wo wir doch nicht schon genügend Sonntagspiele haben und hatten, auch dieses Mal wieder Sonntags antreten mussten, obwohl keine Europaleague-Woche ansteht. So ging es nach zwei, drei Frust-Weizen schnell nach Hause, um heute früh wieder pünktlich auf der Matte stehen zu können.

Natürlich ist auch nach der dritten Liga-Niederlage in Folge noch nicht aller Tage Abend. Die zwei Niederlagen zum Rückrundenauftakt habe ich jedenfalls einkalkuliert gehabt und betone schon seit Wochen, dass die Rückrunde eigentlich erst in Düsseldorf richtig beginnt. Einfach wird es auch dort sicherlich nicht, zumal der VfB nach den Negativergebnissen zuletzt wohl kaum mit extrem breiter Brust auflaufen dürfte. Schaun wir mal, was der Gegner vor hat. Zuhause werden die Fortunen wohl kaum so defensiv eingestellt antreten als beim Gastspiel im Neckarstadion. Obwohl es auch den Düsseldorfern nicht entgangen sein dürfte, dass dem VfB am ehesten der Zahn zu ziehen ist, wenn man ihn einfach mal machen lässt… Vielleicht aber tut uns der Aufsteiger aber auch den Gefallen und haut sich die Dinger selbst rein, wie bei den beiden Niederlagen zum Rückrundenauftakt. Es dürfte auf jeden Fall spannend werden und für beide ein richtungweisendes Spiel werden. Düsseldorf könnte im Abstiegskampf ein Ausrufezeichen setzen, der VfB nach einem Auswärtssieg den Blick in der Tabelle wieder nach oben richten.

So frustriert ich noch bin, freue ich mich dennoch schon sehr auf unseren Auftritt in der Esprit-Arena. Auch wenn es nach dem Spiel gleich wieder mit dem Bus zurück in die Heimat geht, ist Düsseldorf doch immer eine Reise wert. Im Rheinstadion gewannen wir in den 80ern in schöner Regelmäßigkeit, unter anderem einmal 7:0, als ein junger VfBler namens Klinsmann fünf Mal für uns einnetzte.

Und, als Leverkusen vor einigen Jahren die Rückrunde dort absolvierte, war ich bereits einmal im neuen Stadion. Vielleicht ein gutes Omen, der VfB gewann nach überzeugender Vorstellung 2:4.

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0.0/10 (0 votes cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 0 (from 0 votes)
31. Dezember 2009

Der VfB Stuttgart im Februar 2009

Februar

2.2.2009

Doppelpass für Cacau

Der 2.2.2009 war für Cacau ein wichtiger Tag. Zum einen arbeitete der VfB-Angreifer, obwohl offiziell trainingsfrei war, seine Rückstände nach auskurierter Nierenkolik auf und zum anderen hatte er um 12.30 Uhr in Waiblingen einen wichtigen Termin. Denn im dortigen Landratsamt wurde Cacau im Rahmen einer festlichen Feier eingebürgert und ist damit nun sowohl brasilianischer als auch deutscher Staatsbürger. Nachdem Cacau den Eid auf das deutsche Grundgesetz geleistet hatte, erhielt er die entsprechende Einbürgerungsurkunde ausgehändigt. Einen deutschen Pass hat er inzwischen beantragt. Cacau lebt seit nunmehr fast zehn Jahren mit seiner Familie in Deutschland, das für ihn zu einer zweiten Heimat wurde.

7.2.2009

Bayer Leverkusen-VfB 2:4 in der Düsseldorfer LTU-Arena

Tore: Gomez (2), Hitzlsperger, Eigentor Sinkiewicz.

Aufgrund des Umbaus ihres Stadions müssen die Leverkusener für die Rückrunde in die Düsseldorfer LTU-Arena umziehen. Im weiteren Verlauf der Rückrunde sollte sich zeigen, dass das Spiel gegen den VfB nicht nur ein Ausrutscher war, erst im allerletzten “Heim-”Spiel schafften sie den ersten Sieg dort.

Für uns war es klasse, in Düsseldorf zu spielen. In der Bayarena waren wir schließlich schon öfter, außerdem war Düsseldorf in früheren Jahren meist ein gutes Pflaster für den VfB. Schon legendär ist der 0:7 Auswärtssieg 1986 mit 5 Klinsmann-Toren hintereinander von der 36. bis zur 78. Minute, bei dem ich auch schon dabei sein durfte. Damals noch im altehrwürdigen Düsseldorfer Rheinstadion. In der LTU-Arena war ich zuvor noch nie. Weiterer Aspekt war natürlich, dass eine Kneipentour in der Düsseldorfer Altstadt immer gut kommt. Als Fan der Toten Hosen war ich früher auch regelmäßig zu Konzerten in deren Heimatstadt, da ein Heimspiel einer Band immer etwas besonderes ist, ähnlich dem der Fanta 4 auf dem Cannstatter Wasen.

So entschlossen wir uns auch zu übernachten und reisten morgens relativ früh mit dem ICE an, um das Hotel beziehen und dann sofort in die Altstadt ziehen zu können. Diese erreichten wir gegen 12 Uhr und telefonierten uns auch sofort mit Freunden zusammen, die schon etwas früher eintrafen, teils ebenfalls per Bahn, teils mit Fanbussen, die zu den Spielen in besonderen Städten auch mal früher ankommen und später abfahren, so dass man auch von der Stadt etwas hat. In der Pinte, in der wir uns trafen, floss dann auch schon das Altbier in Strömen. Ein Meter nach dem anderen wurde bestellt und so machten wir uns relativ knapp Richtung Stadion auf. Da die Straßenbahnen um diese Zeit auch relativ überfüllt sind, hatten wir Mühe, alle zusammen in einem Wagen unterzukommen. Am Stadion angekommen mussten wir dann auch noch fast ums ganze Stadion herumlaufen, um zu unserem Block zu gelangen. Das Spiel war schon angepfiffen, als wir unseren Block erreichten. Die Plätze, die wir hatten, waren eine Frechheit! Ich orderte extra beim VfB, die beste und damit natürlich auch teuerste Kategorie, die als Gästefan möglich war und was bekamen wir? Die untersten Plätze im Block, direkt hinter dicken Gitterstäben. Ich hätte von dort nicht ein vernünftiges Foto machen können. Zum Glück war der Block bei weitem nicht voll, dass wir uns sofort weiter oben hinsaßen. Ähnliche Erfahrungen machte ich auswärts schon öfter. Hier sollte sich der VfB mal dafür einsetzen, dass solche Karten von den Gastgebern wenigstens als sichtbehindert verkauft werden. Ich hatte noch nicht richtig Platz genommen, schon stand es 0:1 durch Gomez. Danach wirkte man den Leverkusenern die Verunsicherung an, der VfB verpasste es aber nachzulegen. So brachte man mit unnötigen Abspielfehlern die Pillendreher zurück ins Spiel, die dann einige kleinere Tormöglichkeiten hatten. Deren Pulver war aber schnell wieder verschossen, der VfB schaukelte das 1:0 dann locker über die Runden bis zum Pausenpfiff. Die zweite Halbzeit begann wie die erste. Magnin, der das Gomez-Tor vorbereitet hatte, setzte sich erneut am Flügel durch und flankte vors Tor, doch Hilbert verpasste knapp. Kurz darauf kam Vidal gegen Gomez zu spät und sah gelbrot. Den fälligen Freistoß hämmerte Hitzlsperger in die Maschen, über Adlers Hände hinweg. Ein Klassetor, ich fing ein, als der Ball einschlug, ob der Geschwindigkeit des Balles leider etwas verschwommen, aber hoffentlich trotzdem sehenswert. Damit war die Vorentscheidung gefallen. Leverkusen kam zwar nochmal heran, doch wenig später stellte Gomez mit seinem zweiten Treffer die Weichen endgültig auf Sieg. Danach war nur noch Jubel, Trubel, Heiter- und Glückseligkeit unter den vielen VfB-Fans. Erstes Auswärtsspiel der Rückrunde und gleich ein Sieg. In der Vorrunde waren wir auswärts 4x dabei und kamen nur auf 2 Unentschieden in Mannheim gegen Hoffenheim und in Frankfurt bei 2 Niederlagen in Dortmund und in Berlin. Daher fing das Jahr 2009 natürlich auch für uns vielversprechend an. Nachdem die Mannschaft gebührend verabschiedet wurde, sahen wir zu, dass wir auf dem schnellsten Wege zurück in die Altstadt kamen, um den Sieg zu feiern. Egal wo wir dann hin kamen, es waren überall VfB-Fans da, die aus der Düsseldorfer Altstadt eine schwäbische Partyzone machten. Aus unserer Sicht verlief der Abend friedlich. Wir feierten und tranken mit Fans anderer Vereine, u. a. Gladbachern, einem Schalker und vereinzelt auch Leverkusenern bis weit in die Nacht. In der Zeitung lasen wir dann, dass es wohl noch Trouble von ein paar VfB-Fans mit Düsseldorfern Hools gegeben haben soll, wir haben nichts mitbekommen. Angesichts der mehreren tausend Fans, die an diesem Abend in Düsseldorf unterwegs waren, also eher eine Randnotiz.

Noch in Düsseldorf machten wir uns schon Gedanken, wie und wann wir das nächste Mal her kommen würden. Vielleicht steigt ja die Fortuna mal wieder ins Oberhaus auf, sonst bietet sich ein Aufenthalt ja auch bei sämtlichen Spielen im Westen an!

P1150496

P1150497

P1150626

P1150627

P1150628

P1150687

P1150702

P1150728

P1150760

11.2.2009

Länderspiele:

Deutschland-Norwegen 0:1 mit Gomez (bis zur 68.), Tasci (ab 46.) und Thomas Hitzlsperger auf der Bank.

Türkei-Elfenbeinküste 1:1 (90 Minuten mit Boka)

Rumänien-Kroatien 1:2 (Torschütze Marica, bis zur 88. Min. im Einsatz)

Schweiz-Bulgarien 1:1, Magnin bis zur 61. Minute im Einsatz.

USA-Mexiko 2:0, Ricardo Osorio war für Mexiko genauso wie Ex-VfB-Spieler Pavel Pardo über die gesamten 90 Minuten gegen die USA im Einsatz.

14.2.2009

3:3 gegen Hannover: VfB lässt sich den Sieg abluchsen

Die Aufholjagd des VfB Stuttgart unter Teamchef Markus Babbel ist ins Stocken geraten. Im Bundesliga-Auswärtsspiel bei Hannover 96 mussten die Schwaben mit einem 3:3 (2:2) zufrieden sein. Selbst eine schnelle 2:0-Führung durch Mario Gomez (7. Minute) und Martin Lanig (22.) reichte den Gästen vor 31.127 Zuschauern nicht zum Sieg. Einen fünfminütigen Blackout kurz vor der Pause nutzte “96″ durch Treffer von Jiri Stajner (43.) und Jacek Krzynowek (45.) zum 2:2-Zwischenstand. In der turbulenten Schlussphase erzielten zunächst Mikael Forssell (85.) und dann Thomas Hitzlsperger (87.) in seinem 100. Bundesliga-Spiel die Tore zum insgesamt verdienten Endstand.

18.2.2009

Zenit St. Petersburg-VfB 2:1 (UEFA-Cup Zwischenrunde)

Der VfB Stuttgart hat trotz einer 1:2-Niederlage bei Titelverteidiger Zenit St. Petersburg die Chance auf den Achtelfinaleinzug gewahrt. Auf schwer bespielbarem Boden und bei tiefwinterlichen Verhältnissen legten die Russen furios los, ehe sich der VfB stabilisierte und das Match ausgeglichen gestaltete. Tymoshchuk brachte Zenit auf die Siegerstraße, ehe die Hausherren auf den dritten Treffer drängten, vor dem Tor jedoch die nötige Präzision vermissen ließen. Gomez glich das frühe Tor der Russen bereits in der 15. Minute aus, danach war der VfB gut im Spiel. Unerklärlich dann, dass in der Nachspielzeit der ersten Hälfte der Ball vertändelt anstatt weggedroschen wurde, was die Russen zum am Ende entscheidenden 2:1 nutzten.

Am ehesten in Erinnerung bleibt von diesem Spiel aber eine “Nebensächlichkeit”. Plötzlich bekam Khalid Boulahrouz kalte Ohren. Wutentbrannt riss der VfB-Torhüter Jens Lehmann dem Innenverteidiger nach 50 Spielminuten das wollene Stirnband vom Haupt, nachdem der Niederländer mit einem verunglückten Kopfball vor dem eigenen Strafraum eine Torchance für St. Petersburg heraufbeschworen hatte. Zwar agierte Boulahrouz danach zwar auch ohne Ohrwärmer nicht ganz fehlerlos – zumindest aber blieb dem VfB nach Lehmanns symbolischem Weckruf ein weiterer Gegentreffer erspart.

21.2.2009 VfB-TSG Hoffenheim 3:3

Trotz einer Drei-Tore-Show von Goalgetter Demba Ba hat Herbstmeister 1899 Hoffenheim zwei wichtige Punkte im Titelrennen der Fußball-Bundesliga verschenkt. Sead Salihovic verschoss beim 3:3 (2:2) des Aufsteigers beim VfB Stuttgart am Samstag in der Nachspielzeit einen Strafstoß und vergab damit den möglichen Sieg.

Der überragende Ba hatte zuvor seine Saisontore neun bis elf (24./45./67. Minute) erzielt. Für die Schwaben trafen vor 54.000 Zuschauern Cacau (26.) und zweimal Mario Gomez (31./63.). Drei Tage nach dem 1:2 im Uefa-Cup bei Zenit St. Petersburg verhinderten vor allem krasse Abwehrfehler der Stuttgarter eine gelungene Generalprobe für das Rückspiel gegen die Russen am kommenden Donnerstag.

Das Spiel war rassig, die Choreo, die das Commando Cannstatt mal wieder auf die Beine gestellt hat, überwältigend. Über die Anzeigetafeln wurden an die Stationen des Commando Cannstatt und die Aktionen und Choreos der letzten 12 Jahre erinnert. Die Choreo dieses Mal präsentierte ein weiss-rotes Fahnenmeer sowie den roten Brustring. Die hochgehaltenen Transparente während des Spiels zielten darauf ab, dass Hoffenheim ein von Hopp gekaufter Verein ohne Tradition ist. Immer wieder klasse, was die Kurve zu bieten hat.

Der wilde Herr Lehmann… In St. Petersburg hatte Stuttgart-Torwart Jens Lehmann (39) Mitspieler Boulahrouz das Stirnband vom Kopf gerissen. Nun gegen Hoffenheim folgte die Schuhwurf-Attacke.

86. Minute: Hoffenheims Stürmer Salihovic verliert im Zweikampf 20 Meter vor dem Tor seinen rechten Schuh, Lehmann schnappt sich den Schlappen und pfeffert ihn rücklings auf das Tornetz.

P1150813

P1150817

P1150820

P1150881

P1150884

P1150892

P1150895

P1160023

P1160030

P1160083

26.2.2009

VfB-Zenit St. Petersburg 1:2

Titelverteidiger Zenit St. Petersburg ist für den VfB Stuttgart eine Nummer zu groß gewesen. Die zu lange ideen- und mutlosen Schwaben schieden durch ein 1:2 (0:1) im Rückspiel gegen die Russen in der Zwischenrunde des Uefa-Pokals aus. Der eingewechselte Neuzugang Timo Gebhart konnte in der 80. Minute mit dem 200. Uefa-Cup-Tor des VfB Igor Semschow Führungstreffer (42.) egalisieren, doch Viktor Faysulin (86.) machte dann für Zenit alles klar. Auch ohne seinen gelbgesperrten Kapitän Anatoli Timoschtschuk bestimmte St. Petersburg am Donnerstagabend vor 34.500 Zuschauern in der Mercedes-Benz-Arena lange Zeit die Partie. Gegen die Russen zeigte die Mannschaft von Teamchef Markus Babbel gerade in der ersten Halbzeit zu wenig, um Zenit ernsthaft gefährden zu können. Nach dem Rückstand blieb die erhoffte Offensive des VfB zu lange aus. Erst in der Schlussphase bäumte sich der Gastgeber auf.

P1160109

P1160133

P1160158

P1160179

P1160195

P1160246

P1160267

P1160286

P1160290

P1160296

VN:F [1.9.7_1111]
Rating: 10.0/10 (1 vote cast)
VN:F [1.9.7_1111]
Rating: +1 (from 1 vote)